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Schnupfenzeit

Erkältungen vorbeugen und lindern

Kleinkinder erleiden im Jahr bis zu acht Infektionen der oberen Atemwege. Ein Schnupfen macht den Kleinsten sehr zu schaffen, denn sie atmen fast ausschließlich durch die Nase. Luft holen, Trinken und auch das Schlafen fällt ihnen jetzt schwer. Um zu verhindern, dass die Viren auf Wanderschaft Richtung Ohren und Bronchien gehen, sollten Eltern frühzeitig gegensteuern. Was Babys hilft.

Die Tage werden langsam kürzer und kälter: Der Herbst ist auf dem Vormarsch. Eine Erkältung lässt dann meist nicht lange auf sich warten. Kleine Kinder bekommen häufig einen Schnupfen. Ihr junges Immunsystem reift erst noch aus und muss Abwehrkräfte gegen die vielen Viren aufbauen. Schließlich haben es etwa 200 Erkältungsviren auf den Körper abgesehen. Sie übertragen sich bei alltäglichen Handlungen über die Atemluft oder über die Hände, zum Beispiel beim Sprechen, Spielen oder Kuscheln. Außerdem setzen sie sich auf Gegenständen fest. So werden sie unbemerkt weitergegeben und nehmen ihr nächstes Opfer in Beschlag. Die Kleinen können sich sehr leicht bei anderen anstecken. In den ersten Monaten besitzen die Säuglinge zwar noch Immunstoffe der Mutter – mit der Zeit lässt dieser „Nestschutz“ aber nach.
 

In Alarmbereitschaft

Kleinkinder im Alter bis zu zwei Jahren erleiden im Jahr sechs bis acht Infektionen der oberen Atemwege – das ist normal. Für Babys ist ein Schnupfen allerdings besonders unangenehm, weil sie fast ausschließlich durch die Nase atmen. Wenn ihre Nase verstopft ist, bekommen sie nicht nur schwer Luft, sie haben Probleme beim Trinken und schlafen schlecht. Dennoch dient der Schnupfen als wichtiger Reinigungs- und Abwehrmechanismus des Körpers: Um die Erkältungserreger abzuwehren, schwillt die Nasenschleimhaut an. Die Nase bildet nun auch vermehrt Schleim, damit die ungebetenen Gäste schnell wieder nach draußen transportiert werden. Aus einem verschleppten Schnupfen können sich allerdings weitere Erkrankungen wie eine Bronchitis oder eine Mittelohrentzündung entwickeln. Um das zu verhindern, ist es wichtig, die Wanderschaft der Viren zu verhindern und frühzeitig gegenzusteuern.

Abhilfe schaffen

Eltern erleichtern ihrem Säugling die Atmung, wenn sie seine Nase mehrmals täglich mit medizinischer Kochsalzlösung in Form von Tropfen oder Sprays befeuchten – so können Schleim- und Milchreste besser abfließen. Abschwellende Nasentropfen sollten nur selten und in Absprache mit einem Kinder- und Jugendarzt zum Einsatz kommen. Die Blutgefäße verengen sich, sodass das Baby besser Luft bekommt. Auch die Ausführungsgänge zu den Nebenhöhlen werden frei, wodurch die Gefahr einer Nasennebenhöhlenentzündung gemindert ist. Längerfristig angewendet schädigen sie die Nasenschleimhaut und beeinträchtigen mitunter das Herz-Kreislauf-System. Vorsicht ist auch bei mentholhaltigen Erkältungsmitteln geboten: Präparate, die Erwachsenen Linderung verschaffen, sind nicht zwangsläufig auch für den Nachwuchs geeignet. Denn: Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen können bei Kindern starke Atembeschwerden auslösen und sogar zu Erstickungsanfällen führen. Sie reizen die Atemwege und tragen dazu bei, dass sich noch mehr Schleim bildet.
 

Wichtig: frische Luft

Die Zimmer, in denen das Baby sich aufhält und schläft, haben bestenfalls eine Temperatur von maximal 18 bis 20 Grad. Wichtig sind auch eine hohe Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Lüften. Ein absolutes Rauchverbot in der Umgebung von Kindern sollte zudem selbstverständlich sein. Und schließlich: Eine gute Stärkung für das Immunsystem von Kindern und Eltern gleichermaßen sind Spaziergänge.

Prof. Dr. Frank Riedel, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Leitender Arzt der Abteilung für Pädiatrie am Altonaer Kinderkrankenhaus, Hamburg

Ungebetener Gast

Erkältungen während der Schwangerschaft


Dicker Bauch und jetzt noch eine laufende Nase oder ein quälender Husten: Auch Schwangere bleiben davon nicht verschont. Um ihr Immunsystem zu stärken, sollten sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten – die Vitamine schützen den Körper vor Infektionen. Spaziergänge an der frischen Luft tragen ebenso dazu bei, den Körper gegen Erkältungskrankheiten zu wappnen. Und: Schwangere dürfen jetzt durchaus einen Gang runterschalten, sich schonen und es sich öfter mal gemütlich machen. Denn wer Stress vermeidet, tut ebenfalls etwas für seine Gesundheit. Auch für werdende Mütter ist gegen Erkältungen ein Kraut gewachsen, weiß die Hebamme Ellen Grünberg.
 

Einige Hausmittel können sie bedenkenlos anwenden:

  • Gegen eine verstopfte Nase hilft Inhalieren. In die Schüssel mit heißem Wasser einen Tropfen Eukalyptusöl geben. Heiße Lavendelkompressen auf Stirn und Nase tun werdenden Müttern ebenfalls gut.

  • Um die Nasenschleimhaut feucht zu halten und die Keime aus der Nase zu transportieren, sind Kochoder Meersalzlösungen zum Sprühen oder Träufeln hilfreich.
  • Fünf Tropfen eines ätherischen Öls (Myrthe, Salbei, Lavendel, Zitrone, Zypresse) in der Duftlampe schaffen ein angenehmes Raumklima.
     
  • Viel trinken, auch warme Getränke wie Tee, heißes Wasser oder Hühnersuppe. Ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Abwehrfunktion der Schleimhäute.
     
  • „Zwiebelsäckchen“ kommen bei Ohrenschmerzen zum Einsatz: Eine kleine Zwiebel schälen und in Würfel schneiden, ohne Öl kurz in der Pfanne erhitzen, in einen Waschlappen füllen. Den Lappen auf das Ohr legen, ggf. fixieren und darauf schlafen. 
     
  • Einen kratzenden Hals beruhigen Kräuterbonbons, scharfe Mentholbonbons meiden. Auch Gurgeln mit Salbei- oder Kamillentee ist angenehm für den Hals.
     
  • Warme Fußbäder sind eine Wohltat, danach dicke Socken anziehen.
     
  • Aufgepasst bei allen Medikamenten: Auch rezeptfreie Erkältungsmittel sollten Mamas in spe nicht einfach einnehmen, sondern immer vorab den Rat eines Arztes einholen! Besondere Vorsicht ist bei Acetylsalicylsäure geboten. Bei Fieber sicherheitshalber immer einen Arzt konsultieren.
     
  • Generell gilt: ins Bett legen, viel Ruhe gönnen und sich auskurieren. Im Zimmer für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen.

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Unsere Expertin

Leif Koch

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