So wirst du die Krabbler los Iiiiih, Kopfläuse!

Wirksame Strategien, die Kopfläusen den Garaus machen.

 

Sophia geht vorerst nicht in den Kindergarten. Denn sie hat Läuse. Dem Vater der Fünfjährigen war es sehr unangenehm, als er durch die Erzieherin von dem Kopflausbefall erfuhr. Aber Sophia ist nicht die einzige, die die Parasiten plagen. Auch drei ihrer Freundinnen haben mit ihnen zu kämpfen.

 

Keine falsche Scham!

Viele Eltern sind peinlich berührt, wenn sie erfahren, dass ihr Kind Läuse hat. Nicht wenige schieben einen Lausbefall auf mangelnde Hygiene. Dabei ist längst bewiesen: Die Parasiten machen selbst vor einem bestens gepflegten Kopf nicht Halt. Trotzdem hält sich dieser Irrglaube hartnäckig und führt häufig dazu, dass Eltern das Problem tabuisieren. Sich schämen ist allerdings die falsche Strategie, wenn man die Blutsauger loswerden will.

 

Unbedingt weitersagen!

Überall, wo Kinder mit anderen in Kontakt kommen, haben Läuse leichtes Spiel. Ob im Kindergarten, in der Schule oder beim Spielen: Ruckzuck bewegen sich die winzigen Krabbler unbemerkt von einem Haupt zum nächsten – und vermehren sich zügig. Denn eine weibliche Laus legt täglich etwa vier bis zehn Eier, aus denen nach acht bis zehn Tagen Larven schlüpfen.

Um eine Ausbreitung zu verhindern, ist es zwingend notwendig, den Kindergarten, die Schule und alle Personen zu informieren, die mit dem Kind engen Kontakt hatten. Tut man das nicht, sind sämtliche Anstrengungen im Kampf gegen die Parasiten umsonst. Denn es besteht die Gefahr, dass die Läuse in der Gruppe oder Klasse bleiben – und wieder auf bereits behandelte Köpfe gelangen.

 

Vorsicht vor „Pediculus humanus capitis“!

Die Kopflaus gehört zu den flügellosen Insekten, ist zwei bis 3,5 Millimeter groß und ernährt sich ausschließlich vom Blut aus der menschlichen Kopfhaut. Am liebsten lässt sich der Parasit hinter den Ohren, an den Schläfen oder im Nacken des Nachwuchses nieder. Die Haut ist dort nämlich besonders dünn. Das macht es dem kleinen Plagegeist leichter, an den begehrten roten Saft zu kommen. Um ihren Bluthunger zu stillen, sticht eine Laus etwa alle zwei bis drei Stunden ihren Saugrüssel in die Kopfhaut. Tut sie das nicht, stirbt sie nach spätestens 55 Stunden ab.

Der Speichel, den sie beim Stechen hinterlässt, verhindert die Gerinnung des Blutes – und ist der Auslöser für den unangenehmen Juckreiz. Kopfläuse sind zwar ungefährlich und übertragen keine Krankheiten. Kratzen sich Kinder jedoch wund, kann das zu einer bakteriellen Sekundärinfektion führen, die nicht selten mit Ekzemen, Pusteln und Abszessen einhergeht.

 

Konsequent (be-)handeln!

Um den Nachwuchs von den lästigen Parasiten zu befreien, braucht es Zweierlei: Ein spezielles Mittel gegen Läuse und einen Läusekamm (beides in Apotheken erhältlich). Es ist unabdingbar, das Prozedere konsequent und sorgfältig durchzuführen – sonst ist es wirkungslos. Man muss das Haar im Abstand von acht bis zehn Tagen zweimal mit dem Läusemittel behandeln. Zwei Durchgänge sind notwendig, weil nach der ersten Anwendung immer noch Larven nachschlüpfen können. In der Zeit zwischen den beiden Behandlungen besteht übrigens kein Übertragungsrisiko, sodass die Kinder direkt nach dem ersten Durchgang wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen dürfen.

Der Läusekamm kommt am ersten, fünften, neunten und dreizehnten Tag zum Einsatz: Das Haar vom Ansatz bis zu den Spitzen Strähne für Strähne sorgfältig auskämmen und den Kamm nach jedem Durchgang auf einem Küchenpapier abstreifen. Tipp: Das Haar vorher nass machen und eine Pflegespülung auftragen. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Kamm leichter durch das Haar gleitet, sondern verhindert auch das Weglaufen der Läuse.

 

Teddy, T-Shirt & Co. nicht vergessen!

Zwar übertragen sich die Parasiten hauptsächlich über den Kopf, allerdings finden sie den Weg manchmal auch über Gegenstände, die sich das Kind innerhalb eines kurzen Zeitraumes mit anderen teilt. Deshalb unbedingt auch das Umfeld in die Läusebehandlung einbeziehen. Textilien wie Kleidung, Handtücher und Bettwäsche reinigt man bei 60 Grad in der Waschmaschine.

Teddybären & Co. drei Tage in eine geschlossene Plastiktüte packen. Bürsten, Kämme und Haarspangen mit heißer Seifenlauge säubern. Der Aufwand zahlt sich aus: Denn nur, wenn man sich strikt an das Prozedere hält, wird der Kopf zur läusefreien Zone.

 

 

Mehr Infos unter: www.pediculosis-gesellschaft.de.

Unser Experte:

Dr. Michael Forßbohm, Leiter der Abteilung Infektionsschutz am Gesundheitsamt Wiesbaden

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