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Bonjour, Paris!

Eine Familie entdeckt die Seine-Metropole

Oft besungen, viel gerühmt und jedes Jahr von Millionen Touristen besucht – Paris, die Stadt der Liebe, der Kunst und voll mit Attraktionen wie Eiffelturm oder Moulin Rouge. Die französische Hauptstadt ist als vielseitiges Reiseziel auch für Familien mit Kindern bestens geeignet.

Pünktlich auf die Minute schließt der Zug seine Türen und setzt sich langsam Richtung Paris in Bewegung. Mit dem TGV aus Stuttgart ist die französische Metropole einen Katzensprung entfernt, nur 3,5 Stunden dauert die Fahrt. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke können Deniz (9) und Niklas (7) die Augen kaum von der Anzeigetafel lassen. „Wow, wir fahren 304 km/h – jetzt sind es 313 km/h!“, werden nicht nur wir, sondern alle anderen Mitreisenden begeistert informiert.
Anfängliche Bedenken, dass eine Städtereise mit Kids sehr anstrengend werden kann, sind längst vergessen. Paris hat so viel zu bieten, dass man nicht früh genug damit anfangen kann, es gemeinsam zu entdecken.
Dieses Mal haben wir ein Appartement mitten im lebhaften 17. Arrondissement Batignolles gemietet, das ist meist nicht nur günstiger als ein Hotel, sondern verspricht auch gerade mit Kindern mehr Flexibilität. Schnell noch ein U-Bahn Ticket gekauft (Paris Visite, gilt auch in allen Bussen) – dann kann das Sightseeing losgehen! Das Pariser Metro-Netz ist sehr übersichtlich und selbsterklärend. Die langen Gänge, treppauf, treppab, das Schrankensystem an den Eingängen der Station, Musiker hier und da und nicht zuletzt die Bahnfahrten an sich sind für die Kinder schon ein großes Abenteuer.

Über den Dächern von Paris

In Paris gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Stadt in ihrer Pracht von oben zu entdecken. Ein absolutes Muss ist natürlich der Besuch des Eiffelturms – wer die langen Wartezeiten scheut, bucht schon im Voraus sein Ticket zum Beispiel unter www.toureiffel.paris
Kaum vorstellbar, dass dieses monumentale Kunstwerk des Brückenbauingenieurs Gustav Eiffel, einst nur für die Weltausstellung 1889 erbaut, eigentlich wieder abgerissen werden sollte. Heute ist die gewagte Stahlkonstruktion das wichtigste Wahrzeichen der Stadt – und ein echtes Highlight für unsere Kinder.Zu Hause steht das Bauwerk von der Miniatur-Ausgabe bis hin zum 3-D-Puzzle in den Regalen.
Der Blick von oben ist spektakulär, ob von der zweiten Plattform auf 115 Meter oder gleich von der Spitze auf 276 Meter Höhe. Einen ähnlich tollen Ausblick, allerdings meist hinter Glas, genießt man übrigens auch vom Tour Montparnasse. Hier bringt der angeblich schnellste Fahrstuhl Europas die Gäste bequem zur 56. Etage.

Auf den Spuren von Quasimodo und Esmeralda

Die weltberühmte Kathedrale Notre- Dame mit ihrer imposanten Größe und den riesigen Buntglasfenstern haben wir schon beim letzten Besuch bewundert. Dieses Mal möchte Deniz unbedingt hoch in den Turm, die berühmten Wasserspeier aus nächster Nähe sehen.  Um eine Wartezeit von gut 1,5 Stunden und etwa 400 schmale Treppenstufen kommt man nicht herum, aber die Mühe lohnt sich in jedem Fall. Bei Sonnenuntergang wird die Kathedrale für einige Minuten eindrucksvoll in goldgelbes Licht getaucht, bevor die nächtliche Scheinwerferbeleuchtung das Bauwerk als Nacht-Fotomotiv erstrahlen lässt.

Die Zuckerbäcker-Kirche und Kunst an allen Ecken

Schneeweiß strahlt uns die Kathedrale Sacre Cœur an. Die „Funiculaire“, eine ehemalige Zahnradbahn, bringt uns im Handumdrehen nach oben. Auf den Stufen der breiten Treppen wollen wir stundenlang den Blick über Paris genießen und den Musikern lauschen. Doch unsere Jungs wollen weiter auf Entdeckertour gehen.
Nur ein paar Schritte hinter der Sacre Cœur fängt das Künstlerviertel mit seinen urigen Gässchen und unzähligen Lokalen an, in denen sich einst schon Künstler wie Picasso und Van Gogh ein Gläschen Wein genehmigten.
Am Place du Tetre, dem ehemaligen Dorfplatz, bieten Maler ihre Kunstwerke an. Ebenfalls ein Treffpunkt für Straßenkünstler aller Art ist der große Platz vor dem Centre Pompidou, dem riesigen Gebäudekomplex aus Glas und Stahl. Von Seifenblasen-Virtuosen bis hin zu Feuerschluckern ist hier eine Vielfalt an Attraktionen geboten. Liebhaber der Modernen Kunst erwartet im Inneren des umstrittenen Architektur-Highlights die beste Sammlung aus dem 20. Jahrhundert. Unsere Kinder sind mehr vom Strawinski-Brunnen in unmittelbarer Nähe des Pompidou begeistert, dessen 16 kunterbunte Skulpturen mit raffiniertem Wasserspiel locken.

