Familienvans im Vergleich Der passende Großraum-Van für die Familie

Wer mit Kindern im Auto verreist, braucht vor allem eins: viel Platz. Den bieten die aktuellen Großraum- oder Familien-Vans. Ein Redaktionstest von wireltern.de-Autor Roland Löwisch.

 

Großraum-Vans sind nicht jedermanns Sache. Meisten mehr als fünf Meter lang, auch ohne Spiegel fast zwei Meter breit (und mit Außenspiegeln somit eigentlich nicht legal auf der linken Fahrspur in Autobahnbaustellen), recht große Wendekreise und mit mindestens zwei Tonnen Gewicht wahre Brocken sind sie nicht so einfach zu fahren wie SUV oder Pkw. Dagegen stehen aber die handfesten Vorteile: viele Sitze, meistens Schiebetüren und fast immer sehr variable Gepäckräume.

Zumindest jeder Massenhersteller hat so einen „Kleinbus“ im Programm. Wir haben uns auf die Diesel-Einstiegsmodelle der vier großen deutschen Autobauer Mercedes, VW, Opel und Ford sowie auf zwei Alternativen aus Frankreich (Peugeot) und Italien (Lancia) konzentriert. Aber seien Sie sich sicher: Billig ist keiner der sechs Raum-Riesen – und nur zwei sind für weniger als 30.000 Euro zu haben.

 

Der Klassenprimus

Mercedes V200 CDI

Mercedes V200 CDI

Der Viano ist tot, es lebe die V-Klasse: Mercedes ist beim brandneuen Nachfolger wieder zum alten Namen zurückgekehrt. Optisch sieht der V nun nicht mehr so aus wie ein typischer Lieferwagen – angenehm. Die Basis des 5,14 Meter langen Dickschiffes heißt V200 CDI. Er ist mit einem sparsamen 2,2-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor bestückt, der 136 PS leistet und damit ein Top-Tempo von immerhin 183 km/h schafft. Drei Leistungsvarianten des gleichen Motors stehen zur Wahl, die stärkste mit 190 PS ist der V250 BlueTec. Der Preis beginnt mit dem V200 CDI bei teuren 42.899,50 Euro.

Serienmäßig gibt es dafür sechs Sitze (in drei Sitzreihen je zwei Einzelsitze). Immerhin sind die hinteren alle mit Isofix-Verankerungen ausgestattet. Wer zwei weitere Plätze für einen Achtsitzer benötigt, muss zu zwei Dreier-Sitzbänken greifen, was pro Stück 497,42 Aufpreis kostet. Allerdings sind alle Sitze schnell auszubauen dank cleverem Schienensystem mit Schnellverriegelung.

Als einziger der sechs hier beschriebenen Modelle verkauft Mercedes seinen Basis-Großraum-Van (Kofferraumvolumen: 1.030 Liter) ohne Schiebetüren. Die kosten noch einmal 880,60 Euro Aufpreis – pro Stück.

Mercedes V200 CDI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 2.143 ccm
  • Leistung: 100 kW (136 PS)
  • Max. Drehmoment: 330 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 5.140/1.928/1.880 mm
  • Gewicht: 2.075 Kilo
  • Radstand: 3.200 mm
  • Wendekreis: 11,8 Meter
  • Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h.
  • Verbrauch kombiniert: 6,1 Liter
  • CO2-Ausstoß: 159 g/km
  • Preis: 42.899,50 Euro

 

Der Bewährte

VW Multivan Startline 2.0 TDI

VW Multivan Startline 2.0 TDI

Wer sich bei Großraum-Vans umsieht, kommt am berühmten VW Bulli nicht vorbei – heute heißt er vornehm „Multivan“. Ausgereift ist er, gerne gesehen, sehr variabel und in nahezu unendlich vielen Varianten zu haben – mit Diesel- und Benzinmotor, als Handschalter oder mit Doppelkupplungs-Automatik, als Fronttriebler oder Allradler, mit langem oder kurzem Radstand etc.

Den Einstieg in den Familien-Bus bildet der Startline 2.0 TDI mit 84 PS. Das reicht für 146 km/h Spitze, was Kids nicht gerade aus den Sitzen reißt. Fünf Sitzplätze sind Serie, die hintere Dreiersitzbank mit zwei Isofix-Punkten ist verschiebbar. Optional kann man Einzelsitze statt der Bank ordern.

Eine Schiebetür mit Kindersicherung auf der rechten Seite wird grundsätzlich mitgeliefert. Nettes Detail: Ein Tisch darin, den man auch draußen benutzen kann. Wer auch auf der anderen Seite den Luxus einer Schiebetür haben möchte, zahlt 630,70 Euro extra. Und wer noch einen drauflegen will, gönnt sich automatische Schiebetüren für 1.255,45 Euro. Da muss man die Frage stellen, warum VW für die Kindersicherung von Türen und Klappen noch 24,99 Euro extra nimmt.

