Finanzen & Vorsorge

Kindersicherheit Wer haftet für kleine Mitfahrer?

Hand aufs Herz: Haben Sie nicht auch schon einmal Kinder ohne "Extrasitz" mitgenommen? Viele Autofahrer wissen nicht, wie teuer das werden kann – ein 40-Euro-Knöllchen ist das Geringste!

Kinder unter zwölf Jahren dürfen nur dann im Auto mitfahren, wenn sie angeschnallt sind und eine passende "Rückhalteeinrichtung" (Kindersitz) benutzt wird. Gerade beim Kauf von preiswerten Exemplaren im Ausland sollte man darauf achten, dass der Sitz amtlich genehmigt ist, ein Prüfsiegel oder eine entsprechende Aufschrift hat. Dieses Gesetz gibt es aus gutem Grund: Die meisten der rund 16.000 Kinder, die 1998 als Mitfahrer in Deutschland verunglückten, waren nicht richtig gesichert.

Wer ist verantwortlich?
Ganz egal, ob der Fahrer den Unfall verursacht oder nicht: Wenn ein Mitfahrer sich verletzt, weil er nicht richtig angeschnallt oder gesichert war, trifft den Fahrer eine Schuld. Die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners oder die eigene Insassenversicherung werden dann zumindest einen Teil der Kosten von dem Fahrer zurückverlangen. Aber auch die Eltern der mitfahrenden Kinder und der Fahrzeughalter können zur Verantwortung gezogen werden. Wenn die Eltern in Kauf nehmen, dass ihr Kind ohne Kindersitz bei anderen mitfährt, können die Versicherungen bei ihnen Geld einklagen. Der Halter ist für die Sicherheit seines Fahrzeuges verantwortlich: Wenn er weiß, dass Mitfahrer in seinem Auto nicht richtig gesichert werden können, ist auch er dran.

Jeder muss gesichert sein
Ein Hintertürchen scheint das Gesetz zu haben: Wenn das Kind hinten sitzt und es für einen Kindersitz zu eng ist, weil noch andere Personen mitfahren, sieht der Gesetzgeber die Sache mit der "Rückhalteeinrichtung" anscheinend nicht mehr so eng. Lassen Sie sich trotzdem nicht dazu verführen, das Auto mit Kindern "vollzupacken"! Im Fahrzeugbrief steht, wie viele Personen Sie befördern dürfen. Jeder Mitfahrer muss eine Anschnallmöglichkeit haben. Und wenn die da ist, passt in der Regel auch ein Kindersitz.

Rechtsanwalt Joachim Breithaupt
Sozietät Graf von Westphalen Fritze & Modest,
Köln

Wer zahlt was?

Die KFZ-Haftpflichtversicherung haftet nur für Sach- und Personenschäden, die Dritten entstehen. Mitfahrer im eigenen PKW sind nicht abgesichert.

Verursacht der Fahrer einen Unfall, haftet er für die Schäden seiner Mitfahrer. Das kann teuer werden. Absichern kann man sich mit einer Insassenunfallversicherung.

Unfälle auf dem Schulweg sind von der gesetzlichen Sozialversicherung abgesichert, wenn den Fahrer keine Schuld trifft.

wirEltern.de - Newsletter

Gewinnspiele und deine Themen. Jede Woche neu.