Auf Touren kommen

Wandern mit Kindern: 9 Tipps

Das Wandern ist des Müllers Lust – und des Kindes Frust. Es sei denn, Eltern gehen es richtig an. Neun Tipps, wie die Bergtour für alle zum Hochgenuss wird.

1. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund.

Gipfelsturm und Streckenrekorde sind Kindern schnuppe. Sie wollen was erleben: auf den Spuren magischer Zauberer wandeln, Tiere beobachten und mit nackten Füßen durch einen Gebirgsbach staksen. Das sollten Eltern bei der Tourenplanung und unterwegs beherzigen. Tipp: Highlights einplanen. Das kann ein kleiner Spielplatz sein, eine Hütte, wo’s leckeres Eis gibt, oder eine selbst gestaltete Urkunde für den „Besten Bergdetektiv der Welt“. 

2. Die Kinder einbeziehen.

Um einen Eindruck zu bekommen, wie sich der Nachwuchs den Familienausflug in die Berge vorstellt und was er sich wünscht, lässt man ihn idealerweise von Anfang an an der Planung teilhaben. Die Eltern machen sich anschließend daran, die Ideen in eine spannende und machbare Tour umzusetzen. 

3. Die Gehzeiten dem Alter anpassen.

Sobald die Kleinen sitzen können, kann man sie in einem Tragesystem, bestenfalls in einer speziellen Kraxe, mitnehmen. Die Tour sollte nicht länger als drei Stunden dauern. Kindergartenkinder schaffen eine Gehzeit von drei bis vier Stunden; Schulkinder bewältigen je nach Motivation Tagestouren. Der Deutsche Alpenverein empfiehlt als Faustregel: Normalgehzeit für Erwachsene x 1,5  = ungefähre Gehzeit mit Kindern.

4. Pausen einlegen.

Regelmäßige Pausen sind Pflicht, damit sich die Kids erholen, stärken und austoben können. Das erhöht auch die Motivation weiterzuwandern. 

5. Vorsicht in großen Höhen.

Mit zunehmender Höhe wird die Luft sprichwörtlich dünner: Der Luftdruck sinkt ab, der Körper bekommt weniger Sauerstoff. Infolgedessen kann bereits ab 2.500 Metern die Höhenkrankheit auftreten, die im schlimmsten Fall ein lebensbedrohliches Hirn- oder Lungenödem zur Folge hat. Bei Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und/ oder Erbrechen unbedingt absteigen! 

6. Ein eigener Wanderrucksack und gutes Schuhwerk.

Ein eigener Wanderrucksack ist der ganze Stolz kleiner Bergfexe. Um ein altersgerechtes, gut sitzendes und optisch ansprechendes Modell zu finden, ist der Besuch im Fachgeschäft empfehlenswert. Klar, dass der Nachwuchs zum Probetragen mitkommt. Bei der Gelegenheit kann er dann auch gleich Wanderschuhe anprobieren. Für die Wanderung selbst gilt: den Rucksack nicht zu schwer beladen. 

7. Richtig anziehen.

Outdoor-Bekleidung ist wegen ihrer funktionalen Eigenschaften die beste Wahl, hat aber ihren Preis. Für den Anfang sollte man in gute Wanderschuhe, -socken, eine Regenjacke und das eine oder andere Funktionsshirt investieren. Das Anziehen selbst ist Schichtarbeit: Funktionsunterwäsche bildet die Basisschicht, die zweite Schicht dient der Isolation, die äußerste schützt vor Regen, Schnee und Wind. Teleskopstöcke unterstützen das Gehen und erleichtern das Tragen von Rucksack und Kraxe. 

8. Die Notfall-Apotheke dabei und das Wetter im Blick haben.

Unbedingt in den Rucksack gehören Regenkleidung, Sonnenschutz (Sonnencreme, Sonnenbrille, Hut, Lippenpflege), Notfall-Apotheke, Taschenmesser und Wanderkarte. Sinnvoll sind außerdem Wechselshirt und -socken. Wenngleich das Wandern bei Kaiserwetter mehr Spaß macht: Auch eine Bergtour im Regen hat ihren Reiz. Vorsicht geboten ist bei Gewitter und Schnee. In Sachen Wetter also auf jeden Fall up to date sein. 

9. Proviant mitnehmen.

Auf einer Bergtour benötigen Kinder die doppelte Menge an Flüssigkeit – für eine dreistündige Wanderung etwa einen Liter, am besten Wasser, Saftschorle oder ungesüßten Tee. Belegte Brote, Müsliriegel, Gemüsesticks und Nüsse sorgen für neue Energie. 

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