Finanzen & Vorsorge

Tipps und Tricks Alles zu Elterngeld und Elternzeit

Das Kind ist auf dem Weg – und was wird aus dem Job? Unsere Autorin Silke Schröckert gibt Tipps, wie ihr Elternzeit und Elterngeld für euch passend gestaltet.

 

Frida Mathilda wurde am 1. Juli 2015 geboren. Und sie hat keine Ahnung, was für eine Freude sie ihren Eltern damit bereitet hat. In erster Linie selbstverständlich durch ihre Geburt an sich – Frida war ein absolutes Wunschkind! Zum anderen aber durch ihren Geburtstermin. Denn Eltern, deren Kinder ab exakt diesem Datum geboren wurden, können das sogenannte ElterngeldPlus in Anspruch nehmen. 

Fridas Mutter Gabriela ist Ärztin in einem Hamburger Krankenhaus, ihr Mann Henrik Ingenieur bei einem Flugunternehmen. Für die beiden ist es ein Segen, dass sie ihre Elternzeit durch das ElterngeldPlus deutlich flexibler gestalten können.

 

Gemeinsam die Zukunft planen – dazu gehört auch, die Arbeitsteilung abzusprechen.

Das Plus an Möglichkeiten

Die Regelung erleichtert die Kombination aus Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit. Eltern können die Bezugszeit des Elterngeldes verlängern und während der Plus-Monate in Teilzeit arbeiten, ohne dass sich ihre Ansprüche mindern. Aus einem Elterngeldmonat werden dabei zwei ElterngeldPlus-Monate. Die Zuwendung ersetzt – genau wie das normale Elterngeld – das Einkommen zu mindestens 65 Prozent. Das heißt: Das ElterngeldPlus füllt die Lücke zwischen dem Teilzeitgehalt und dem wegfallenden Vollzeitgehalt

Und dann gibt es noch den sogenannten Partnerschaftsbonus: Arbeiten beide Elternteile in vier aufeinanderfolgenden Monaten in Teilzeit zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhält jeder von ihnen vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate. In gleicher Weise werden auch Alleinerziehende gefördert.

 

Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus. Grafik: elterngeld-plus.de

Aufstocken ist das Geheimnis

Zugegeben: Das ist alles erst einmal viel Theorie. Anschaulicher wird es mit konkreten Beispielen. Bleiben wir bei Frida und ihren Eltern Gabriela und Henrik: Gabriela wird bereits nach zehn Monaten wieder in ihren Beruf einsteigen. Ihr Mann Henrik und sie werden dann beide in Teilzeit arbeiten – ganztags, an verschiedenen Wochentagen. So ist immer jemand für die kleine Frida zur Stelle. Nach ihrem ersten Geburtstag soll Frida in die Kita gehen. Sobald die Eingewöhnung erfolgreich war, können Henrik und Gabriela ihre Arbeitsstunden erhöhen. Und durch den Partnerschaftsbonus dennoch bis in Fridas 18. Lebensmonat hinein ihren Einkommenswegfall durch das ElterngeldPlus aufstocken.

 

ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus. Grafik: elterngeld-plus.de

Gerade Selbstständige können Kundenkontakte pflegen

Mein Mann und ich sind beide selbstständig, arbeiten seit Jahren mit den gleichen Auftraggebern. Eine lange Pause würde jeden Auftraggeber kosten. Also werden wir beim nächsten Kind von Anfang an beide das ElterngeldPlus beantragen. So können wir in Teilzeit den wichtigsten Kunden und Projekten erhalten bleiben und beziehen beide bis zum 18. Lebensmonat unseres Kindes finanzielle Unterstützung für ausbleibende Einkünfte.

 

Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus. Grafik: elterngeld-plus.de

Das eindrucksvollste Beispiel

Beispiel 3 zeigt, wie flexibel sich Elterngeld-Monate und ElterngeldPlus-Monate kombinieren lassen. So können Vater und Mutter zum Beispiel die ersten beiden Monate gemeinsam beim Kind bleiben und Elterngeld beziehen. Während der Vater dann wieder Vollzeit einsteigt, bleibt die Mutter weiterhin zu Hause bis das Kind alt genug ist, um zum Beispiel stundenweise von Oma und Opa betreut zu werden. 

Die Mutter hat dann die Möglichkeit, durch das ElterngeldPlus schon wieder in den Beruf einzusteigen. Einigen sich Vater und Mutter schließlich noch auf vier zeitgleiche Teilzeitmonate, können sie in diesem Beispiel sogar 22 Monate finanzielle Unterstützung beziehen.

 

Nachrechnen lohnt sich!

Wer mit dem bisherigen Elterngeld Teilzeit gearbeitet hat, verlor einen Teil seines Elterngeld-Anspruchs und bekam insgesamt weniger als der, der ganz aus dem Beruf ausstieg. Durch das ElterngeldPlus wurde das geändert: Diese Eltern erhalten nun Unterstützung in maximal halber Höhe des bisherigen -Elterngelds, aber doppelt so lange – und dürfen parallel in Teilzeit arbeiten.

Alle Infos zum ElterngeldPlus findet ihr auf www.elterngeld-plus.de. Welche Option die beste für eure Familie ist, könnt ihr auf www.familien-wegweiser.de/ElterngeldrechnerPlaner ausrechnen. Bei mittleren und höheren Einkommen kann sich unterm Strich ein Plus von mehr als 4.000 Euro finanzieller Unterstützung ergeben. Eine Summe, für die sich ein wenig Hin-und-her-Rechnen wahrlich lohnt.

 

Schon früh überlegen, wann und wie viel man wieder arbeiten möchte.

Mehr Möglichkeiten

Das müsst ihr wissen Änderungen, die sich aufgrund der neuen Gesetzeslage ergeben, bieten berufstätigen Eltern mehr Flexibilität.

 

1. Elterngeld

  • Die ersten 14 Monate nach der Geburt ihres Kindes erhalten Eltern 65 bis 100% ihres bisherigen Gehalts (monatlich mindestens 300 und maximal 1.800 Euro)
  • Die Eltern können 12 Monatsbeträge untereinander aufteilen
  • Nutzen beide das Elterngeld, können sie für zwei zusätzliche Partnermonate Elterngeld beziehen

2. ElterngeldPlus

  • Das ElterngeldPlus beträgt maximal die Hälfte des Elterngeldbetrags, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen nach der Geburt zustünde
  • Dafür wird es für den doppelten Zeitraum gezahlt

3. Partnerschaftsbonus

  • Gehen Eltern in vier aufeinanderfolgenden Monaten gleichzeitig 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten, erhalten sie vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate
  • Das gilt auch für Alleinerziehende

4. Elternzeit

  • Statt den bisherigen 12 Monaten könnt ihr nun 24 Monate zwischen dem 3. und 8. Geburtstag eures Kindes Elternzeit beanspruchen
  • Die Elternzeit kann in drei Zeitabschnitte pro Elternteil aufgeteilt werden

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