Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Auvergne

Tanz auf dem Vulkan

In der Auvergne – dem geografischen Herzen Frankreichs – erleben Familien mitreißende Naturschauspiele, gehen mit Elefanten auf Tuchfühlung und steigen den Vulkanen aufs Dach.

Es brodelt gewaltig. So sehr, dass der Boden unter den Füßen zu zittern beginnt. Erst langsam, dann heftig. Und dann passiert die Katastrophe: Begleitet von einem dröhnenden Krachen, spuckt der Vulkan ein Lavafeuerwerk in die Luft.

Dunkle Aschewolken bahnen sich ihren Weg nach oben. Dort, wo vor ein paar Minuten noch blauer Himmel war, klafft jetzt ein schwarzes Loch. Kinderstimmen kreischen aufgeregt durcheinander, darunter auch die von Niklas (5) und seiner Schwester Ella (4).

Interaktives Spektakel
Zum Glück passiert der Vulkanausbruch nur auf der Leinwand. „Terre en Colère“ – „Der Zorn der Erde“ heißt die Attraktion im Europäischen Park für Vulkanismus „Vulcania“ mit interaktivem Film und beweglicher Bodenplatte, die im wahrsten Sinne des Wortes mitreißt.

Der geologische Vergnügungspark bringt kleinen und großen Besuchern anhand multimedialer Präsentationen Vulkanismus und andere Naturgewalten näher. Wer echte Vulkane sehen will, braucht übrigens nur aus der Tür des Themenparks zu fallen.

„Vulcania“ liegt nämlich inmitten der Vulkankette Chaîne des Puys, die aus über 80 erloschenen Vulkanen besteht. Und die wiederum befinden sich im größten regionalen Naturpark Europas: dem Naturpark Volcans d’Auvergne.

Schlafende Feuerspucker

„Ob der Berg den auch ausgespuckt hat?“, wendet sich Ella mit einem Stein in der Hand an ihren Vater. „Ich fürchte, der gehört zum Schotter, den Menschen auf den Weg gekippt haben“, antwortet Mirko.

„Die Vulkane hier schlafen und spucken kein Feuer mehr.“ Das stimmt – zumindest für den Puy de Dôme, den Ella, Niklas und ihr Vater dabei sind, zu erklimmen.

Vulkanologen halten es für unwahrscheinlich, dass der mit 1.465 Metern höchste Vulkan der Chaîne des Puys noch einmal ausbricht. Ella beharrt jedoch auf der vulkanischen Herkunft des großen Steinchens und steckt es in ihre Tasche.

Niklas hat andere Probleme. Er mag nicht mehr wandern. Und das, obwohl die Tour gerade mal kinderfreundliche zwei Stunden dauert und damit eigentlich selbst von Wandermuffeln zu bewältigen ist. Rund 15 familiengerechte Wanderstrecken gibt es im Departement Puy-de-Dôme.

Niklas’ Nörgelei entgeht auch einem Mann mit Maulesel nicht, der schon eine ganze Weile hinter den dreien her trottet. „Euhhh, mon Dieu, warüm quengelst du so?“, fragt Mauleseltreiber Pierre in auffallend französisch-akzentuiertem Deutsch. Und ehe sich Niklas versieht, hat ihn Pierre auf den Rücken des Grautiers verfrachtet. Ella will das natürlich auch.

Und so lässt sich der Nachwuchs mit einer Mulistärke den Berg hinaufchauffieren, während bei Mirko weiterhin Beinarbeit gefragt ist. Ob zu Fuß oder hoch zu Ross: Der Ausblick ist fantastisch.

Viele Gleitschirmflieger sind unterwegs. Ihre roten, gelben, blauen und grünen Gleitschirme tanzen durcheinander und schweben lautlos durch die dünnen Schleierwölkchen.

Das heißt: Sind es wirklich Schleierwolken oder vielleicht doch Rauchwolken eines Vulkans, der aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist?

Elefantastisch

Dass Elefanten selten Dornröschenschlaf halten, erfahren Niklas und Ella bei einem Besuch von „Le PAL“. Der „Parc d’Attractions et Animalier“ ist eine Mischung aus Zoo und Freizeitpark und liegt im Departement Allier, etwa 120 Kilometer von der Hauptstadt der Auvergne Clermont-Ferrand entfernt.

Niklas und Ella sind heute Tierpfleger für einen Tag und dürfen drei Stunden an der Seite von „Elefantenflüsterer“ Antoine verbringen.

Mit den Worten „L’ölefant mag nischt Katzenwäsche“ drückt Antoine Niklas den Wasserschlauch in die Hand. „Très bien, et alors, kräftisch nass machen, von oben nach unten“, erklärt Antoine und dreht den Wasserhahn voll auf. Was zur Folge hat, dass nicht nur „l’ölefant“ triefnass ist, sondern sich auch die Nachwuchstierpfleger eine Dusche heute sparen können.

Die Erfrischung macht aber nichts, denn bei einer Fahrt auf der Achterbahn nebenan kann man sich vom Wind trocken pusten lassen. Am Tierpfleger-Crash-Kurs haben Ella und Niklas sichtlich Spaß. Und: Sie tun nebenbei noch was Gutes. Denn ein Großteil der Einnahmen aus dem Workshop geht an Projekte zum Schutz bedrohter Tierarten.

Wer zum Beispiel wie Ella und Niklas Elefanten schrubbt, sorgt dafür, dass verwaiste Dickhäuterbabys in Asien ein neues Zuhause finden. Apropos Zuhause: Das ist für Niklas und Ella zum Glück noch ganz weit weg.  

Reiseinfos

Tourismusverband: www.auvergne-tourismus.de

Vulcania: www.vulcania.com

Le PAL: www.lepal.com

Naturpark Volcan d’Auvergne: www.parc-volcans-auvergne.com

Teile diesen Artikel:

]