Ein Boot wird kommen!

Fußschonend und ganz entspannt wollten wir dieses Mal die Stadt auch mal vom Wasser aus mit dem „Bateau Mouche“ erkunden – eine gute Entscheidung! Die Bootstouren starten direkt am Fuße des Eiffelturms und eröffnen völlig neue Perspektiven auf die tollen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Auch im wunderschön angelegten Jardin du Luxembourg kann man schnell vergessen, dass man sich mitten in einer Millionenstadt befindet. Zahlreiche Stühle rund um den Schlossbrunnen laden zum Verweilen ein – perfekt für eine kleine Auszeit. Unsere Jungs nutzen die Gelegenheit, um Spielzeug-Boote, die man hier für kleines Geld mieten kann, mit einem Stock über das Wasser des Brunnens zu lenken. Im hinteren Teil des Gartens gibt es darüber hinaus auch noch ein nostalgisches Karussell, im Sommer Ponyreiten sowie zahlreiche Schachspieler, denen man über die Schulter schauen darf.
Wie stolz waren unsere Jungs, die in der Schule beide einen Schachkurs besuchen, als einer der alten Herren sie dort zu einem Duell herausforderte.

Wenn es Nacht wird in Paris

Mit der Abenddämmerung verwandelt sich Paris in ein wahres Lichtermeer. Alle Brücken und Sehenswürdigkeiten schimmern im goldgelben Glanz der Laternen und Scheinwerfer. Besonders der Eiffelturm entlockt unseren Jungs ein zweites Mal Begeisterungsrufe: „Aaah“ und „Coool“, als zu der zusätzlichen Beleuchtung auch tausende von kleinen Lämpchen angeschaltet werden und den Turm wahrlich zum Funkeln bringen.
Ein kleiner Geheimtipp ist auch das Moulin Rouge. Dabei geht es weniger um die allseits bekannte beleuchtete Windmühle vor dem Etablissement, als vielmehr um einen unauffälligen U-Bahnschacht direkt davor (U-Bahn Blanche). Der Luftzug lässt einem Haare, Tücher und Klamotten in Marilyn Monroe-Manier zu Berge stehen und sorgt für ausgesprochen lustige Fotos und großen Spaß.

Programm für schlechtes Wetter

An unserem letzten Tag regnet es. Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, denn auch bei Schmuddelwetter gibt es in Paris eine Vielfalt an Attraktionen, bei denen die Kinder Bauklötze staunen. Wir entscheiden uns für einen Besuch des Zaubereimusesum, dem Musée de la Magie.
Kuriositäten aus der Welt der Magier, optische Täuschungen, historische Requisiten sowie eine kleine Zaubervorstellung sorgen für großes Erstaunen;  die Spielkarte, die Deniz am Ende der Vorstellung vom Zauberer persönlich geschenkt bekommt, erhält zu Hause natürlich einen Ehrenplatz! Mit einem leckeren Crêpe für den Hunger zwischendurch machen wir uns zum Abschluss unserer Reise noch auf den Weg in das berühmte Kaufhaus Galerie Lafayette, das ja auch in Berlin einen Ableger hat. Selbst für den überzeugtesten Shoppingmuffel ist das Jugendstilgebäude mit seiner farbigen Glaskuppel ein echtes Erlebnis. Und auch die Jungs stromern durch das riesige Gebäude, nutzen die Rolltreppen für Lausbuben-Aktionen. Von Müdigkeit keine Spur.
Aber jede Reise geht einmal vorbei. Mit hunderten Fotos, einer Fülle neuer Eindrücke und Anekdoten schmieden wir auf der Rückfahrt schon Pläne, was wir noch in Paris sehen wollen. Denn: Paris – wir kommen wieder!

Praktische Tipps

 

Paris ist eine Großstadt. Wo viele Menschen sind, haben Diebe Hochkonjunktur. Passen Sie daher gut auf Ihre Taschen und Kameras auf. Und: Fallen Sie nicht auf klassische Tricks rein!

Aktuell stehen ganz oben auf der Liste:

  • Verkauf falscher U-Bahn-Tickets (kaufen Sie diese immer am Schalter oder Automaten)
  • Unterschriftenlisten für einen vermeintlich guten Zweck, die aber mit einer Spende verbunden sind
  • Ein goldener Ring, der angeblich aus Ihrer Tasche gefallen sein soll

Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern
Verhaltensregeln, für den Fall, dass einer z. B. nicht rechtzeitig aus der vollen U-Bahn aussteigen kann. Bewährt hat sich auch ein Kärtchen mit Adresse und Handynummer der Eltern, das jedes Kind mit sich führen sollte.

Hilfreiche Websites:
Um lange Wartezeiten zu vermeiden, können Sie oftmals Tickets bereits im Vorfeld online reservieren:

  • Bootstouren mit dem „bateau mouche“  gibt es unter www.vedettesdupontneuf.fr
  • Eiffelturm-Karten unter www.toureiffel.paris
  • Eine gute Auswahl an Ferienwohnungen finden Sie z. B. unter www.wimdu.de oder www.housetrip.de
  • Bahntickets können 90 Tage vor Abfahrt günstig über das Reisecenter der Bahn oder online über www.db.de gebucht werden.
  • Günstige Flüge bietet z. B. Airberlin an

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