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Hut, Creme & Co.
Gut geschützt in die Sonne

Schützt wasserfeste Sonnencreme tatsächlich beim Baden? Welcher Lichtschutzfaktor ist die beste Wahl? Und wie sicher ist der Nachwuchs unter dem Schirm? Die wichtigsten Antworten rund um den perfekten Sonnenschutz.

 

Man sieht sie nicht und man spürt sie nicht: UV-Strahlung. Zwar kommt sie immer in Begleitung von wärmenden Sonnenstrahlen und kurbelt im Körper die Vitamin-D-Produktion an – aber sie kann gerade auf empfindlicher Kinderhaut jede Menge Schaden anrichten. „Sonnenbrände in den ersten Lebensjahren offenbaren später mitunter gravierende Folgen. Denn die Haut vergisst nichts!“, warnt der Dermatologe Dr. Thomas Dirschka. Studien zeigen, dass Sonnenbrände in der Kindheit das Risiko erhöhen, später an Hautkrebs zu erkranken. Doch selbst wenn die Sprösslinge den ganzen Tag unter dem Schirm sitzen: Sicher vor den schädlichen UV-Strahlen sind sie selbst dort nicht. Bis zu 85 Prozent der Strahlung kommen auch im Schatten an – reflektiert durch Gebäude, Sand oder Wasser.

 

Viel hilft viel?

Daher gehört beim Familienausflug auf jeden Fall eine gute Sonnencreme ins Gepäck. Dabei müssen Mama oder Papa nicht zwingend zur Sonnenmilch mit dem höchsten Schutzgrad greifen. Lichtschutzfaktor 50+ ist bei besonders hellhäutigen und damit sehr sonnenempfindlichen Kindern zwar die richtige Wahl. Ansonsten bieten auch Produkte mit Faktor 30 ausreichenden Schutz. Für Babys und Kleinkinder, deren Haut noch sehr empfindlich ist, empfiehlt Thomas Dirschka sogenannte physikalische Lichtschutzpräparate. „Sie enthalten winzige Filterpigmente, die das Sonnenlicht wie kleine Spiegel reflektieren“, erklärt der Dermatologe. „Außerdem sind sie besonders gut verträglich. Sie dringen nicht so tief in die Haut ein und wirken besonders schnell.“ Ab dem Vorschulalter ist dann eine chemisch wirkende Sonnencreme in Ordnung. Sie sollte aber speziell für Kinderhaut geeignet sein. Denn auch Zusätze wie Duft- und Konservierungsstoffe oder Emulgatoren stehen unter Verdacht, Allergien auszulösen und haben daher in Sonnenschutzmitteln für die Kleinen nichts zu suchen.

 

Nicht nachlassen

Egal ob LSF 30 oder 50, entscheidend ist vor allem, dass die Eltern den Sonnenschutz mehrmals am Tag auftragen. Mama und Papa sollten ihren Nachwuchs nicht nur am Oberkörper, Nacken und im Gesicht mit reichlich Creme versorgen, auch Kniekehlen, Fußrücken oder Ohrmuscheln brauchen eine ordentliche Portion Sonnenmilch. Planschen die Kinder im Meer oder Pool, sind wasserfeste Mittel übrigens kein hundertprozentiger Schutz, denn sie können beim Baden bis zur Hälfte ihrer Wirkungskraft verlieren. Daher rufen Eltern kleine Wasserratten am besten zwischendurch ins Trockene, um eine neue Schicht aufzutragen. Ungeduldige Badenixen wird es freuen: Eine halbe Stunde zu warten, bis das Produkt wirkt, ist nicht mehr nötig. Sobald die Pflege eingezogen ist, schützt sie in vollem Umfang. Übrigens: Sonnencremes aus dem letzten Sommer müssen nicht in die Mülltonne. Riecht das Produkt einwandfrei und haben sich die Substanzen nicht in dick und dünn getrennt, kann es auch im zweiten Jahr bedenkenlos zum Einsatz kommen. 

 

Der richtige Stoff

Um ihre Kinder vor einem Sonnenbrand zu schützen, müssen besorgte Eltern sie keinesfalls wie einen Beduinen einwickeln. „Hosen, T-Shirts oder Hemden dürfen ruhig dünn sein“, sagt der Dermatologe Dr. Dirschka. „Entscheidend ist, dass der Stoff dicht gewebt ist.“ Wer auf Nummer sicher gehen will, steckt den Nachwuchs in spezielle Sonnenschutzkleidung ab Schutzfaktor 30. „Am wichtigsten ist jedoch eine Kopfbedeckung, denn die dünnen Kinderhaare lassen viel Sonnenstrahlung zur Kopfhaut durch“, sagt der Dermatologe. Ist die Mütze mit Schirm und Nackenschutz ausgestattet, behalten die Sprösslinge am ehesten einen kühlen Kopf.

 

Sonnenbrand: Alarmstufe Rot

Ist es dann doch mal passiert und die Haut färbt sich rot, ist erstmal Kühlen angesagt. Dazu der Dermatologe: „Leichte, auf einzelne Stellen begrenzte Sonnebrände können Eltern selbst behandeln, etwa mit Quarkumschlägen oder mit kühlenden Gelen, zum Beispiel auf Aloe-vera-Basis“. Wenn der Nachwuchs jedoch von einem großflächigen Sonnenbrand, Bläschen und Kopfschmerzen geplagt ist, sollte ein Arzt einen Blick auf den Patienten werfen. Die bessere Alternative: Sich vor dem Aufenthalt im Freien informieren, wie stark die UV-Strahlung sein wird. Auf www.uv-index.de veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst täglich die Intensität der UV-Strahlung für ganz Deutschland und seine Nachbarländer. Mit diesen Informationen und dem richtigen Sonnenschutzmittel im Gepäck, steht einem unbeschwerten Sommertag im Freien nichts mehr im Weg.

 

Tipps auf einen Blick

  • Kinderhaut vergisst keinen Sonnenbrand. Daher heißt es: unbedingt vermeiden.
  • Kinder bis zwei Jahren sollten wegen ihrer empfindlichen Haut möglichst noch nicht in die Sonne.
  • Generell im Sommer zwischen 11 und 15 Uhr direkte Sonne meiden.
  • Beim Auftragen von Sonnenschutz beachten: eine ausreichende Menge verwenden. Der häufigste Fehler ist die Unterdosierung.
  • Beim Cremen auch die sogenannten Sonnenterassen wie Ohren, Nase, Schultern und Füße nicht vergessen.
  • Gerade für Kinder wichtig: nicht nur Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, sondern auch Kleidung mit UV-Schutz verwenden. Dünne, dicht gewebte Kleidung und spezielle Sonnenzelte schützen die empfindliche Haut zusätzlich.
  • Absolutes Muss: Sonnenhut (am besten mit Krempe und Nackenschutz) und Sonnenbrille.

Unser Experte 

Dr. Thomas Dirschka, Dermatologe mit eigener Praxis in Wuppertal 

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