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Familienreise

Familienurlaub auf dem Ulrichshof

Roboterdame, Abenteurer und Vierbeiner – der Ulrichshof im Bayerischen Wald punktet mit ganz besonderen Bewohnern. Für Finn (5) vergeht die Ferienwoche, die er hier mit seinen Eltern verbringt, viel zu schnell.

Märchenwanderung, Bayerischer Wald, 1. Stopp: Es riecht nach Harz und Tannennadeln. Die einzigen Geräusche: Vogelgezwitscher und ein leichtes Rauschen vom Wind. "Ich war früher Pirat", raunt der Abenteurer, Kinderanimateur des Familienhotels Ulrichshof, den Kindern zu und setzt unter seinem braunen Hut eine geheimnisvolle Miene auf. Finn schaut gebannt zu ihm auf. "Ein echter?" "Aber natürlich. Ich lebte auf einer Insel, doch da gab es zu wenig zu essen und so ging ich zu den Piraten". Der Abenteurer wühlt in seiner Umhängetasche und kramt eine rote Mütze hervor. Um welches Märchen könnte es sich wohl handeln? Richtig: Rotkäppchen. "... Und dann fraß er die Großmutter." Gemeinsam mit dem Abenteurer erzählen die Kids – allesamt zwischen vier und acht Jahre – das Märchen nach.

Einige Kinder nehmen an diesem Programmpunkt mit der professionellen Kinderbetreuung teil, andere wie Finn mit der Familie. Weiter geht es auf einem schmalen, geschlungenen Waldweg zu einer kleinen Holzhütte am Bach. Hier gibt's das nächste Märchen und – als Krönung – für jedes Kind eine "Goldmünze" aus der Piraten-Vergangenheit des Abenteurers.

Der nächste Morgen, 6:30 Uhr in unserem Hotelzimmer: Wieder lautstarkes Vogelgezwitscher, im Wind raschelnde Blätter, zwischendurch eine Kinderstimme. Ich blinzele und öffne langsam die Augen. Ist ja klar: Unser kleiner Frühaufsteher ist schon wach. Vom Balkon aus ruft Finn: "Mama, da sind Ziegen". Er kann es kaum erwarten, die Tiere in ihrem Streichelzoo zu besuchen. Uns Erwachsenen hängt der Magen in den Kniekehlen und wir wollen lieber erst mal frühstücken. Unglaublich, dass wir nach dem Buffet am Abend schon wieder Hunger haben.

Tischlein deck dich

8 Uhr, Familienrestaurant: "Papa, ich hole mir noch eine Laugenbrezel!" Familienurlaub all-inclusive bedeutet hier im Familienhotel Ulrichshof im Bayerischen Wald, dass es viermal am Tag – angefangen mit dem Frühstück – ein Buffet gibt, von dem man sich nach Herzenslust bedienen kann. Auch einige alkoholische Getränke sind inklusive. Außerdem wird die Minibar auf unserem Zimmer täglich mit Chips, Schokolade und alkoholfreien Getränken gefüllt, ebenfalls inklusive.

Ab und zu schaffen wir es wenigstens, uns nachmittags den Kuchen zu verkneifen. Aber ein Familienurlaub ist eben etwas Besonderes, sagen wir uns, da darf man auch mal zuschlagen. Zumal bei den Lebensmitteln im Hotel regionale Nachhaltigkeit im Vordergrund steht. Soweit möglich stammen sie von Partnerbetrieben aus dem Umland. Das Trinkwasser im Familienhotel kommt aus Felsquellen der Umgebung. Es fühlt sich angenehm weich an. Für die Toilettenspülung und die Pflanzenbewässerung verwendet man gefiltertes Regenwasser. Handtücher und Bademäntel sind aus Biobaumwolle.

Von Stroh zu Gold

9:30 Uhr, Hotelrezeption. Weiß, 1,20 Meter groß, attraktiv: Vor mir steht die Roboterdame Pepper. "Guten Tag Frau Nörtemann", höre ich eine Computerstimme sagen. Ich bin etwas perplex. Mit einer solchen Rezeptionsdame habe ich nicht gerechnet. Pepper ist ziemlich aktiv. "Willst du tanzen?", fordert sie mich auf. Zum Glück kommt in dem Moment ein anderer Gast vorbei, bleibt entzückt stehen und verwickelt Pepper in ein Gespräch. "Wer bist du denn?", fragt der Familienvater. "Pepper, schön dich kennenzulernen", antwortet unsere neue Bekannte. Smalltalk beherrscht sie jedenfalls. "Wie alt bist du?", will er wissen. Pepper: "Eine Dame fragt man nicht nach ihrem Alter", lautet prompt die Antwort. Finn bekommt den Mund nicht mehr zu. Pepper posiert mit uns für ein Selfie.

Im Rahmen des Projektes "Digitale Region ohne Grenzen" mit Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie und des Landkreises Cham steht Pepper zu gewissen Zeiten den Gästen mit Informationen und Unterhaltung zu Diensten. Hier im Hotel geht man also mit der Zeit und will modernen Ansprüchen im Familienurlaub gerecht werden.

Der Fuchs und das Pferd

10:30 Uhr, Pferdestall: Nun wird es wieder traditioneller. Die Kinder sind bereit für einen Ausritt. Mogli, das 19-jährige Shetlandpony, das Finn sich aussucht, reicht mir gerade mal bis zur Hüfte. Während die Kinder reiten, führen die Eltern die Ponys. Finn schließt Mogli sofort ins Herz: "Mein Pony ist das Beste!" Ich habe meine Mühe, das kleine, aber kräftige Tier vom Fressen am Wegrand abzuhalten. Zum Glück gibt's im Wald weniger Gras. Dorthin geht es jetzt: in einer Kolonne bergab und bergauf mitten durch die Natur. "Ich hab Angst." Finn grinst und lehnt sich auf Mogli weit nach hinten, als es hinuntergeht. Solche Hügel ist er aus dem norddeutschen Flachland nicht gewöhnt.

