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Auf den Hund gekommen?

Wie sich Hund und Familienleben vereinbaren lassen

Hunde haben auf Kinder allgemein eine positive Wirkung. Das bestätigen europaweit verschiedene Studien: Der umsichtige und sorgsame Umgang mit dem Tier fördert ihre sozialen Fähigkeiten wie Toleranz, Rücksichtnahme, Fürsorge oder Verantwortungsbewusstsein. Schnell lernen sie, wo Grenzen liegen und sie die Gefühle ihres Gegenübers respektieren müssen. Der vierbeinige Begleiter stärkt aber auch das Selbstwertgefühl der Kinder. Sie haben in ihm einen Freund, dem sie einfach alles anvertrauen können...

Bevor Sie Ihrem Kind allerdings einen Hund schenken, sollten Sie einige wichtige Vorüberlegungen anstellen:
Ein Hund braucht täglich sein Futter und seinen Auslauf, er braucht Pflege, Aufmerksamkeit und regelmäßig einen Tierarztbesuch. Der Hund kostet viel Zeit und Geld und muss auch dann gut versorgt sein, wenn die Familie verreisen möchte. Anders als Kleintiere werden Hunde bis zu 18 Jahre alt. Es ist also eine lange Verpflichtung, die Sie mit der Anschaffung eingehen. Da Kinder noch nicht alleine für einen Hund sorgen können, tragen die Eltern die Hauptverantwortung für den Vierbeiner.

Gibt es gesundheitliche Bedenken?
Obwohl der Hund eine Hauptbezugsperson braucht, sieht er immer die ganze Familie als sein "Rudel" an
Es sollten sich darum alle Familienmitglieder mit dieser Anschaffung befassen und damit einverstanden sein. Versichern Sie sich zuvor, dass bei keinem Familienmitglied eine Hunde-Allergie vorliegt. Zu traurig wäre es, wenn Sie den kleinen Hund wegen einer Tierhaarallergie wieder abgegeben müssten.

Gegen gefährliche Erreger und auf den Menschen übertragbare Krankheiten impft der Tierarzt den Hund und untersucht ihn regelmäßig
Wenn Sie und die Kinder darüber hinaus einige hygienische Regeln beherzigen (Der Hund hat am Esstisch nichts zu suchen; nach dem Spielen mit dem Hund und vor dem Essen Hände waschen), gibt es keinen Grund zur Sorge. Auch nicht, wenn der Hund einmal im Bett des Kindes geschlafen oder ihm durchs Gesicht geleckt hat.

Was kostet ein Hund?
Ein Hund ist für die Familienkasse ein zusätzlicher Kostenfaktor: Futter, ein Körbchen, Spielzeug und anderen Zubehör, Steuern, Hunde-Haftpflicht-Versicherung und Tierarzt. Hinzu kommen eventuell noch Kosten für die Unterbringung in den Ferien. Je nach Größe müssen Sie jährlich etwa 900 Euro für einen kleinen und 1200 Euro für einen großen Hund investieren. Auch die Anschaffung ist je nach Größe und Art nicht billig: von 100 Euro bei einem Hund aus dem Tierheim oder aus privater Vermittlung bis zu über 1200 Euro bei einem Rassehund vom Züchter. Welpen sind meist teurer.

Kosten pro Jahr    Kleiner Hund    Mittlerer Hund    Großer Hund
Futter                                600 Euro           720 Euro            900 Euro
Tierarzt                             100 Euro           100 Euro            100 Euro
Steuern*                              75 Euro             75 Euro              75 Euro
Versicherung                      75 Euro              75Euro              75 Euro
Ausstattung & Spielzeug 20 Euro             20 Euro              20 Euro
Pflege                                  30 Euro              30Euro              30 Euro
Insgesamt                         900 Euro         1020 Euro          1200 Euro

Jeder Hund hat besondere Eigenschaften und Bedürfnisse
Manche sind besonders geduldig mit Kindern und lassen sich viel gefallen, andere sind nervös und schnell zu provozieren. Ein Familienhund sollte gutmütig und gelassen sowie geduldig und spielerisch veranlagt sein. Auch einen Knuff muss er mal vertragen können. Er sollte einen natürlichen Beschützerinstinkt haben und leicht erziehbar sein. Außerdem darf er nicht besonders lärmempfindlich oder schreckhaft sein.

Diese Eigenschaften treffen meist auf große Hunde zu, die von Natur aus gutmütige Beschützer sind
So eignet sich für Kinder ein Bernhardiner, ein Labrador, ein Sennehund oder ein Golden Retriever sehr gut. Aber auch mittlere und kleinere Rassen sind gute "Kinderhunde" wie etwa ein Boxer, ein Bobtail, ein Dackel, ein West Highland Terrier oder ein lieber aufgeweckter Mischling. Lassen Sie sich bei der Auswahl am besten von einem Fachhändler beraten.

Was machen wir in den Ferien mit dem Hund?
Klären Sie bereits bei der Urlaubsplanung, ob Sie den Hund mitnehmen können. Manche Hotels und Pensionen erlauben Hunde, andere nicht. Für eine Auslandsreise braucht der Hund in der Regel bestimmte Impfungen und eine "Unbedenklichkeitsbescheinigung".

Ein Campingurlaub ist für Hundebesitzer meist unproblematischer und macht auch Kindern viel Spaß. Doch auch hier gilt: vorher abklären, ob der Hund auf dem Platz mit zelten darf. Wenn Sie ihn nicht mitnehmen können, sollten Sie sich rechtzeitig um eine passende Unterbringung kümmern. Es gibt private Hundesitter oder Tierpensionen.

Bereiten Sie den Hund rechtzeitig auf den Urlaub vor
Er sollte den neuen Aufpasser und seine neue Umgebung erst richtig kennen lernen, bevor sein eigenes "Rudel" die Koffer packt. Ähnlich wie sich die Kinder im Kindergarten eingewöhnen, sollte der Hund zuvor sein vorübergehendes Zuhause nach und nach immer ein wenig länger alleine besuchen.

Wer erzieht den Hund und wie?
In der Familie hat der Hund allerdings nicht nur einen Erzieher
Obwohl eine Hauptbezugsperson für den Hund sehr wichtig ist, müssen ihm alle Familienmitglieder gleichermaßen die Regeln des Zusammenlebens klar machen. Es ist wichtig, dass Sie mit den Kindern besprechen, was der Hund darf, und was nicht. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, dass der Hund den Kindern sofort gehorcht, sondern vielmehr, dass sie ihm die vereinbarten Regeln ihrem Alter entsprechend konsequent vermitteln.

Für einen eigenen Hund sind Kinder erst ab 10 Jahre alt genug.
Nun können sie auch schon eigenverantwortlich mit dem Tier umgehen und für seine Pflege, sein Futter und den Auslauf sorgen. Soll Ihr Kind auch die Erziehung des Hundes selbst übernehmen, hilft eine Hundeschule. Manche Hundeschulen bieten zu diesem Zweck extra Kurse für Kinder und ihre Hunde an.
 

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