Das passende Auto für Ihre Familie

Die Qual der Wahl

So viele Automarken, so viele Modelle – wie soll man da das beste Familienauto finden? KINDER-Autor Roland Löwisch fragte Hersteller und Importeure, welches sie für das optimale Familienauto im eigenen Portfolio halten. Und warum ...

„Opel Meriva 1.4 Selection“
Opel Meriva 1.4 Selection
Opel Meriva 1.4 Selection
© OPEL

Opel schickt seinen seit 2003 gebautes Modell Meriva ins Familienrennen, das nun bereits in der zweiten Generation fährt und im Januar 2014 ein Facelift erfährt. Der kleine Van will überzeugen, zum Beispiel durch sein innovatives Türkonzept: Die hinten angeschlagenen Türen der zweiten Sitzreihe  öffnen je Seite gegenläufig und unabhängig von den Fronttüren,  und erleichtern einerseits den Ein- und Ausstieg, andererseits auch das An- und Abschnallen der Kinder. Das Türkonzept soll auch eine „Sicherheitszone“ bilden, die Eltern und Kinder beim Ein- und Aussteigen räumlich nicht trennt. Ein ausfallsicheres System soll dafür sorgen, dass die Türen ab vier Kilometer pro Stunde sicher verriegelt sind.
Das Sitzkonzept für die hinteren Plätze sorgt für Variabilität. Gerade Kinder werden es zu schätzen wissen, wenn sie hinten höher als normal sitzen und somit auch mehr sehen, was draußen passiert. 32 Ablagen nehmen den Kleinkram des Alltags auf. Der Einstieg in den Familienvan des Jahrganges 2014 kostet 15.990 Euro – das sind 700 Euro weniger als bisher. Chapeau.

Motor: Vierzylinder-Benziner
Leistung: 74 kW (100 PS)
Getriebe: Fünfgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen:  400 bis 1500 Liter
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h:  14,0 Sek.
Top-Speed: 177 km/h
Verbrauch kombiniert: 6,0 Liter
Preis: 15.990 Euro

„Peugeot 5008 1.6 Access VTi“
PEUGEOT 5008
PEUGEOT 5008
© Peugeot

Peugeot votiert für seinen soeben aufgefrischten 5008 – vor allem wegen seines modularen Innenraumkonzeptes. Das besitzt auch schon die Einstiegsversion namens „Access 120 VTi“, die mit einem 120 PS starken 1.6-Liter-Vierzylinder gibt. Für die Sicherheit sorgen insgesamt sechs Airbags, aber Familien werden besonders die serienmäßigen drei klappbaren Einzelsitze in der zweiten Sitzreihe interessieren. Die sind in Neigung und Länge verstellbar. Der Clou: Mit wenigen Handgriffen tauchen serienmäßig zwei weitere, im Kofferraum versenkte Einzelsitze auf und verschwinden auf Wunsch auch genauso schnell wieder.
Zur problemlosen Beobachtung der Brut gibt es einen serienmäßigen Zusatzspiegel über dem Rückspiegel, an allen hinteren Sitzen befinden sich Isofix-Halterungen für Kindersitze. Für Kleinkram gibt es hinten zwei Ablagefächer im Fußraum, drei Steckdosen (im Kofferraum, in Reihe 1 und Reihe 2) erleichtern die Stromversorgung von diversen Geräten. Interessant ist der Einstiegspreis: Mit 22.000 Euro gehört der kompakte Familienvan zu den günstigen Alternativen.

Motor: Vierzylinder-Benziner
Leistung: 88 kW (120 PS)
Getriebe: Fünfgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen: 579 bis 1754 Liter
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h: 12,2 Sek.
Top-Speed: 187 km/h
Verbrauch kombiniert: 6,9 Liter
Preis: 22.000 Euro

„Toyota Verso Life 1.6“
Toyota Verso Life 1.6
Toyota Verso Life 1.6
© Toyota

Toyota entscheidet sich für den Verso in der Version „Life“. Der Grund: Kinderfreundlich durch serienmäßige Klapptische für die kleinen Passagiere in der zweiten Sitzreihe, außerdem ein Geheimfach unter ihren Füßen für Spielzeug aller Art – das Fach besitzen allerdings alle Verso-Versionen. Das Platzangebot reicht für den Familienurlaub, für Eltern angenehm ist der ebenfalls serienmäßige Aufpasser-Rückspiegel. Auch ein nettes Detail: die integrierten Sonnenrollos (Aufpreis: 72 Euro), die weder übermäßige Hitze noch zu helles Licht in den Innenraum lassen und das große Sonnendach (Aufpreis: 650 Euro). Toyota-Argument: Dadurch können die Kids den Himmel beobachten, während sie langsam in den Schlaf gleiten ...
Der Basis-„Verso Life“ kostet ab 23.600 Euro (inklusive 132 PS starken Benzin-Vierzylinder, mit vielen weiteren Features wie verstärkte Tönung der hinteren Seitenscheiben, Temporegelanlage, Sitzheizung, Rückfahrkamera und sieben Airbags). Wer sieben Sitze braucht, muss mindestens 24.250 Euro ausgeben.