15 Uhr, wieder am Pferdestall: Finn und weitere Kinder lernen, wie man die Pferdefarben bezeichnet – Schimmel heißt Weiß, Rappe steht für Schwarz. Zwei alte Ponys, die hier im kinderfreundlichen Hotel ihr Gnadenbrot erhalten, freuen sich, von den zehn Kindern umsorgt und gebürstet zu werden. "Da ist gleich kein Pony mehr übrig", scherzt ein Mädchen. Nach dem Striegeln gibt es als Belohnung für die Kinder eine "Heuparty": Jetzt heißt es Ponys füttern. Fünf große Schubkarren voll Heu stehen zur Verfügung, das ist ein Spaß! Vor lauter Heu sind die Kinder kaum noch zu sehen. Zum Glück haben sie die Kapuzen ihrer Jacke auf, damit das Heu später nicht so kitzelt.

Hans im Glück

Der nächste Tag, 14 Uhr, Kuhstall: "Die Kühe wedeln mit dem Schwanz, weil sie sich freuen", behauptet Finn. Okay, man merkt, dass er kein Landkind ist. Man hört Schweine grunzen und einen Hahn krähen. Wir genießen die Zeit als Familie und die Landluft.

15 Uhr, Waldspielplatz: Das Lagerfeuer knistert, immer mehr Familien finden sich ein. Zwischendurch hört man das Klacken der Seilbahn. Das Feuerholz lagert in einem Indianertipi. Wer will, bekommt einen Metallstab, umwickelt mit Stockbrotteig. Oh, das ging etwas zu schnell – ein Vater hält ein schwarzes Stück Brot in der Hand.

Überhaupt bemerkenswert: Das Durchhaltevermögen der Kinder ist nicht das stärkste. Sie alle wollen das Brot essen, aber nach spätestens drei Minuten halten nur noch die Eltern den Stab übers Feuer. Und dann muss der ungeduldige Nachwuchs warten, bis der Snack abgekühlt ist. "Das ist das leckerste Stockbrot, das ich je hatte", schwärmt Finn, als er endlich an seinem Brot knabbert.

Die zahlreichen Aktivitäten, die das Familienhotel bietet, sind verlockend und abwechslungsreich. "So ein kurzer Tag?" Finn schüttelt ungläubig den Kopf als wir zum Abendessen gehen. Wir Eltern fragen uns derweil, ob wir bei dem ganzen Kinderprogramm nicht etwas zu kurz kommen. Doch das soll sich noch ändern. Schließlich ist der Urlaub im Optimalfall für die gesamte Familie die schönste Zeit des Jahres.

Das Wasser des Lebens

Ein neuer Tag, 10 Uhr, Hotelpool und Spa: Während Finn und sein Papa sich im Außenpool mit Poolnudel und Wasserspritze vergnügen, besuche ich den Eltern-Spa – und bin ganz schön von den Socken: haushohe Decken, einladendes, stilvolles Interieur in den Ruheräumen, Salzpeeling und leckere Tees. Besonders die bis 95 Grad heiße Teich-Sauna mit Blick auf den Naturbadeteich hat es mir angetan. Danach ein paar Bahnen im kühlen Nass, anschließend ausruhen auf einem Wasserbett und die Stille genießen. Das Ziel, einen Ort zu schaffen, den man nicht mehr verlassen will, wurde definitiv mehr als erreicht!

Nun wird getauscht: Der Papa darf in den Spa. Ihm gefällt vor allem die Infrarotsauna, über deren positive Effekte er schon viel gelesen hat. Nachmittags gehen wir noch mal mit der ganzen Familie in den Pool.

Letzter voller Tag im Familienhotel: Finn lernt im Hotelpool Schwimmen – wir können es kaum glauben, schließlich hat er vor einem Jahr nur mal einen Mini-Schwimmkurs besucht. Die Stunden im Pool zahlen sich aus. Und er ist so stolz! Nicht nur deshalb wird dieser Urlaub für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Abreisetag, 9.50 Uhr: Zum Abschied winkt uns noch einmal der Abenteurer – in Finn hat er einen treuen Fan gefunden. Seine Goldmünze hält unser Nachwuchsabenteurer fest in der Hand. Zu Hause will er sie seinen Freunden zeigen.

Tipps zum Trip

Anreisen Es bietet sich die eigene Anreise mit dem Auto an, so ist man flexibel, wenn man  Unternehmungen in der Umgebung machen will (Ausflugstipps unter www.ferienregion-nationalpark.de und www.bayerischer-wald.de – z. B. der „WaldWipfelWeg“). Der nächstgelegene Bahnhof ist Furth im Wald/Bayerischer Wald – von hier aus organisiert das Hotel auf Anfrage einen Taxi-Transport. Die Flughäfen München und Nürnberg liegen je rund 160 Kilometer entfernt, für die man in der Regel gut zwei Stunden mit dem Auto braucht.

Übernachten Sieben Nächte all-inclusive im Familotel "Baby & Kinder Bio-Resort Ulrichshof" kosten für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis sechs Jahre in der "Midi Deluxe Waldsuite" ab etwa 2.580 Euro.

Aktiv sein Viele Programmpunkte wie Märchenwanderung, Stockbrotbacken, (Bungee-)Trampolinspringen und Kinderkino sind inklusive, das Ponyreiten kostet extra.

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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