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Im Land der Feen und Elfen
Die Grüne Insel

Die irische Region West Cork bietet Naturfreunden und Genussliebhabern Abwechslung und Überraschendes. Insbesondere die gast- und kinderfreundlichen Menschen machen einen Aufenthalt unvergesslich. Eine Bilderstrecke.

Dörfliches Stadtfeeling

Das Heritage Centre in Skibbereen, das für Schulkinder und deren Eltern einen Besuch wert ist, erinnert an die große Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute sind viele Häuser so bunt angemalt, dass sie in Clonakilty den Namen „Smartie-Häuser“ tragen. Frei nach dem Motto: Kein Haus soll dem anderen gleichen, und am besten haben Fensterrahmen und Türen eine andere Farbe als der Rest des Hauses.

In vielen der kleinen Städtchen kann man wunderbar durch Boutiquen bummeln und shoppen. Mama erfreut sich bei „Enibas“ (in Schull und Kinsale) an hochwertigem handgemachtem Schmuck.

Gerne erzählt Shopinhaberin Sabine aus Deutschland, die dem Laden rückwärts buchstabiert ihren Namen geliehen hat, wie sie nach Irland gekommen ist: Als Studentin habe sie beim Trampen ihren Mann Len kennengelernt, für den sie schließlich nach Irland ausgewandert sei...

Kulinarisches handgemacht

In Irland gibt es nur Fish & Chips und Fastfood? Mitnichten! Zum Frühstück frisch gebackene Scones oder Soda Bread mit gesalzener Bauernbutter, zum Mittag die Fischsuppe Chowder – die Iren wissen, was wahre Geschmackserlebniss sind. Und: Sie legen Wert auf frische, biologisch angebaute Zutaten aus der Region. In nahezu allen Dörfern West Corks findet man handgemachte Leckereien: Schokolade, Pralinen und Torten bei „Gwen’s Chocolates“ in Schull, geräucherter Fisch aus „Sally’s Woodcock Smokery“ (Castletownshend) oder geräucherter Schinken aus dem „Gubbeen Smokehouse“ (Schull) sowie Käse aus Milch von einheimischen Kühen.

Tiere zum Anfassen

Loughbeg Farm: Ryan und Josephine Purcell, die selbst zwei Kinder haben, gehört diese Streichelfarm, auf der sie auch biologischen Gemüseanbau betreiben. Familien, Kindergarten- oder Schulgruppen kommen hierher, um Ziegen, Esel, Schweine, Enten und andere Tiere zu streicheln und beim Füttern zu helfen.

Ein echtes Highlight für die Kids, die oft am nächsten Tag unbedingt wiederkommen wollen. Man sollte genug Zeit einplanen, um das 20 Hektar großen Gelände zu erkunden und die Aussicht zu genießen.

Spielen in der Natur

Überall gibt es Spielgeräte wie Schaukeln, Wippen und Rutschen, obwohl die häufig gar nicht notwendig sind. Denn die Natur mit ihren Bächen, Bäumen und Seen ist immer noch der beste Spielplatz. Dabei sind Gummistiefel häufig ein Muss, schließlich besteht Südirland zum großen Teil aus Sumpflandschaft.

Auf geheimnisvollen Pfaden

Wer findet sie als Erster? Ein Muss für kleine Entdecker West Corks ist der Feenweg „Rineen“. Insgesamt 16 Feenhäuser gibt es hier in Baumstämmen, -wurzeln und auf Hügeln am Wegesrand zu entdecken – jedes Mal zur großen Freude der kleinen Besucher.

Die Feen oder „the little people“, wie sie die Einheimischen nennen, bleiben unentdeckt – sie kommen nur nachts heraus. Mühsam in Holz geschnitzte Fenster und Türen sowie davor liegende Geschenke wie Muscheln, Ketten, Blumen und Steine zeugen von dem tiefen Glauben der Iren an ihre Mythologie mit Feen und Elfen.

Welches Kind will da nicht auch ein kleines Geschenk hinterlegen, um die Feen positiv zu stimmen?!

Erlebbare Kunst

Himmlisch: Der „Irish Sky Garden“ inmitten einer großen Parkanlage in Skibbereen, entwickelt vom amerikanischen Künstler James Turrell. Der „Sky Garden“ wird liebevoll auch als „Krater“ bezeichnet. Man sollte ihn möglichst einzeln oder zu zweit betreten. So können auch Kinder die beeindruckende Stille der Natur um sich herum genießen.

In der Mitte des Kraters befinden sich zwei Steinpritschen, auf die man sich legt – den Kopf nach unten, die Füße nach oben. Von dort aus sieht man nichts als den Himmel. Verlässt man später den Krater durch den Tunnel, durch den man ihn betreten hat, soll man sich gereinigt und wie neugeboren fühlen.

