Insel des ewigen Frühlings Familienurlaub auf Teneriffa

Nicht zu kalt und nicht zu heiß. Für Familien mit Kindern hat die Sonnen-Insel Teneriffa zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten. Autorin Marie Johannson fühlte sich mit ihrem Nachwuchs zwischen Pools und Gebirge pudelwohl.

 

Wir wollten mal wieder die Sonne sehen. Und zwar verlässlich – auch außerhalb der Hochsaison. Auf den Kanaren ist darauf Verlass. Die spanische Inselgruppe stand deshalb außerhalb der Hochsaison ganz oben auf unserer Wunschliste. Denn dort – nahe am afrikanischen Kontinent – ist der Frühling fast Dauergast. Im Winter bleibt es warm und sonnig. Im Sommer, wenn wir sonst unter brütender Hitze ächzen, weht ein kühler Wind. Die Temperaturen schwanken von Januar bis Dezember nur wenig und die Möglichkeiten sind vielfältig. Als meine Mutter unverhofft mit einer Einladung winkte, waren wir sofort Feuer und Flamme: Eine Woche Teneriffa. Im März, wenn in Hamburg Ski-Ferien sind. „Mit Sonnen-Garantie“, versprach sie. Unsere Kinder hingen ihrer „liiiiebsten Omi von allen“ schon am Hals. 

 

Der Pico del Teide begrüßt uns freundlich 

Die Flugstunden vergehen im Nu. Plötzlich ragt am Horizont mitten aus dem Meer ein mächtiger Gipfel auf. Der Vulkan Pico del Teide, der mit 3.718 Metern höchste Berg Spaniens, begrüßt uns majestätisch mit einem Kragen aus Wolken. Nach der Landung noch 20 Minuten Taxifahrt und wir sind endgültig angekommen. Unser Hotel liegt an der langen Promenade der Costa Adeje direkt am Sandstrand. Wahlweise stehen auch drei Pools mit Meerblick zur Verfügung. „Für jedes Kind ein eigener“, bestimmt unser Sohn und zeigt auf den größten: „Der da ist meiner.“ Ich nehme lachend den erstbesten Liegestuhl ins Visier: „Und der da gehört jetzt mir.“ Urlaub

 

„Die Sonne hat einen Ventilator eingebaut“

Während es in Deutschland munter vor sich hin nieselt, was ich schadenfroh mit einem Anruf bei meinem daheim gebliebenen Schatz geklärt habe, scheint hier im Süden Teneriffas die Sonne – laut den Einheimischen sage und schreibe 360 Tage im Jahr. Aber was noch wichtiger ist: „Die Sonne hat einen Ventilator eingebaut“, erklärt unsere Tochter das Phänomen. Denn statt brütender Hitze weht immer eine frische Brise auf der größten Insel der Kanaren. Und die macht den gesamten Aufenthalt so angenehm. Hier, nur 300 Kilometer westlich des afrikanischen Kontinents, steigen die Temperaturen selten über 27 Grad und sinken im Winter ebenso selten unter 20 Grad. Perfekt! Denn so bleibt uns genug Energie für spannende Ausflüge. Der erste führt uns gleich hoch hinauf. Doch erst das obligatorische Genöle: „Können wir nicht im Hotel bleiben und schwimmen?“, fragt unsere Jüngste, die keine Lust auf einen „blöden, langweiligen Berg“ hat. 

Aber das ist der Teide doch auch gar nicht! Der imposante Brocken erhebt sich nämlich aus einem riesigen vulkanischen Einsturzkessel mit 17 Kilometer Durchmesser. Noch 1909 gab es an seinem Nordhang einen Ausbruch. Und die Tatsache, dass es noch gar nicht sooo lange her ist, hat den Effekt einer richtig guten Gruselgeschichte. Und so sind die Kinder nun schwer beeindruckt. Auch, weil etwas fehlt: Jede Art von Lärm. Wie ungewohnt still es hier ist. Wir fünf Großstädter haben so eine Ruhe noch nie erlebt. Rund um uns sieht es aus, wie ich mir die Mondlandschaft vorstelle. Erstarrte Lava, Geröll und darauf bestenfalls trockenes Gestrüpp.

Nach einer angemessenen zweitägigen Strand- und Liegestuhlpause brechen wir auf zum nächsten Ausflug. Der geht nach Puerto de la Cruz. Anders als in den Urlauberzentren im Süden ist hier im ältesten Touristenort jede Menge spanisches Flair. Wir bummeln über schöne Plätze, in Kirchen und durch die gemütliche Fußgängerzone Calle Quintana. Bis unsere Jüngste energisch sagt: „Mir ist langweilig.“ Und ihr Bruder fordert endlich „Äktschn“. Bitte sehr! 

 

Diese Aras und viele andere Papageienarten sind im "Loro Parque" zu Hause.

Im "Loro Parque" gibt`s auch Tiger und Gorillas

Auf in die Bimmelbahn, die uns aus der Stadt in 20 Minuten gratis in den Freizeitpark „Loro Parque“ (Papageien-Park) bringt. Hier tummeln sich auf 14 Hektar jede Menge exotische Tiere. Zwar ist der Eintritt deftig, aber dafür bietet die gelungenen Mischung aus Zoo und Freizeitpark Superlative en masse: Der „Loro Parque“ ist der größte Papageienpark der Welt (350 Arten), hat das größte Pinguinarium mit dem größten künstlichen Eisberg der Welt sowie das meist besuchte Delphinarium Europas. Da könnte man den ganzen Tag staunen. Aber: Wir haben noch etwas vor. 

 

Preiswertes Familienessen in Gasthöfen an der Straße

Wie bei jedem Ausflug essen wir auf der Rückfahrt in einem der vielen Landgasthöfe und Lokale, die es an den Straßen gibt. Es ist preiswert (dann sind auch Eintrittspreise schnell wieder eingespart) und lecker. Unsere Familientipps: der „potaje canario“, eine deftige Gemüsesuppe wahlweise mit der spanischen „chorizo“, einer pikanten Paprikawurst. Oder „papas arrugadas con mojo“, die „verschrumpelten Kartoffeln“ mit einer scharfen Soße. Doch zurück zu den optischen Leckerbissen: 

Was es auf Teneriffa noch zu sehen gibt? Viel zu viel für unsere Woche. Die Meerwasserschwimmbäder Lago Martianez müssen leider ebenso auf der Strecke bleiben wie eine Wanderung im Anaga-Gebirge, das Shoppen in den schicken Boutiquen der Hauptstadt Santa Cruz und Wale-Beobachten im Atlantik. Das machen wir beim nächsten Mal.

 

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