SOS-Hilfe Was tun bei Sonnenbrand und Sonnenstich?

Ob "rote Rübe" oder der Vergleich mit einer Tomate: Sonnenbrand sieht nicht nur unschön aus, sondern schmerzt mitunter stark - und: richtet Schäden in der Haut an, die ein Leben lang bleiben. Was im Akutfall zu tun ist - auch bei Sonnenstich.

Er macht sich immer erst dann bemerkbar, wenn es schon zu spät ist: Sonnenbrand! Die ersten Symptome offenbaren sich nach ungefähr vier bis acht Stunden nach dem Sonnenbad. 
Nach zwölf bis 36 Stunden erreichen die Beschwerden ihren Höhepunkt. Je nach Stärkegrad der Verbrennung ist die Haut hellrot bis dunkelrot verfärbt und geschwollen. Sie fühlt sich heiß an und schmerzt. Die auffällige Rötung ist Zeichen einer entzündlichen Reaktion. Sie wird durch die erweiterten Gefäße verursacht, in denen sauerstoffreiches Blut zu den angegriffenen Zellen transportiert wird. Denn: Der Körper muss die Schäden in den Hautzellen reparieren und arbeitet auf Hochtouren.
 

Das Feuer löschen

Bis die Verbrennung abgeklungen ist, sind Sonnenbäder absolut tabu. Zunächst heißt es nun Feuerwehr spielen und die Symptome lindern: After-Sun-Lotionen erfrischen die verbrannte Haut und machen sie geschmeidig – Hautschäden reparieren sie allerdings nicht. Juckreizstillende Gele aus der Apotheke besänftigen die Haut.

Auch eine erfrischende Dusche bei circa 25 Grad, feuchte Tücher oder Umschläge mit kühlender Creme lindern die Beschwerden. Und: Möglichst viel trinken, weil der Körper viel Flüssigkeit verloren hat. Wenn es wieder hinaus ins Freie geht, sollten die betroffenen Partien komplett von luftiger Kleidung bedeckt sein – die neue, nachwachsende Haut ist nämlich besonders empfindlich.

Eltern in der Pflicht

Die Sonne lacht vom Himmel, das türkisblaue Meer glitzert, ein leckeres Erdbeereis in der Hand: Kinder denken nicht an Sonnenschutz. Dabei können die Sonnenschäden für sie im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.

Hier sind also die Eltern gefragt: Die beste Vorbeugung ist und bleibt ein guter Sonnenschutz – und für den müssen die Erwachsenen sorgen. Dazu gehören immer sonnendichte Kleidung, eine Kopfbedeckung plus Sonnenbrille und Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens 25).

Zwischen elf und 15 Uhr bleiben Familien ohnehin besser im Schatten oder im Haus. In diesem Zeitraum ist die UV-Belastung einfach zu groß. Nach dem Aufenthalt in der Sonne braucht der Körper unbedingt Pflege und vor allem Feuchtigkeit. After-Sun-Produkte mit Wirkstoffen wie Thermalwasser, Aloe Vera oder Panthenol helfen der Haut, Frische zu tanken und sich zu entspannen.

Die Haut schützt sich selbst

Die Eigenschutzzeit der Haut ist der Zeitraum, in dem die ungebräunte Haut der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne zu verbrennen. Der individuelle Hauttyp bestimmt diese Eigenschutzzeit: Empfindliche Menschen können sich beispielsweise nur wenige Minuten in der Sonne aufhalten.
Multipliziert man die persönliche Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor der verwendeten Sonnencreme, ergibt das die maximale Aufenthaltszeit in der Sonne.

Die Sonne sticht

Was tun bei Sonnenstich?
 

Wenn Kinder zu lange in der Sonne bleiben, mündet das nicht selten in einem Sonnenstich – das Gehirn ist schlichtweg überhitzt.

Bei folgenden Anzeichen sollten Eltern schnell reagieren:

  • Ein heißer, roter Kopf, steifer Nacken, Fieber und Schmerzen, Schwindel und Übelkeit, kühle Körperhaut und Schüttelfrost, starker Durst.
  • Das Kind in den Schatten oder in einen kühlen Raum bringen und hinlegen.
  • Den Kopf erhöht lagern, mit feuchten Tüchern kühlen und Luft zufächeln.
  • Achtung: Zeigt ein Baby oder Kleinkind eines der Anzeichen, muss sofort ein Notarzt verständigt werden; ebenso, wenn Kinder bewusstlos werden.
  • Erste Hilfe: In die stabile Seitenlage bringen und nicht unbeaufsichtigt lassen, falls es sich erbricht. Atmung beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Interview: "Die Haut merkt sich jedes Sonnenbad"

Professor Dr. Erhard Hölzle

Was macht einen Sonnenbrand aus und warum benötigen Kinder besonderen Schutz? Professor Dr. Erhard Hölzle, Facharzt für Dermatologie, Venerologie in Oldenburg, über die Schattenseiten intensiver Sonnenbäder.
 

Leichte Rötung oder feuerroter Kopf: Ab wann spricht man von einem Sonnenbrand?

Einen Sonnenbrand bemerkt man leider nicht in dem Moment, in dem man aus der Sonne gehen sollte, weil ein akutes Warnsignal fehlt: Die charakteristischen Symptome treten erst später auf. Eine Rötung, die sich am nächsten Tag zeigt, ist definitiv ein Sonnenbrand. Wenn die betroffene Stelle berührungsempfindlich, heiß und geschwollen ist, dann ist es sogar ein schwerer Sonnenbrand. Bilden sich Blasen auf der Haut, handelt es sich um eine Verbrennung zweiten Grades.
 

Ist eine Verbrennung bei Kindern gefährlicher als bei Erwachsenen?

Man muss es immer wieder sagen: Ein Sonnenbrand bedeutet Hautkrebsgefahr! Die Haut merkt sich jedes Sonnenbad: Übermäßige UV-Strahlung führt zu Veränderungen in den Hautzellen und fördert somit die Entstehung von Hautkrebs. Studien zufolge erhöhen gerade Sonnenbrände in der frühen Kindheit das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken. Deswegen ist es besonders wichtig, Kinder immer ausreichend vor der Sonne zu schützen.
 

Bei schweren Symptomen werden häufig cortisonhaltige Cremes und Schmerzmittel verordnet. Auch bei Kindern?

Wenn es tragischerweise so weit gekommen ist, dass ein Kind einen schweren Sonnenbrand erlitten hat, dann kann es auch mit diesen Mitteln behandelt werden, ja. Vorrangig ist jedoch, dass Eltern ihr Kind mit der Verbrennung unbedingt zu einem Arzt bringen sollten, der dann von Fall zu Fall entscheidet, welche Behandlung notwendig ist.

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