Gut geschützt Die zwölf wichtigsten Impfungen für Kinder

Es ist ein kleiner Pikser, der aber eine große Wirkung hat. Denn: Impfungen schützen den Nachwuchs zuverlässig vor gefährlichen Infektionskrankheiten. Die zwölf wichtigsten Immunisierungen.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus-Bakterien werden über Wunden übertragen und scheiden ein Gift aus, das Muskelkrämpfe verursacht. Krämpfe der Brustmuskulatur können im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten. Auffrischimpfung: zwischen 5 und 6 sowie 9 und 17 Jahren.

 

Diphtherie

Rachen-Diphtherie – die häufigste Form der Diphtherie – wird durch kleine Tröpfchen in der Atemluft, also besonders beim Husten und Niesen übertragen. Sie führt zu Entzündungen der Atemwege mit blutigen Belägen auf den Schleimhäuten bis hin zu Erstickungsanfällen.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten. Auffrischimpfung: zwischen 5 und 6 sowie 9 und 17 Jahren.

 

Keuchhusten (Pertussis)

Übertragungsweg: durch die Atemluft, besonders beim Husten und Niesen. Die starken Hustenanfälle können die Bronchien schädigen. Bei Säuglingen sind schwere Komplikationen möglich.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten. Auffrischimpfung: zwischen 5 und 6 sowie 9 und 17 Jahren.

 

Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Hib-Bakterien verbreiten sich beim Sprechen, Husten und Niesen und können eine Hirnhautentzündung verursachen. Kinder unter vier Jahren trifft es besonders oft. Lebensgefährliche Komplikationen sind möglich.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten.

 

 

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Eine Infektion mit Polio-Viren ist durch unzureichendes Händewaschen nach dem Toilettengang und verschmutztes Trinkwasser sowie durch die Atemluft möglich. Die mögliche Folge: Lähmungserscheinungen. Europa gilt seit 2002 als poliofrei. In Asien und Afrika kommt die Erkrankung noch vor. Es gibt keine Therapie.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten. Auffrischimpfung: zwischen 9 und 17 Jahren. Und: bei Reisen in Gebiete, in denen Polio auftritt.

 

Hepatitis B

Alle Körperflüssigkeiten können Hepatitis B-Viren enthalten. Übertragen werden sie hauptsächlich auf sexuellem Weg. Schwangere können die Infektion an das Ungeborene weitergeben. Hepatitis B verläuft bei 80 bis 90 Prozent der Kinder chronisch. Dabei wird die Leber zunehmend geschädigt.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten.
Hat eine werdende Mutter Hepatitis B, sollte mit der Immunisierung des Neugeborenen binnen zwölf Stunden nach der Geburt begonnen werden.

Pneumokokken

Pneumokokken-Bakterien werden durch Sprechen, Husten und Niesen übertragen und lösen u. a. Lungen- und Hirnhautentzündung aus.

Impfung: viermalig – mit 2, 3 und 4 sowie zwischen 11 und 14 Lebensmonaten.

 

Meningokokken

Eine Infektion mit Meningokokken-Bakterien über Sprechen, Husten und Niesen kann eine Hirnhautentzündung und eine Blutvergiftung mit  Organschäden nach sich ziehen. Kinder unter fünf Jahren haben ein besonders hohes Risiko, sich anzustecken.

Impfung: einmalig – ab dem vollendeten 12. Lebensmonat.

 

Masern, Mumps, Röteln

Übertragungsweg: durch die Atemluft, besonders beim Husten und Niesen. Masern können zu Gehirnentzündung führen, die in zehn bis 20 Prozent der Fälle tödlich endet. Für Röteln typisch: Hautausschlag mit roten Flecken. Röteln in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft können zu Fehlbildungen des Ungeborenen führen. Bei Mumps schwillt oft die Ohrspeicheldrüse beidseitig an. Potenzielle Folgen: Hörnerv- und Hirnhautentzündung.

Impfung: zweimalige Kombinationsimpfung, der sogenannten MMR-Impfung zwischen 11 und 14 und zwischen 15 und 23 Lebensmonaten. Es kann auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV) verabreicht werden. Abstand zwischen beiden Impfungen: vier bis sechs Wochen. Darüber hinaus empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2010 auch Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, die Immunisierung, wenn diese nicht oder nur einmal geimpft wurden.

 

 

Windpocken (Varizellen)

Windpocken-Viren verbreiten sich rasant über die Atemluft und bei Kontakt mit den Bläschen. Typisch für die Infektion: stark juckender Hautausschlag mit Bläschenbildung.

Impfung: zweimalig – im Alter von 11 bis 14 Monaten, gleichzeitig mit der ersten MMR-Impfung oder frühestens vier Wochen danach. Möglich ist auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (MMRV). 2. Dosis: zwischen 15 und 23 Lebensmonaten. Nachholimpfung zwischen 2 und 17 Lebensjahren, wenn das Kind keine Erkrankung durchgemacht hat.

 

Rotaviren

Sind die häufigsten Brech-Durchfall-Erreger bei Säuglingen. Eine Rotavirusinfektion kann insbesondere Säuglingen gefährlich werden: Durch den hohen Flüssigkeitsverlust können die Kleinen austrocknen.

Impfung: zweimalig - 1. Dosis mit zwei Lebensmonaten (ab 6 Wochen), 2. Dosis mit drei Lebensmonaten, ggfs. 3. Dosis mit vier Lebensmonaten.

 

Humane Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mädchen zwischen 9 und 17 Jahre, bevorzugt zwischen 9 und 14 Jahre.

Impfung: je nach Alter zwei oder drei Impfungen.

 

Unser Experte:

Dr. Jan Leidel, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Berlin

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