Motor: Vierzylinder-Benziner
Leistung: 97 kW (132 PS)
Getriebe: Sechsgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen: 484 bis 1740 Liter
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h: 11,7 Sek.
Top-Speed: 185 km/h
Verbrauch kombiniert: 6,6 Liter
Preis: 23.600 Euro

„Seat Alhambra 2.0 TDI Start & Stopp Style 4 Kids“
Seat Alhambra 2.0 TDI Start & Stopp Style 4 Kids
Seat Alhambra 2.0 TDI Start & Stopp Style 4 Kids
© SEAT

Die VW-Tochter Seat hält den Alhambra in der schon besser ausgestatteten Version Style mit dem 140 PS starken Zweiliter-TDI für perfekt. Für Eltern entwickelt wurde dazu das Paket „4Kids“: Die Paketstruktur soll einen Preisvorteil von 3.220 Euro ergeben. Das heißt: Ein Basis-Alhambra (1.4-Liter-Benziner, 150 PS) kostet 28.740 Euro, ein normaler Alhambra Style mit dem Dieselmotor und Doppelkupplungs-Automatik 35.340 Euro. Inklusive des „4Kids“-Paketes (unter anderem mit getönten Scheiben hinten, einer Rückfahrkamera, zwei integrierten Kindersitzen in der zweiten Sitzreihe links und rechts, einer Dachkonsole mit Ablageschalen am Dachhimmel, einer 230-Volt-Steckdose in der hinteren Mittelkonsole sowie mit einer Doppelklimaanlage samt getrennten Regelmöglichkeiten vorne und hinten) werden daraus 35.640 Euro.
Schiebetüren hinten links und rechts hat das Auto sowieso, gerade in engen Parklücken ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Sieben Airbags sind serienmäßig, ebenso die dreifachen Isofix-Befestigungen in der zweiten Sitzreihe. Für gestresste Eltern relevant: Die Müdigkeitserkennung – schon im Basis-Alhambra enthalten. Natürlich ist auch dieser Familienvan (gegen einen Aufpreis von 770 Euro) als Siebensitzer zu haben. Bei Bedarf lassen sich alle drei (oder fünf) hinteren Sitze im Wagenboden verstauen.

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Leistung: 103 kW (140 PS)
Getriebe: Sechsgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen:  809 bis 2430 Liter
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h: 10,9 Sek.
Top-Speed: 191 km/h
Verbrauch kombiniert: 5,7 Liter
Preis: 35.640 Euro

„Mercedes-Benz E 220 CDI T-Modell“
Mercedes-Benz E 220 CDI T-Modell
Mercedes-Benz E 220 CDI T-Modell
© Mercedes-Benz

Mercedes entscheidet sich als einziger Teilnehmer dieses Vergleichs für einen Kombi aus dem Portfolio – das T-Modell des „E 220 CDI“. Die Hauptargumente: Ein Laderaum, der bis zu 2.000 Liter fasst, große Variabilität und viel Sicherheit. Für Mercedes ist Deutschland immer noch Kombiland: Die Hälfte aller hier verkauften E-Klassen sind Kombis. In der von Mercedes vorgeschlagenen Konfiguration muss das Familienoberhaupt allerdings gut verdienen: Mit knapp 47.000 Euro liegt der Wagen im Vergleich ganz oben. Dafür ist es aber auch ein Mercedes. Und der versorgt die Hinterräder mit 170 PS, was selbst Langstrecken zum Vergnügen macht.
Mercedes empfiehlt zum Grundmodell zur Entlastung von Familienvätern am Steuer das „Fahrassistenz-Paket Plus“ (mit Lenk-, Brems-, Kreuzungs-, aktiver Totwinkel- und Spurhalteassistent). Keine Frage: Tolle Sicherheitsfeatures für Unaufmerksame, aber der Haken sind die Zusatzkosten. Denn das Paket (2.777,50 Euro Aufpreis) ist nur mit „Spiegel-Paket“ (abblendende und heranklappbare Außenspiegel, plus 545,50 Euro) und mit Siebengang-Automatik  (Aufpreis 2.558,50 Euro) zu haben. Nimmt man noch die anderen empfohlenen Accessoires wie Spurhalte – und Totwinkelassistent (892,50 Euro), Fond-Entertainment (990,60 Euro) und automatische Kindersitzerkennung im Beifahrersitz (59,20 Euro), ist man schon bei insgesamt 54323,05 Euro. Eine Klappsitzbank im Laderaum mit zwei zusätzlichen Sitzplätzen kostet noch einmal 1082,90 Euro mehr – insgesamt viel Geld für eine Familienkutsche.

