Pflanzenheilkunde für Kinder Diese Heilpflanzen helfen Kindern bei Erkältung

Die Erkältungswelle hat uns fest im Griff. Heilpraktikerin Michaela Girsch verrät, welche Heilpflanzen Kindern bei Husten, Schnupfen & Co. helfen, von welchen du auf jeden Fall die Finger lassen solltest - und: Welchen entscheidenden Vorteil Naturarznei gegenüber synthetischen Medikamenten hat.

Frage: Zu welchen Kräutern können Eltern greifen, um Erkältungsinfekte bei ihrem Nachwuchs zu lindern, Frau Girsch?

Antwort: Es gibt eine ganze Reihe von „Erkältungskräutern” – nicht alle sind jedoch für Kinder geeignet. Kampfer, Eukalyptus- und Pfefferminzöl beispielsweise sind für Säuglinge und Kleinkinder tabu, da sie die Haut reizen und zu Erstickung führen können. Gut geeignet schon für Säuglinge ist Thymian: Als Tee wirkt er schleimlösend, auswurffördernd und entkrampfend bei Husten, Bronchitis und Atemwegsinfekten; außerdem ist er gegen Viren und Bakterien wirksam. Ein echter Tausendsassa im Kampf gegen Erkältungsinfekte ist die Zwiebel: Als natürliches Antibiotikum wirkt sie gegen eine Vielzahl von Bakterien, aber auch Erkältungsviren und ist außerdem schleimlösend und entzündungshemmend. Darüber hinaus gibt es zahlreiche für Kinder geeignete pflanzliche Erkältungssalben, -säfte und -bäder frei verkäuflich in der Apotheke.

Pflanzliche Erkältungsmittel für Kinder bekämpfen nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen

Ich empfehle bei Erkältungen vor allem Tee, da allein das heiße Wasser zu einer vermehrten Durchblutung der Atemwegsschleimhäute führt. Das stärkt wiederum die Abwehr und löst den Schleim. Pflanzliche Erkältungsmittel haben im Vergleich zu synthetisch hergestellten den Vorteil, dass sie nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern auch die Ursachen der Erkrankung und dass sie sogar vor einer Ansteckung schützen können. Zudem haben sie fast keine Nebenwirkungen. 

Heilpflanzenkunde: Die 7 besten Heilpflanzen für Kinder

  • Sanddorn. Enthält viel Vitamin C, das die Abwehr stärkt. Täglich ein bis zwei Teelöffel Saft während der Erkältungszeit einnehmen. 
  • Holunderblüten. Wirken als Tee schweißtreibend, abwehrstärkend und schleimlösend. 
  • Holunderbeeren. Der Saft aus gekochten (!) Beeren beugt einer Ansteckung vor. 
  • Lindenblüten. Wirken als Tee schweißtreibend, abwehrstärkend, schleimlösend und beruhigend. 
  • Spitzwegerich/Eibisch. Lindert den Hustenreiz, wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Als Hustensaft, -sirup, Lutschtabletten oder Tee. 
  • Thymian/Efeu. Wirkt schleimlösend, auswurffördernd, antibakteriell, antiviral und krampflösend bei Atemwegsinfekten, Husten und Bronchitis. 
  • Zwiebel. Natürliches Antibiotikum, das schleimlösend, entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral wirkt. Als Tee und Sirup bei Erkältungen oder als „Zwiebelsäckchen” bei Mittelohrentzündung. Tipp: Schneller Zwiebelsirup. Zwiebel klein schneiden, mit der gleichen Menge Honig vermischen, zwei bis sechs Stunden stehen lassen. Drei- bis sechsmal täglich ein bis zwei Teelöffel einnehmen. 

Unsere Expertin

Michaela Girsch, Heilpraktikerin mit Praxis in Merdingen, Mitglied in der Gesellschaft für Phytotherapie, Autorin und Dozentin. www.michaela-girsch.de 

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