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Ferien auf der schönsten Sandbank der Welt

Nordseeinsel Juist

Die Nordseeinsel Juist bietet alles, was Kinderherzen höher schlagen und Eltern entspannen lässt. Einfach hinfahren und runterkommen!

Showdown am Schiffchenteich: Die Holzboote von Mattes und Lena pflügen um die Wette durch die Fluten. Bug an Bug, immer schneller drehen sie sich im Kreis. Im letzten Moment geht Lenas kleiner Dampfer die Puste aus – eins zu null für Mattes. Großer Tusch!

Und auf zur nächsten Runde. Währenddessen sitzen die Eltern der  beiden in Sichtweite in der Nachmittagssonne, trinken einen Latte Macchiato und lauschen den Klängen des Kurorchesters; Baby Julius schlummert selig vor ihnen im Kinderwagen. So entspannt kann Urlaub sein: Willkommen auf der Nordseeinsel Juist!

Gerade einmal 500 Meter breit, dafür aber 17 Kilometer lang ist das zwischen Borkum und Norderney gelegene Eiland, das von seinen Einwohnern liebevoll „die schönste Sandbank der Welt“ genannt wird. Und das zu Recht: Wer einmal hier gewesen ist, kehrt immer wieder zurück, gerade für Familien ist Juist ein regelrechtes Paradies – und das aus vielen Gründen.

Einer davon steigt einem in die Nase, sobald man von der Frisia-Fähre steigt und von den kreischenden Möwen begrüßt wird: Auf Juist riecht es nicht nach Abgasen – sondern höchstens mal nach Pferdeäpfeln. Denn die  beschauliche, auch „Töwerland“ (Zauberland) genannte Insel ist vollkommen autofrei, sogar der Müllmann kommt hier mit der Kutsche. Daher gehört die Straße vor allem den gemütlichen Vierbeinern und Spaziergängern, den großen und kleinen Radlern, den Laufrad-Sportlern, Bollerwagen und Buggys.

Eilig hat es hier niemand, auch wer gemütlich geht, kommt bald ans Ziel: Nahezu von jedem Punkt der 1700-Einwohner-Insel ist man in wenigen Gehminuten am Strand. Einfach vom Hafen aus am kleinen Kurpark und an der legendären Gaststätte „Köbes“ vorbeilaufen, die sanft ansteigenden Dünen erklimmen, vorbei an dem Strandhotel Kurhaus, das auf der höchsten Dünenkuppe thront, majestätisch wie der Berliner Reichstag – und schon liegt er dem staunenden Besucher zu Füßen: der größte Sandkasten aller Zeiten. Allein der Anblick lässt Kinderherzen höher schlagen. Geschwind packen sie Schaufel und Eimer, sausen den Holzpfad hinunter – und los geht’s: Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, so ist dies aber auch kein Problem: Im Haus des Kurgastes gibt es einen eigenen Spielraum, wo Ihre Kleinen ungestört toben, bauen und werkeln können. Gleich nebenan lockt das Meerwassererlebnisbad mit Rutsche, Strömungskanal und Wasserfall. Hier dürfen Sie sogar umsonst hinein: Jeder Gast auf Juist hat das Anrecht auf eineinhalb Gratis-Stunden im Bad. Pustet Ihnen die Nordseebrise zu stark, sind Sie auf dem Spielplatz östlich der Tennisanlagen genau richtig: Der liegt mitten in den Dünen, ist windgeschützt und speziell auf die Bedürfnisse der ganz Kleinen zugeschnitten.

Wer einen Regentag mit größeren Kindern überbrücken möchte, kann sich im Rathaus Spiele ausleihen – und sich gleich die aktuelle Babysitterliste mitnehmen: Es könnte ja sein, dass Sie auch mal ohne den Nachwuchs losziehen möchten. Denn auch das ist möglich: Die gepflegten Backsteinhäuser im Hauptort Juist, die auf Namen wie „Friesenhof“, „Achterdiek“ oder „Dünenrose“ hören, beherbergen zahlreiche Restaurants und Bars.

Um Körper und Seele verwöhnen zu lassen, ist man etwa im Wellness-Zentrum „TöwerVital“ genau richtig aufgehoben: Während die erschöpfte Mama sich hier bei einer Algencreme-Massage, einer Cranio-Sacral Therapie oder einem Meersalz-Milchbad entspannt, könnte der Herr Papa den Nachwuchs sowie Schaufel und Fahrrad schnappen und einen Ausflug ins Loog unternehmen: Hier, in der westlich gelegenen zweiten Ortschaft neben dem Hauptdorf Juist, gibt es zum Beispiel einen Spielplatz mit überdachtem Sandkasten – damit passionierte Burgenbauer selbst bei nassem Wetter auf ihre Kosten kommen.

Und wenn Sie schon einmal im Loog sind, sollten Sie übrigens auch zum Naturdenkmal Hammersee radeln – immerhin dem größten Süßwassersee der Ostfriesischen Inseln und Heimat für jede Menge Vogelsorten wie etwa Rallen und Haubentaucher.  Außerdem gibt es im Loog das Küstenmuseum, wo Kinder und Jugendliche per Museumsquiz allerhand über die seit rund 600 Jahren besiedelte, nach einer Sturmflut lange Zeit zweigeteilte Insel erfahren können.

Für Kinder ab circa vier Jahren bietet das Juister Strandsport-Team zudem jeden Sommer ein buntes Programm mit Strandspielen, Mini-Disco, Bastelaktionen und vielem mehr. Und auch das Nationalpark-Haus lädt zu vielseitigen Freizeitaktivitäten ein, etwa Familien Wattwanderungen, naturkundlichen Radtouren, Bastelnachmittagen und Vorträgen über Flora und Fauna am Strand oder die Salzwiesen. Gelegen ist das Nationalpark Haus im alten Bahnhof – bis Anfang der achtziger Jahre tuckerte eine Inselbahn über das ellenlange, gertenschlanke Eiland.

Wer nach dutzenden Strandtagen einen Inselkoller bekommt und auf Entdeckungsreisen rund um das Eiland gehen möchte, besteigt am besten die „Wappen von Juist“: Das Ausflugsschiff steuert etwa die Nachbarinseln Borkum und Norderney sowie die Vogelinsel Memmert an, lädt zu Krabbenfang-Fahrten ein und fährt zu den Sandbänken, auf denen sich im Sommer die Kegelrobben in der Sonne aalen. Doch Achtung: Nicht zu spät zurückkehren! Denn am Nachmittag ab circa  17 Uhr – so ein ungeschriebenes Gesetz auf der Insel Juist – treffen sich  alle Kinder am Schiffchenteich auf dem Kurplatz, um ihre Schiffchen zu Wasser zu lassen, genüsslich ein Eis zu schlecken – und ihren Eltern eine kleine Auszeit zu gönnen.

Dr. Katja Iken

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