Motor: Vierzylinder-Diesel, zwei Turbolader
Leistung: 125 kW (170 PS)
Getriebe: Sechsgang-Handschalter
Antrieb: Heck
Kofferraumvolumen: 695 bis 1950 Liter  
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h:  8,8 Sek.
Top-Speed: 220 km/h
Verbrauch kombiniert: 5,0 Liter
Preis: 46.499,25 Euro

„VW Touran Comfortline 2.0 TSI“
VW Touran Comfortline 2.0 TSI
VW Touran Comfortline 2.0 TSI
© VW

Schon im April 2013 feierte VW den Verkauf von insgesamt 1,5 Millionen Tourans – für die Wolfsburger Grund genug, vom „erfolgreichsten deutschen Van“ und vom „Familienauto schlechthin“ zu sprechen – besonders für Familien mit mittlerem Einkommen. Das soll bereits in der Basisversion mit 105 PS starkem Benziner und in der Comfortline-Ausstattung gelten. Die Vorzüge des kompakten Vans: Zum Beispiel drei Einzelsitze in der zweiten Sitzreihe, die sehr variabel einsetzbar sind. Unter anderem kann man aus dem mittleren Sitz einen Tisch machen. Die äußeren Sitze besitzen Isofix-Halteösen. Viele Ablagefächer nehmen Kleinkram auf, unter anderem befinden sie sich in der Dachkonsole und in allen vier Türen – da passen sogar Einliterflaschen hinein. Staufächer im Fußraum hinten sind obligat.
Weitere familienfreundliche Dinge wie Schubladen unter den Vordersitzen, Klapptische und Ablagetaschen an den Rücklehnen der Vordersitze, eine Mittelarmlehne mit zwei Luftausströmern und einem Becherhalter hinten, eine Steckdose für den Fond sowie abgedunkelte Scheiben hinten und Dachreeling sind serienmäßig. Der Touran besitzt sechs Airbags und ist gegen Aufpreis auch als Siebensitzer zu haben.

Motor: Vierzylinder-Benziner mit Turbolader
Leistung: 77 kW (105 PS)
Getriebe: Sechsgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen:  695 bis 1989 Liter  
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h:  11,9 Sek.
Top-Speed: 185 km/h
Verbrauch kombiniert: 6,4 Liter
Preis: 24.975 Euro

„Ford Tourneo Connect 1.0 Ecoboost Ambiente“
Ford Tourneo Connect 1.0 Ecoboost Ambiente
Ford Tourneo Connect 1.0 Ecoboost Ambiente
© Ford

Ford wirft den Raumriesen „Tourneo Connect“ ins Rennen – und nennt ihn „Personentransporter“. Der fasst schon in der kleinsten Version bis zu 2.410 Liter Gepäck – da kann man eine Menge Spielzeug oder Kinderwagen jeder Größe verstauen. Aber nicht nur deswegen hält Ford ihn für den optimalen Familienwagen, sondern auch, weil er als erster seines Segments soeben beim Euro NCAP-Crashtest alle fünf Sterne bekommen hat. Mit dem Dreizylinder-Ecoboost-Motor besitzt er einen hochmodernen Antrieb (diverse Innovations-Preise). Er verfügt über Schiebetüren hinten und für gemäßigte 416,50 Euro Aufpreis bietet Ford das „City-Paket“ an: Unter anderem beinhaltet es „Active City Stopp“. Das ist ein System, dessen Laser-Sensor ständig den Abstand zum Vordermann misst. Sollte der abrupt bremsen, stoppt das System den eigenen Wagen – bis zu einem Tempo von 30 Kilometer pro Stunde ist es aktiv und kann helfen, typische „Ich-dreh-mich-kurz-mal-zum-Kind-um-Kollosionen“ bis zu 15 Kilometer pro Stunde zu vermeiden.
Mit knapp 19.000 Euro gehört der „Tourneo Connect“ zu den günstigen Familienauto-Angeboten. Inklusive sind ein paar Features wie Isofix-Halterungen an den beiden äußeren hinteren Sitzen. Auf sieben Sitze umrüsten lässt er sich aber nicht – da muss man schon zum Grand Tourneo Connect greifen, den es mit dem gleichen Motor nur in der höheren Ausstattungsvariante  Trend gibt, was dann mindestens 25.355 Euro kostet. Aber irgendwas ist ja immer ...

Motor: Dreizylinder-Benziner, Turbolader
Leistung: 74 kW (100 PS)
Getriebe: Sechsgang-Handschalter
Antrieb: Front
Kofferraumvolumen: 1029 bis 2410 Liter  
Sitzplätze: 5
Sprint 0-100 km/h:  14,0 Sek.
Top-Speed: 165 km/h
Verbrauch kombiniert: 5,6 Liter
Preis:  18.880 Euro

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