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Finanzen & Vorsorge

Versicherungen für Familien
Welche Versicherungen sind für Familien sinnvoll?

Die Familie wird größer, die Verantwortung wächst. Doch nicht jedes Risiko muss man durch einen Vorsorgevertrag abfedern. Diese Versicherungen sind für Familien wichtig.

 

Sicherheit für alle Familienmitglieder ist wichtig. Spielraum in der Haushaltskasse aber auch. Bei der Vorsorge sollten sich junge Eltern deshalb auf jene Risiken konzentrieren, die die Existenz der Familie bedrohen. Dazu zählt an vorderster Stelle die Krankenversicherung, auch die Privathaftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind unverzichtbar. 

Sollte nach Abschluss dieser Policen noch Luft im Monatsbudget sein, könnt ihr die Familie mit weiteren Policen sinnvoll schützen – etwa mit Krankentagegeld, Reisekranken- und Risikolebensversicherungen. Gegen all die kleinen Schäden, die der Alltag mit Kindern mit sich bringt, muss sich niemand versichern. Statt Handy-, Brillen-, Glasbruch- oder Reisegepäckversicherungen abzuschließen, spart besser eine kleine Geldreserve an – für alle Fälle. 

 

Unverzichtbar:

Krankenversicherung

In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (GKV) könnt ihr Ehegatten, eingetragene Partner und eure Kinder beitragsfrei mitversichern. Das heißt: Nur einer zahlt, und die ganze Familie ist geschützt. Private Krankenversicherer (PKV) dagegen verlangen für jedes Kind einen Extra-Beitrag. Sind beide Elternteile in der PKV, muss auch das Kind privat versichert werden. Einige private Krankenversicherer bieten Kinder-Rabatte an. Gut zum Vergleichen: www.gesetzliche krankenkassen.de und www.verivox.de.

 

Haftpflichtversicherung

Der Ball in der Scheibe, die Vase in Scherben oder der Lenkdrachen auf dem Autodach – jeder kann versehentlich fremdes Eigentum beschädigen oder andere verletzen. Der Schaden kann Summen erreichen, die niemand stemmen kann. Deshalb ist eine Privathaftpflichtversicherung unverzichtbar. Sie sollte Sach- und Personenschäden mit mindestens drei Millionen Euro abdecken. 

Unser Tipp: Nicht jedes Familienmitglied braucht einen Vertrag. Ist ein Elternteil versichert, sind automatisch alle Haushaltsmitglieder geschützt. 

Übrigens: Verursachen Kinder unter sieben Jahren einen Schaden, ohne dass Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, können weder Kids noch Eltern haftbar gemacht werden. 

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt das Gehalt weiter, wenn ein Elternteil krank wird und seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Das sichert der ganzen Familie den Lebensstandard

Wichtig: Wenn ihr der Versicherung nicht exakt eure gesamte medizinische Geschichte der letzten fünf Jahre schildert, kann diese sich vor der Zahlung im Ernstfall drücken. Der Vertrag sollte zudem eine „Nachversicherungsgarantie“ enthalten. Diese erlaubt es, die Auszahlungssumme anzuheben, wenn ein weiteres Kind geboren wird oder das Gehalt der Eltern steigt. 

 

Sinnvoll:

Risikolebensversicherung

Damit sind Hinterbliebene nach einem unerwarteten Todesfall finanziell abgesichert – wenn die vereinbarte Auszahlungssumme hoch genug ist. Berechnet vor dem Abschluss, wie viel Geld ihr als Familie braucht, um 15 oder 20 Jahre ohne Einkommen weiterleben zu können. Experten empfehlen mindestens 400.000 Euro. Zahlt ihr ein Haus ab, müsst ihr die offene Kreditsumme dazurechnen. Diese Tabelle hilft, Auszahlungssummen zu berechnen: www.bund derversicherten.de/lebensversicherung/risikoleben

 

Auslandsreisekrankenversicherung

Kostet nicht viel, ist aber für gesetzlich Krankenversicherte sinnvoll, die oft ins Ausland reisen. Zwar besitzen sie (auf der Rückseite der Krankenversicherungskarte) die „European Health Insurance Card“. Die EHIC sichert ihnen aber nur jene Leistungen, die im Urlaubsland den einheimischen Versicherten zustehen – und das ist meist deutlich weniger als in Deutschland. Auch Rücktransporte übernehmen die Krankenkassen nicht. Wer außerhalb Europas Urlaub macht, hat meist gar keinen Versicherungsschutz. 