VW Multivan Startline 2.0 TDI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 1968 ccm
  • Leistung: 62 kW (84  PS)
  • Max. Drehmoment: 220 Nm
  • Getriebe: Fünfgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.892/1.904/1.990 mm
  • Gewicht: 2.045 Kilo (inkl. Fahrer)
  • Radstand: 3.000 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 146 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 7,3 Liter
  • CO2-Ausstoß: 193 g/km
  • Preis: 31.945,55 Euro

 

Der Günstige

Opel Vivaro Combi 1.6 CDTi

Opel Vivaro Combi 1.6 CDTI

Die Qual der Wahl in Sachen Motor fällt beim großen Van des deutschen General-Motors-Statthalters nicht so schwer: Opel bietet nur einen Dieselmotor für seinen Mini-Bus an, den dafür in vier Leistungsvarianten von 90 bis 140 PS. Auch die Abmessungen sind übersichtlich: Mit 4.998 Millimeter keine fünf Meter lang (und das trotz eines Radstandes von mehr als drei Metern), und das Gewicht bleibt mit 1.665 Kilo weit unter den zwei Tonnen oder mehr der Konkurrenz.

Der sparsame 90-PS-Diesel reicht, das Auto auf 153 km/h zu beschleunigen, dafür wird sogar ein Sechsganggetriebe spendiert. Der Wendekreis ist mit 11,8 Meter nicht klein, aber gerade noch akzeptabel. Der Preis dagegen ist Opel-typisch niedrig und erfreulich: Mit serienmäßig acht Sitzen (vorne zwei, danach zwei herausnehmbare Sitzbänke mit je drei Plätzen) und einer Schiebetür bezahlt der Kunde 25.485 Euro. Die äußeren Sitzplätze besitzen Isofix-Verankerungen, was die Mitnahme von vier Isofix-Kindersitzen ermöglicht.

Das Heck wird durch zwei Flügeltüren verriegelt, die Klappe nach oben kostet Aufpreis. Ebenso eine zweite Schiebetür (559,30 Euro), und wenn die auch noch ein Schiebefenster beinhalten soll, sind es bereits 725,90 Euro. Wem das alles nicht reicht, besorgt sich noch eine Doppelsitz-Beifahrerbank für 202,30 Euro und macht einen Neunsitzer aus seinem Vivaro.

Opel Vivaro Combi 1.6 CDTI

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 1.598 ccm
  • Leistung: 66 kW (90 PS)
  • Max. Drehmoment: 260 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.998/1.956/1.971 mm
  • Gewicht: 1.665 Kilo
  • Radstand: 3.098 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 153 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 6,6 Liter
  • CO2-Ausstoß: 174 g/km
  • Preis: 25.485,00 Euro

 

Der Kompakte

Peugeot Expert Tepee, Access

Peugeot Expert Tepee Access 2.0 HDi FAP

Auch die Franzosen reisen gerne gesellig und brauchen dementsprechende Autos. Peugeot bietet mit dem Expert Tepee einen an, der mit fünf bis neun Sitzen zu ordern ist. Alle Sitze in der Mitte und hinten sind bei Bedarf schnell ausgebaut, dazu leicht um- oder nach vorne klappbar. Neun Plätze sind möglich, weil eine Doppelbeifahrersitzbank bestellbar ist (Aufpreis: 180 Euro). Isofix-Verankerungen gibt es an der äußeren Sitzen der mittleren Sitzreihe.

Eine Schiebetür auf der rechten Seite gehört zum Basismodell „Access“ – wer eine zweite auf der anderen Seite wünscht, muss 440 Euro extra zahlen. Sie ist verglast. Apropos Glas: Das Auto glänzt mit einer Glasfläche von sechs Quadratmetern, was einen sehr hellen Innenraum verspricht.

Mit einer Länge von nur 4,8 Metern ist der Peugeot auch durchaus city-tauglich. Als Antrieb bieten die Franzosen nur einen Motor in drei Leistungsstufen an: Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel leistet in der schwächsten Form 97 PS, was für ein Top-Tempo von 155 km/h reicht. Wer übrigens typisch französisches Schwebegefühl haben will, muss die Luftfederung mit 1.050 Euro extra bezahlen oder zu einer der höheren Ausstattungen „Active“ oder „Allure“ greifen. Dort ist sie serienmäßig eingebaut.

