Achtung, viele Läuse-Mittel sind entflammbar Aus die Laus!

Wie werde ich Kopfläuse los? Das wollte Mami-REPORTERIN Silke herausfinden und holte sich Hilfe vom Parasitologen Professor Mehlhorn. Der überraschte sie mit einem ungewöhnlichen Warnhinweis. Eine Recherche über winzige Tierchen in drei Schritten.

 

Schritt 1: Mit Vorurteilen aufräumen

„Mit dem spielst du nicht, der wäscht sich nicht richtig.“ Ich gebe zu: Bis vor kurzem gehörte ich zu genau diesen Eltern. Kopfläuse? Die bekommen nur Kinder aus ungepflegten Familien. So dachte ich. Doch bei meiner Recherche für diesen Artikel wurde ich eines besseren belehrt: „Läusebefall hat nichts mit fehlender Sauberkeit und ungepflegtem Haar zu tun“, klärt mich Professor Mehlhorn von der Universität Düsseldorf auf. „Kopfläuse kann jeder bekommen, der flüchtigen Haarkontakt mit einer verlausten Person hat.“ Gerade nach den Ferien haben Läuse deshalb Hochkonjunktur: Sommerlager, Camping-Plätze, Mini-Clubs – überall dort, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken, verbreiten sich die Parasiten wie ein Lauffeuer.

 

Schritt 2: Wissen, worauf es ankommt

Im alten Ägypten galt die Komplettrasur als zuverlässiges Mittel gegen den Ungezieferbefall. Soweit muss heute niemand mehr gehen: Es gibt zahlreiche Mittel mit verschiedenen Wirkstoffen, die Kopfläusen den Garaus machen – und deren Einwirkzeiten enorm variieren: von zehn Minuten bis acht Stunden! Professor Mehlhorn erklärt mir, wie man in diesem Überangebot das richtige Produkt findet:

• Das Mittel darf nicht schädlich für den Menschen sein.

• Das Mittel muss nachgewiesenermaßen wirken – und zwar möglichst schnell.

• Das Mittel muss Läuse in sämtlichen Stadien zuverlässig abtöten: Larven, Eier, erwachsene Läuse.

• Das Mittel darf nicht entflammbar sein.

Punkt 4 scheint mir zunächst recht überflüssig. Schließlich gibt es in meiner Wohnung keine offenen Feuerstellen. Doch der Experte erläutert: „Schon ein Funkenflug vom Föhn oder Gas-Boiler reicht aus – und der Kopf Ihres Kindes steht in Flammen.“ Das Fatale: Wasser löscht den Brand nicht, sondern verschlimmert die Situation. Nach tragischen Verbrennungsunfällen in den Niederlanden hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits vor der leichten Entflammbarkeit von Läusemitteln mit Dimeticon gewarnt. Doch auf viele weitere Mittel mit anderen Wirkstoffen trifft genau dasselbe zu.

 

Schritt 3: Der Versuch zeigt das Risiko

Ein Kopf voller Haare, die mit leicht entflammbaren Mitteln getränkt sind – wie gefährlich das wirklich ist, zeigt mir Professor Mehlhorn im Live-Experiment: Wir statten drei Styropor-Köpfe mit Echthaar-Frisuren aus. Die behandeln wir mit verschiedenen Läuse-Mittel: eines, das Alkohol und Insektizide enthält, eines auf Dimeticon-Basis und eines, das den Extrakt aus den entölten Samen des Neem-Baums als Wirkstoff nutzt. 

Das Ergebnis ist eindeutig: Kommen die ersten beiden Köpfe für den Bruchteil einer Sekunde mit einer Flamme in Berührung, brennen sie lichterloh. Jeder Löschversuch mit Wasser scheitert. Die Haare, die wir mit dem pflanzlichen Mittel bearbeitet hatten, lassen sich hingegen gar nicht erst entzünden. Im Gegenteil: Das Shampoo löscht die Feuerzeugflamme aus.

Ich muss an Adventskerzen oder meinen alten Gas-Herd denken. Vermutlich gibt es auch genug Eltern, die in den eigenen vier Wänden rauchen. Die Liste der Feuerquellen in meinem Kopf wird immer länger. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Meide beim Kauf Läuse-Mittel mit dem Hinweis „entflammbar“.

 

 

Welches Mittel erfüllt alle Kriterien?

Wenn ich den Experten schon einmal vor mir habe, kann ich auch konkret fragen: Welches Mittel würde Professor Mehlhorn für seine eigenen Kinder nutzen? Seine Antwort kommt schnell und überzeugend: Er empfiehlt das Läuse-Shampoo „LICENER“ von Hennig Arzneimittel. Es enthält den nicht entflammbaren Neem-Extrakt, wirkt bei zehnminütiger Einwirkzeit nach nur einer Anwendung (viele Mittel müssen ein zweites Mal angewendet werden) und tötet Larven, Eier und erwachsene Läuse zuverlässig ab. Aus die Laus!  

 

Hat mein Kind Läuse? 

Fünf Anzeichen:

1.    Starker Juckreiz

2.    Krabbelige Bewegungen im Haar

3.    Verklebte Haarpartien

4.    Weiße „Pusteln“, grau-braune Schnüre oder gelbliche Partikel im Haar

5.    Die Haare riechen modrig

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