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Das wusstest du garantiert noch nicht
Die 10 häufigsten Hautpflege-Mythen

Babypuder schützt vor einem wunden Po, Milchschorf ist gefährlich: In Sachen Babyhautpflege kursieren unzählige Empfehlungen. Junge Familie entlarvt die häufigsten Irrtümer.

1. Babyhaut ist sehr empfindlich

Stimmt. Das liegt daran, dass sie fünfmal dünner ist als die Haut von Erwachsenen. Die sogenannte Hautschutzbarriere, die unser größtes Organ vor äußeren Einflüssen und Schadstoffen schützt, ist noch nicht ausgereift und entwickelt sich erst mit zunehmendem Alter.

2. Die Haut sollte nach der Geburt von der Käseschmiere gereinigt werden

Das ist nicht nötig. Die weiße Masse aus Fetten, Wasser und Hornzellen, die Babys Haut im Mutterleib schützt, löst sich nach und nach ganz von selbst ab.  

3. Säuglinge dürfen täglich baden

Besser nicht. Auch wenn die meisten Babys mit Begeisterung in der Wanne planschen, sollte man es nicht übertreiben. Zwei Bäder pro Woche à fünf bis zehn Minuten bei einer Wassertemperatur von 36 bis 37 Grad sind ausreichend. Ein paar Tropfen eines milden Badezusatzes oder Babywaschgels ins Wasser geben. Tipp: Damit es der Nachwuchs kuschelig warm hat, zuvor das Badezimmer auf Temperatur bringen. Handtuch, Thermometer etc. bereitlegen und schon kann’s losgehen.

4. Babys benötigen spezielle Pflegeprodukte

Stimmt. Produkte für Erwachsene sind für ihre sensible Schutzhülle ungeeignet und können Hautreizungen verursachen.

5. Zu viel Pflege schadet der Haut

Shampoos, Cremes, Badezusätze: Die Auswahl an speziellen Babypflegeprodukten ist zwar riesig, "weniger ist mehr" lautet jedoch die Devise. Ein Badezusatz oder ein mildes Waschgel für die Reinigung und eine Creme für die Pflege danach genügen.

6. Babypuder schützt vor einem wunden Po

Falsch. Babypuder bildet keinen schützenden Film, sondern wird durch Stuhl und Urin weggespült. Um einer Windeldermatitis vorzubeugen, sollten Eltern ihren Nachwuchs so oft wie möglich ohne Windel strampeln lassen – und: Die Windel so oft wie möglich wechseln. Wenn der Babypo gerötet ist, hat sich Zinkpaste bewährt. Sie hemmt die Entzündung und fördert die Heilung.

7. Der Bauchnabel benötigt eine Extraportion Pflege

Bis der Nabelschnurrest etwa zwei Wochen nach der Geburt von selbst abfällt und die Wunde verheilt ist, ist penible Hygiene angesagt. Mütter und Väter sollten den Nabelbereich täglich mit einem weichen Tuch reinigen, damit sich in den Fältchen keine Bakterien absetzen.

8. Maniküre und Pediküre sind noch nicht notwendig

Die Finger- und Zehennägel von Babys wachsen schneller als die von Erwachsenen. Auch wenn sie in den ersten Lebenswochen noch weich und biegsam sind: Spätestens wenn sie länger und härter werden, ist Nagelpflege angesagt. Und zwar mit einer speziellen Babynagelschere.

Mit ihr schneidet man Fingernägel konvex (die Krümmung der Schere zeigt beim Schneiden nach unten), die Zehennägel konkav (die Krümmung der Schere zeigt beim Schneiden nach oben). Tipp: Wenn der Nachwuchs schläft, klappt das am besten.

9. Zeigen sich Schuppen am Kopf, muss man schnellstens zum Kinderarzt

Nicht unbedingt. Ein Besuch beim Kinderarzt ist dann ratsam, wenn sich die – oft gelblichen – Schuppen über den gesamten Kopf ausdehnen, sich das Kind kratzt oder Rötungen auftreten. In der Regel ist der sogenannte Milchschorf aber harmlos.

Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken

Stimmt – und zwar deutlich. Deshalb ist es unabdingbar, die Kleinen mit entsprechender Kleidung und Cremes vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen – auch im Schatten! Empfehlenswert: Produkte mit physikalischem Lichtschutzfilter und einem Lichtschutzfaktorvon 20 bis 40 (je nach Hauttyp). Im ersten Lebensjahr ist die Sonne für Babys grundsätzlich tabu. Für Groß und Klein gilt: Die Sonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr meiden. 

Unsere Expertin

Professor Dr. Regina Fölster-Holst, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

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