"Papa, warum ist es am Atlantik so warm?"

Mit dem Reisemobil an der Algarve Sonne tanken

Am Strand herumtoben, Fische grillen und Delphine gucken – die Südküste Portugals ist ein Eldorado für Gute-Laune-Touren. Der größte Spaßfaktor ist dabei das fahrbare Ferienhaus.

Von oben, aus dem Alkoven, kommen Jubelrufe: „Juhuu, Papa, lass uns wieder mit dem Boot rüberfahren!“ Jule und Tobi freuen sich wie Bolle darüber, dass wir gleich am Parkplatz halten, und dann vom Wohnmobil in ein schaukeliges Motorboot umsteigen. Um überzusetzen zur schmalen Halbinsel mit unserem Lieblingsstrand.
Ich bin ein wenig enttäuscht. Hatte ich doch dieses geräumige, fahrbare Wohnzimmer gemietet, um besonders bei unseren Rackern zu punkten. Doch jetzt lockt der Strand und das tuckernde Schlauchboot bringt uns vom kleinen Hafen über die Fahrrinne an den Atlantik.

Kurvenreiche Touren bis zu den idyllische Häfen, dann gehts ans Meer
© Thinkstock

Hier, an der Algarve – nahe zur spanischen Grenze – hat die Natur viele Badeplätze fernab jeglicher großer Städte geschaffen. Entlang der langen Küste schmiegen sich die schmalen Strandinseln an das portugiesische Festland. Und wir steuern mit unserem Urlaubsgefährt, je nach Wolkenlage, die sonnigsten Plätze an. Abends locken lauschige Standplätze auf Campingplätzen oder auch mal ein Parkplatz direkt am Meer. So haben unsere fünfjährige Tochter und ihr kleinerer Bruder noch nie zu Abend gegessen. Ungewohnt ruhig sitzen sie an der Hafenmole in den Klappstühlen vor unserem Mobil und bewundern die glutrot am Horizont versinkende Sonne. Die von mir gegrillten Sardinen sind ihre Sache nicht, dafür aber begeistern sie sich für die Fischpasteten – und auch Oliven probieren sie mal.  Hinterher gibt‘s Wassermelone satt zum Durstlöschen.
Das Schwimmen und Herumspringen in den Atlantikwellen hat sie müde gemacht. Lange werden sie nicht mehr bei uns draußen sitzen, und dann klettern sie in ihr „Kuschelbett” über der Fahrerkabine.
Nicht nur die Minis an Bord sind überrascht, wie warm Wasser und Luft selbst im frühen Herbst an der Südküste Portugals noch sind. Mit angenehmen 27 Grad umfächelt uns der Wind, selbst jetzt noch am Abend. Allerdings lieben auch die Mücken diese Temperaturen – der Insekten-Baldachin über unseren Betten ist ein Segen. Die sonstigen heimischen Tiere sind dagegen eine echte Attraktion – gerade für die Kleinen. Mit einem Schlauchboot tuckern wir einen Tag für einen bezahlbaren Familienpreis hinaus zu Delphinschwärmen. Mit dem Mobil kurven wir danach in das 18.000 Hektar große Tier- und Naturreservat „Ria Formosa“ hinein. Flamingos, Störche und Reiher flanieren vor uns herum, wir liegen entspannt auf den Sitzsofas. Urlaub im Reisemobil ist „einfach cool”, wie unser Filius nach zwei Wochen Rumfahren begeistert herausposaunt. Recht hat er. Es macht wahnsinnig Spaß, mit allen auf so engem Raum Ferien zu verbringen. Schlafen, essen, spielen, kochen, abwaschen und duschen – obwohl wir so dicht aufeinanderhocken, klappt alles problemlos. Das Beste: Wo es uns gefällt, parken wir einfach. Wenn es uns gelüstet, biegen wir ab. So entdecken wir einen wunderschönen Landstrich. Und nebenbei uns als Familie auf ganz besondere Art.

Mobil vor Ort mieten
© Carado

Eine Fahrt mit dem Reisemobil bis ans Ende Europas ist nicht nur mit Kindern strapaziös. Deshalb empfiehlt sich der Flug bis nach Faro, dem touristischen Dreh- und Angelpunkt Portugals. Alternative: Malaga in Südspanien, von dort ist man in zwei Stunden an der Algarve. Am Flughafen steigt die Familie beim Vermieter (z. B. www.spaniencamper.com) in Fahrzeuge wie den Carrado A 361 (s. o.) um. Diese Fahrzeuge sind besonders familienfreundlich vom Grundriß her mit sechs Schlafplätzen aufgeteilt: mit Alkoven-Betten oder Etagenbett im Heck, komplett eingerichteter Küche (Kühlschrank, Drei-Flammenkocher). Preise ab 128 Euro/Tag (Sparsaison). In Portugal wird „Wildcampen” toleriert, dass heißt es kann auch am Meer über Nacht geparkt werden.

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