Nur in Ländern, mit denen einen Sozialversicherungsabkommen besteht, z. B. in der Türkei und Tunesien, greift die EHIC. Auslandsreisekrankenversicherungen bezahlen ambulante und stationäre Behandlungen, verordnete Medikamente, Verbands- und Heilmittel, schmerzstillende Zahnbehandlungen, einfache Zahnfüllungen, die Reparatur von Zahnersatz, den Transport zum nächsten Krankenhaus und den Rücktransport.

 

Krankentagegeld

Wichtig: Im Gegensatz zu Krankenhaustagegeld ist Krankentagegeld sinnvoll. Denn als Arbeitnehmer erhaltet ihr nur in den ersten sechs Krankheitswochen weiterhin Gehalt. Fallt ihr länger aus, zahlt die GKV zwar Krankengeld. Dieses deckt aber nur einen Teil des fehlenden Einkommens ab. Privat Krankenversicherte brauchen einen Passus im Vertrag, der ab dem 43. Tag ein Krankentagegeld sichert, das Gehaltsverluste ausgleicht. Krankentagegeld ist steuer- und abgabenfrei.
 

Möglich:

Hausratversicherung

Ist die Wohnung besonders teuer möbliert? Reichen die Ersparnisse nicht, um euch im Schadensfall, etwa nach einem Wasserrohrbruch, neu einzurichten? Dann ist eine Hausratversicherung ratsam. Sie erstattet den Neuwert beschädigter oder geklauter Kleider, Möbel und Wertsachen, für die noch Kaufbelege existieren. Für Fahrräder oder Kinderwagen gilt: Werden sie beim Einbruch in die Wohnung oder den Keller gestohlen, zahlt die Hausratversicherung. Diebstahl auf der Straße muss zusätzlich abgesichert werden.

 

Kinder-Invaliditätsversicherung

Kita-Kids, Schüler und Angestellte stehen automatisch unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Unfälle in der Freizeit oder zu Hause deckt diese aber nicht ab. Eine private Unfallversicherung wiederum zahlt nur bei Invalidität durch Unfall. Für Folgen schwerer Krankheiten wie Hirnhautentzündung oder Kinderlähmung kommt sie nicht auf, obwohl 83 Prozent aller Schwerbehinderungen durch Krankheiten entstehen. Invaliditätsversicherungen für Kinder bis 18 Jahre decken diese Lücke. Angebote mit Rente oder Einmalzahlung stehen zur Wahl – die möglichen Auszahlungssummen sind flexibel. 

 

Kinder-Krankenzusatzversicherung

Um den Heilungsprozess im Krankenhaus zu beschleunigen, kann es helfen, ein Kind im Einzel- oder Zweibettzimmer unterzubringen. Auch Chefarztbehandlung, Krankenhaustagegeld, Brillen oder Heilpraktiker-Leistungen können in die Police aufgenommen werden. 

 

Zahnzusatzversicherung

Zahnspange oder nicht? Jedes zweite Kind kommt irgendwann in kieferorthopädische Behandlung. Doch gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur bei „ausgeprägten Fehlstellungen“, die das Beißen oder Sprechen beeinträchtigen. Ab fünf Euro pro Monat und Kind lässt sich das Zahnspangen-Risiko auffangen. Für Zahnersatz bei Unfall, Füllungen, Prophylaxe oder Fissurenversiegelung ist damit auch gesorgt. Allerdings muss der Vertrag abgeschlossen werden, bevor eine Fehlstellung sichtbar wird – also sehr früh.

 

Kinder-Sparkonten

Das Sparbuch hat ausgedient. Auch anderen Fest- oder Tagesgeldanlagen lohnen sich derzeit nicht. Viele Großeltern oder Paten wollen ihren Schützlingen regelmäßig durch eine Anlage Gutes tun. Einige Banken (z. B. Hamburger Sparkasse) bieten „Mäusekonten“ oder Kinder-Sparverträge zu recht attraktiven Konditionen an, andere (z. B. comdirect) haben Junior-Fondssparpläne im Programm. Die dürfen oft nur die Eltern für ihre Kids abschließen, Oma und Opa nicht.

 

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