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Viva Palatina!

Die Pfalz für Familien

Wein ist wohl das Erste, was einem beim Gedanken an die Pfalz einfällt. Verständlich – aber auch schade. Schließlich hat die Region im Süden von Rheinland-Pfalz noch mehr zu bieten als Rebstöcke und Weinfeste. Zum Beispiel begehbare Flugzeuge und spannende Schnitzeljagden. Das macht sie zum Urlaubsparadies für Familien.

Drei Stahlstelzen und zwei Stahlseile. Kaum vorstellbar, dass diese Konstruktion ausreichen soll, um die rund 80 Tonnen schwere „Boeing 747“ auf dem Dach des „Technik Museums“ zu halten. Evelyn ist zwar erst neun Monate alt. Dennoch fixiert sie den Koloss interessiert mit ihren großen, blauen Augen. Das Mädchen sitzt gut behütet in der Babytrage auf Papas Rücken. Ihr Bruder Simon ist mit seinen fünf Jahren schon gut zu Fuß. 

Höher, schneller, weiter

„Dann wollen wir uns das Vögelchen mal von innen ansehen“,  skandiert Vater Ralf. Gesagt, getan. Mit Evelyn auf dem Rücken und Simon an der Hand ist es allerdings alles andere als ein Kinderspiel, die Stufen zum Rumpf des Jumbos zu erklimmen. Oben angekommen, bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen, denn Simon zerrt seinen Vater schon in Richtung Tragfläche. Die kann man nämlich begehen. In 20 Metern Höhe bietet sich den Dreien ein imposanter Ausblick über Speyer. Ein eisiger Wind pfeift – und man hat tatsächlich das Gefühl, zu fliegen. Nicht zuletzt, weil man auf Augenhöhe mit den kleinen Verwandten des großen Jumbos ist, die auf dem benachbarten Flugplatz im Zehn-Minuten-Takt landen.

Das Brummen der Propellermaschinen verstummt, als Evelyn zu weinen beginnt. Das ist das Signal zum Aufbruch. „Ich will rutschen“, ruft Simon übermütig – und ist verschwunden, noch ehe Ralf etwas sagen kann. Während Simon die „Boeing“ über die Rutsche verlässt, nimmt sein Vater mit Evelyn den sicheren Weg über die Treppe.

 

Viele Wege führen nach Rom

Vom „Technik Museum“ sind es nur ein paar Schritte bis zur Innenstadt von Speyer. Aber selbst die fallen Ralf und Simon schwer – denn das Erkunden von Jumbo-Jet, Spaceshuttle & Co. hat sie müde gemacht. Evelyn hat es gut, sie lässt sich bequem von Papa chauffieren. Ihr Weg führt vorbei am Kaiserdom, Weltkulturerbe und größte noch erhaltene romanische Kirche der Welt – und historischen Gebäuden in Zuckerwatte-Farben, die Speyers Haupteinkaufstraße säumen und den römischen Ursprung der Stadt erahnen lassen.

Endlich erreichen sie das „Maximilian“. Wohlige Wärme schlägt den Dreien entgegen, als sie die Tür zu dem Café direkt neben dem „Altpörtel“ – Speyers Stadttor – öffnen. Mama Kerstin wartet schon. Entspannt sieht sie aus. Kein Wunder, schließlich hat sie sich im Hotel-Spa verwöhnen lassen, während ihre Lieben das „Technik Museum“ erforscht haben. Gespannt lauscht sie Simons Erzählungen, während Evelyn selig schlummert.

Wer sucht...

Am nächsten Tag steht ein Familienausflug nach Elmstein im Pfälzerwald auf dem Programm. Elmstein, genauer: der „Kuckucksbahnhof“, ist Ausgangspunkt der Letterbox „Zum Kuckuck“, die Kerstin, Simon, Ralf und Evelyn heute suchen wollen. Irgendjemand hat die „Kuckucksbox“ mal im Wald versteckt, sie gilt es nun, mit entsprechenden Hinweisen – so genannten „Clues“ – zu finden. Gelingt das, stempelt man mit dem in der Box befindlichen Stempel in sein Notizbuch. „Letterboxing“ heißt diese moderne Form der Schnitzeljagd. Ausgerüstet mit Kompass, Notizbuch und Stempel marschieren die drei los – Evelyn genießt wie immer Babytragen-Komfort.

„Gehe 750 m in Richtung 310º“ heißt es im Clue. „Wie liest man 310 Grad ab?“, fragt Simon. Eine berechtigte Frage, schließlich wächst er im Zeitalter von Navigationsgeräten auf und kennt einen Kompass allenfalls noch aus Opas Vitrine. Ralf erklärt, wie es funktioniert, und im Nu erreicht die Familie das Bürgermeisteramt. Von dort aus geht es hoch zur Burg, vorbei an Tannen und Buchen, dann wieder runter. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen.

...der findet

Die Familie hat das Ziel erreicht: der Nibelungenfelsen. Sofort macht sich Simon daran, die Box zu suchen. Seine Eltern tun es ihm gleich. „Finde unter der Sonne die Letterbox“, steht im Clue. Die Sonne scheint –  überall. Und: der Felsen ist groß. Er hat viele Ecken, wo sich der „Kuckuck“ verstecken könnte. Kein leichtes Unterfangen also.

„Ich habe sie“, kreischt plötzlich eine Stimme von oben. Sie gehört Simon. Stolz präsentiert er seiner Familie die Letterbox. „Gut gemacht“, lobt ihn sein Vater. Mit dem Kuckucksstempel im Notizbuch tritt die Familie den Rückweg an. Allerdings nicht, ohne Zwischenstopp in einer Hütte einzulegen – und sich Pfälzer Köstlichkeiten schmecken zu lassen.

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