Händewaschen nicht vergessen! Mit der richtigen Hygiene Infekten vorbeugen

Im Herbst und Winter haben Krankheitserreger Hochkonjunktur. Mit der richtigen Hygiene können Familien das Risiko einer Ansteckung reduzieren.

 

Zieh Schuhe an, damit du dich nicht erkältest!“ Diesen Rat hören wohl alle Kids von ihren Eltern. Er ist gut gemeint, stimmt aber so nicht. Denn: Es sind nicht die kalten Füße, die krank machen, sondern Viren, die sich bei kalten Temperaturen rasant vermehren. Weil wir uns im Herbst und Winter meist in geschlossenen Räumen aufhalten, ist die Virenkonzentration – und damit auch die Ansteckungsgefahr – höher. Zudem ist unser Immunsystem bei Kälte weniger leistungsfähig als bei warmen Temperaturen. Wenn es kalt ist, wird der Körper nicht so gut durchblutet und Krankheitserreger können sich leichter ausbreiten, weil unsere Immunabwehr länger braucht, um sie zu bekämpfen. 

Eine neue Studie der Universität Cambrige bestätigt das. Demnach ist das menschliche Immunsystem je nach Jahreszeit unterschiedlich aktiv. Wie genau dieses Zusammenspiel funktioniert, wissen die Forscher jedoch noch nicht. 

 

Norovirus: hochansteckender Brech-Durchfall

Es sind nicht nur die Grippe und Erkältungsinfekte, die uns jetzt plagen. Auch das hochansteckende Norovirus grassiert von Oktober bis März. Typisch dafür sind starke Brech-Durchfälle, die meist zwei bis drei Tage anhalten. Hat sich ein Familienmitglied angesteckt, ist penible Hygiene das A und O: Wenn kein eigenes WC für den Patienten zur Verfügung steht, müssen Toilette, Badarmaturen, Türklinken, Lichtschalter, Spielzeug etc. gründlich gereiniget bzw. desinfiziert werden. Wichtig: Das Desinfektionsmittel muss gegen Noroviren wirksam sein. Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch oder besser noch Einmalhandtücher benutzen. Außerdem: Die Wäsche des Erkrankten getrennt aufbewahren und bei 90 Grad waschen.

Wenn Eltern ihrem Kind beim Erbrechen Hilfestellung geben, sollten sie Gummihandschuhe und Mundschutz tragen. Da der Erkrankte das Virus noch bis zu drei Wochen ausscheidet, ist es auch nach dem Abklingen der Symptome unabdingbar, sein Umfeld gründlich zu reinigen. 

 

„Ghetto-Faust“ statt Handschlag

Einer der Hauptübertragungswege von Viren und Bakterien ist der Handschlag zur Begrüßung. Eine deutlich gesündere Alternative ist der Faust-zu-Faust-Gruß. Walisische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei der Begrüßung per „Ghetto-Faust“ nicht einmal halb so viele Keime übertragen werden wie beim herkömmlichen Handschlag. Ein weiteres wirksames Mittel, um sich und andere vor Keimen zu schützen, ist häufiges Händewaschen – 20 bis 30 Sekunden mit warmem Wasser und Seife (besser als ein Stück Seife ist Flüssigseife). Dabei kommt es auf die richtige Technik an: 

1. Hände unter fließendes Wasser halten.

2. Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen, Daumen sowie Fingernägel gründlich einseifen.

3. Den Schaum unter fließendem Wasser abspülen. 

4. Dann sorgfältig mit einem Handtuch oder Einmaltüchern abtrocknen, Fingerzwischenräume nicht vergessen!

 

Steht keine Waschmöglichkeit zur Verfügung, darauf achten, dass man sich unterwegs nicht mit den Fingern ins Gesicht fasst, damit Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute in den Körper gelangen. Gerade bei Kleinkindern ist das leichter gesagt als getan. 

Deshalb der Tipp: Feuchttücher passen in jede Tasche und sind ein guter Ersatz, falls unterwegs mal keine Waschmöglichkeit zur Verfügung steht oder um kleine Patschhändchen zwischendurch im Schnellwaschgang zu säubern. 

 

In der Küche

Die meisten Bakterien und Viren tummeln sich nicht im Bad, sondern in der Küche. Vor allem der Spülschwamm entpuppt sich oft als regelrechte Keimschleuder! Ihn sollte man regelmäßig auswechseln. Auch bei der Zubereitung von Lebensmitteln ist besondere Sorgfalt gefragt: Für Gemüse, Fleisch und Fisch unterschiedliche Schneidebretter und Messer benutzen. Diese sowie die Hände nach dem Schnippeln gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel beziehungsweise Seife reinigen. Das gilt vor allem nach dem Kontakt mit Geflügel – Salmonellengefahr! Ob Salmonellen, Noro- oder Grippeviren: Eine Ansteckung verhindern kann gute Hygiene nicht, aber sie kann das Risiko deutlich senken.     

 

Was ist der Unterschied zwischen Viren und Bakterien?

Viren sind ...

... kleiner als Bakterien. 

... einfacher aufgebaut. 

... nicht in der Lage, sich selbstständig zu vermehren. Sie brauchen einen sogenannten Wirt, in dessen Zellen („Wirtszellen“) sie ihr Erbgut einschleusen. Die Erbinformation des Virus programmiert die der Wirtszelle so um, dass diese viele neue Viren produziert.

... im Gegensatz zu Bakterien keine Lebewesen, weil sie keinen eigenen Stoffwechsel haben.

 

Nützliche Keime 

Nicht alle Keime machen krank – im Gegenteil! Manche brauchen wir sogar, um gesund zu bleiben. Auf unserer Haut leben beispielsweise Bakterien, die verhindern, dass Krankheitserreger in unseren Körper gelangen.  

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