Finanzen & Vorsorge

Kindersicherheit Vorsicht Sturzgefahr

Bei Gesichts- oder Kieferverletzungen immer zum Arzt

Kleine Sportler und Entdecker loten jeden Tag aufs Neue ihre Grenzen und Kräfte aus. Moderne Aktivitäten wie Inline-Skating, Skateboarding, BMX- oder Mountainbiking sind dabei eine willkommene Freizeitbeschäftigung. Doch gerade bei diesen schnellen Sportarten passieren viele Unfälle. Hier ist es daher insbesondere für Kinder unerlässlich, empfohlene Schutzkleidung wie Helm und Gelenkschoner anzulegen.

Ein Zahnschutz kann Verletzungen an Kiefer und Zähnen vorbeugen und ist insbesondere bei Kontakt- und Kampfsportarten zu empfehlen. Zwar muss nicht jeder Sturz gleich mit einem ausgeschlagenen Zahn oder schweren Kieferbrüchen enden, doch auch kleine Verletzungen sollten noch vor Ort sorgfältig untersucht werden.

Schwellungen und Blutergüsse im Gesicht gehören dabei immer in die Hände von Spezialisten, da sie oft knöcherne Verletzungen beispielsweise des Jochbeins oder der Augenhöhle verdecken. Eine Kinnprellung kann das äußere Anzeichen eines Unterkieferbruchs im Gelenkbereich sein.

Professor Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel: „Bei Sportunfällen mit traumatischen Verletzungen der Zähne oder des Kiefers ist eine richtige Versorgung vor Ort sehr wichtig. Eltern sollten bei blutigen Verletzungen im Mund überprüfen, ob die Zähne betroffen sind oder das Gewebe verletzt wurde und ihr Kind unverzüglich einem Zahnarzt oder Kieferchirurgen vorstellen.“ Viele Verletzungen lassen sich erst durch bildgebende Verfahren diagnostizieren.

Wenn der Zahn raus ist

Professor Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel
Professor Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel

Bei ausgeschlagenen Zähnen gilt: Schnelligkeit und richtiger Transport entscheiden über die Heilungschancen. Spezielle Zahnrettungsboxen aus der Apotheke helfen, das Zahnwurzelhautgewebe auf dem Weg zum Arzt lebendig zu erhalten. Sollte keine Box in der Nähe sein, kann der ausgeschlagene Zahn auch in Speichel oder H-Milch transportiert werden. Auch Verletzungen der Milchzähne sollten ernst genommen und vom Facharzt beurteilt werden, da sie häufig Folgeschäden für die bleibenden Zähne und die Gesichtsentwicklung nach sich ziehen. „Heute kann man durch moderne Therapien fast alle Schäden beseitigen. Wichtig ist aber, durch eine minimal invasive Anfangsbehandlung die Zähne und den Kieferknochen zu erhalten. Ist ein Zahn doch nicht mehr zu retten, können oft kieferorthopädische Maßnahmen den Lückenschluss sicherstellen, oder es muss mit Zahnersatz gearbeitet werden“, so Terheyden.
 
Quelle: Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel

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