Peugeot Expert Tepee Access 2.0 HDi FAP

  • Motor: Vierzylinder-Diesel-Direkteinspritzer
  • Hubraum: 1.997 ccm
  • Leistung: 72 kW (97 PS)
  • Max. Drehmoment: 260 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.805/1.942/1.895 mm
  • Gewicht: 2.013 Kilo
  • Radstand: 3.000 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 6,4 Liter
  • CO2-Ausstoß: 169 g/km
  • Preis: 28.020,00 Euro

 

Der Große

Ford Tourneo Custom

Ford Tourneo Custom Trend 2.2 TDCI

Wer noch mehr als viel Platz braucht, sollte sich den Ford Tourneo Custom ansehen. Obwohl er „nur“ knapp fünf Meter lang ist, wird er serienmäßig auch schon in der Basisausstattung „Trend“ mit acht Sitzen ausgeliefert – neun sind dank optionaler Doppelbeifahrersitzbank möglich. Dazu kommt ein Kofferraum mit einem Volumen von mindestens 1.447 Litern, das sich auf gigantische 6.336 Liter ausbauen lässt. Die Platzverhältnisse sind möglich wegen des mächtigen Radstandes von 3,3 Metern. Weiterer Pluspunkt: ein Wendekreis von nur 10,9 Metern.

Das sind aber nicht die einzigen Vorteile: Schon die Basisvariante besitzt zwei Schiebetüren, Isofix-Verankerungen sind eingebaut am linken und mittleren Sitz der zweiten Sitzreihe sowie am mittleren Sitz in der dritten Reihe. Die hinteren Sitzreihen bestehen jeweils aus einem Einzelsitz und einer Doppelsitzbank.

Mit seinem 2,2-Liter-Turbodiesel ist der Tourneo ausreichend motorisiert. Der Einstieg beginnt bei 100 PS. Die machen den Mini-Bus zwar nicht wirklich dynamisch, aber 147 km/h auf der Autobahn sind immerhin drin. Trotz eines Gewichts von 2,2 Tonnen gibt Ford einen kombinierten Verbrauch von nur 6,5 Litern Diesel an. Der Preis: mindestens 38.258,50 Euro – viel Geld für viel Auto.

Ford Tourneo Custom

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 2.198 ccm
  • Leistung: 74 kW (100 PS)
  • Max. Drehmoment: 310 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Handschalter
  • Länge/Breite/Höhe: 4.972/1.986/1.984 mm
  • Gewicht: 2.195 Kilo (inkl. Fahrer)
  • Radstand: 3.300
  • Höchstgeschwindigkeit: 147 km/h
  • Verbrauch kombiniert: 6,5 Liter
  • CO2-Ausstoß: 172 g/km
  • Preis: 38.258,50 Euro

 

Der Exot

Lancia Voyager 2.8 MultiJet 16v Diesel

Lancia Voyager 2.8 Multijet 16V Diesel Silver

Der Lancia Voyager ist ein echter Exot – und damit nur etwas für Individualisten. Denn erstens darbt die Marke seit Langem unter anderem aufgrund von Missachtung der Konzernmutter Fiat, zweitens steckt eigentlich ein Chrysler Voyager hinter dem Lancia-Logo, drittens beginnt die Basis mit einem 178 PS starken Turbodiesel und viertens ist der Großraum-Van als einziger der hier vorgestellten auch mit einem V6-Benziner zu haben, der  satte 238 PS leistet – und exakt so viel kostet wie der Diesel.

Aber bleiben wir beim Selbstzünder: Schon in der Grundausstattung „Silver“ hat der Wagen eine Menge Features, die woanders extra geordert werden müssen. Dazu gehören Sechsstufenautomatik, zwei Schiebetüren, Dreizonen-Klimaautomatik, sieben Sitze (wobei sich alle bis auf die ganz vorne voll im Wagenboden versenken lassen), Cruise Control und so weiter.

Nachteile muss man allerdings auch in Kauf nehmen: Man kutschiert eine mehr als 5,2 Meter lange Karosse, muss sich mit einem Wendekreis von 12,1 Metern abmühen und der Kraftstoffverbrauch ist auch nicht gering. Dazu sollte man mindestens 38.490 Euro übrig haben. Wie gesagt: etwas für Individualisten.

Lancia Voyager 2.8 Multijet 16V Diesel

  • Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
  • Hubraum: 2.776 ccm
  • Leistung: 131 kW (178 PS)
  • Max. Drehmoment: 360 Nm
  • Getriebe: Sechsgang-Automatik
  • Länge/Breite/Höhe: 5.218/1.998/1.750 mm
  • Gewicht: 2.091 Kilo
  • Radstand: 3.078 mm
  • Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
  • Verbrauch: 7,9 Liter
  • CO2-Ausstoß: 207 g/km
  • Preis: 38.490,00 Euro

 

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