Nachts wird der Gang blau beleuchtet. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Von der Insel auf die Insel

Mit einer kleinen Fähre geht es in zehn Minuten vom Fischerdorf Baltimore nach Sherkin Island. Auf dieser überschaubaren Insel mit Sandstränden, ursprünglicher Natur und einem alten Kloster bevorzugen die Menschen einen beeindruckend entspannten Lebensstil.

Im Pub beim Mittagessen mit Suppe und Sandwiches kann es durchaus passieren, dass einheimische Musiker mit diversen Instrumenten auftauchen und das ein oder andere Ständchen zum Besten geben: Oft handeln die Songs von der Region, der Insel und einer verflossenen Liebe. Auch dem Nachwuchs macht es Spaß, im Rhythmus in die Hände zu klatschen oder mit den Füßen aufzustampfen.

Kneipe für Kids

Noch mehr Musik gibt es abends bei einem Ausflug in einen der rauchfreien Pubs. Beim „Set dance“ (aus den USA als „Square dance“ bekannt) lernen schon die Kleinen erste Tanzschritte in der Gruppe. Sie sind auf der Tanzfläche gern gesehene Gäste.

Die Pubs der Region wechseln sich mit den Set dance-Veranstaltungen ab, sodass es an jedem Tag der Woche möglich ist, irgendwo zu tanzen. Unter den einheimischen Kindern gibt es schon früh professionelle Wettkämpfe im Singen, Tanzen und Musizieren.

Hoch hinaus

Der Weg über Felsen, Kliffs und Schluchten zum „Mizen Head“ – einer Signalstation mit unerwartet kleinem Leuchtturm – ist von März bis Oktober täglich, sonst nur an den Wochenenden geöffnet. Die schroffe Landschaft, deren groteske Steinformationen ins offene Meer hinausragen, muss man gesehen haben. Mit etwas Glück erblickt man von der Brücke aus Seehundbabys, die sich auf dem Stein sonnen und darauf warten, dass ihre Eltern vom Fischen zurückkehren. Für den fußfaulen Nachwuchs ist das auf jeden Fall ein Antrieb. Zwischen April und November sieht man hier mitunter auch Wale.

Paddeln, treten oder treiben lassen

In der sumpfigen Landschaft West Corks findet man immer wieder wunderschöne Seen mit klarem, sauberem Wasser. Was liegt da näher als im wahrsten Sinne des Wortes „in See zu stechen“ und beim Paddeln oder Tretbootfahren die Seele baumeln zu lassen? Alternativ gibt es mancherorts Boote mit ruhigem Elektromotor, um die Tiere, die in und um den See leben, nicht zu stören.
 

Elfenspuren

Eine gefühlte Elfenbegegnung können Groß und Klein in Castletownshend erleben: Im Drishane House, in dem die Schriftstellerinnen Edith und Jane Somerville lebten, trifft man noch heute ihre Nachfahren.

Gerne präsentiert Hausherr Tom einen winzigen Elfenschuh aus Leder – verwahrt in einer kleinen Schachtel – samt dazugehöriger Geschichte.

Vor vielen Jahren lief ein Mann durch den Wald, um den Doktor zu seiner kranken Frau zu holen und fand diesen offensichtlich getragenen Elfenschuh. Als Dank, dass er seine Frau heilte und aus Furcht vor der Macht der Elfen, schenkte er den Schuh dem Arzt. Über Generationen gelangte der Schuh in den Besitz der Familie Somerville. Jeder Besucher darf ihn in die Hand nehmen und sich dabei etwas wünschen.

Reisetipps

Anreise
Direktflug von München nach Cork oder von diversen deutschen Städten nach Dublin, dann etwa zwei Stunden mit dem Mietwagen oder vier Stunden mit dem Bus.

Unterkunft
Low Budget: „Garnish House“ in Cork City – von hier aus lassen sich Ausflüge in die Umgebung unternehmen. Bed & Breakfast im Familienzimmer oder Selbstversorgung: www.garnish.ie
Gehoben: „The Glen“ in Kilbrittain mit einer „Family Unit“ und großem Garten vorm Haus. Etwa 45 Minuten vom Flughafen Cork entfernt, nicht weit vom Meer.
Exklusiv: „Liss Ard Country Estate“ in Skibbereen – ein renoviertes Herrenhaus inmitten eines acht Hektar großen Parks mit Wäldern und See (Lough Abisdealy). Die Gartenanlage fungiert gleichzeitig als Naherholungsgebiet, hier befindet sich auch der „Irish Sky Garden“: www.lissardestate.com

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