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Impfen
Meningitis verhindern

Viele Eltern wissen wenig darüber, was vor allem für Babys und Kleinkinder fatale Folgen haben kann: Meningokokken. Das zu ändern, war das Ziel der Infoveranstaltung „MENINGITIS BEWEGT.“ in Köln, Hamburg und Münster. Die Mama-REPORTER Wiebke und Silke waren vor Ort.

Dein Kind hat Fieber, Kopfweh, fühlt sich krank, ist müde und benommen? Womöglich hat es die Grippe. Vielleicht hat es sich aber auch mit Meningokokken angesteckt … Meningokokken – das sind Bakterien, die vor allem für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden und zu Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) führen können. Und: im schlimmsten Fall sogar den Tod zur Folge haben, so geschehen in einer Duisburger Kita im März vergangenen Jahres. Das wissen jedoch nur die wenigsten Eltern: Einer Umfrage zufolge fühlen sich nämlich 69 Prozent der Väter und Mütter nicht ausreichend über Meningokokken-Infektionen und deren Folgeschäden informiert.

Das zu ändern, war das erklärte Ziel der drei Elternveranstaltungen im Rahmen der Aufklärungskampagne „MENINGITIS BEWEGT.“, die im November und Dezember 2016 in Köln, Hamburg und Münster in Kooperation von GlaxoSmithKline (GSK) und den Zeitschriften kinder!, junge ­familie sowie dem Familienportal wirEltern.de stattfanden.

"Eltern dürfen keine Zeit verlieren!"

Prominente Unterstützung gab es von der „Wissen macht Ah!“-Moderatorin und Kampagnenbotschafterin Shary Reeves, die bisher wie viele Eltern ebenfalls kaum mit diesem Thema in Berührung gekommen war. „Ich finde es erschreckend, welche schlimmen Folgen eine Meningokokken-Infektion haben kann“, sagte die ehemalige Profifußballerin, die sich für Kinder einsetzt und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Welt ein bisschen gesünder zu machen.

„Vielleicht kann ich durch mein Engagement helfen, Leben zu retten.“ In jedem Fall hat Shary Reeves geholfen, das Thema „Meningokokken“ bekannter zu machen und die Aufklärung voranzutreiben. Unterstützt wurde sie dabei von den beiden Kinder- und Jugendärzten Dr. Stephan von Landwüst und Christopher Schäfer, die die medizinische Seite der Meningokokken-Infektionen ausführlich beleuchteten. „Das Wichtigste ist, dass Eltern keine Zeit verlieren“, sagte Dr. von Landwüst. Denn: Eine Meningokokken-Infektion kann binnen weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Die Infektion wird oft erst spät erkannt

Der Kinderarzt appellierte an die Eltern, auf ihr Bauchgefühl zu hören. „Wenn Ihr Kind grippeähnliche Symptome zeigt, es teilnahmslos und apathisch ist, Sie also den Eindruck haben, dass es sich sehr krank fühlt, sollten Sie unverzüglich ins Krankenhaus fahren.“ Nicht zuletzt, weil eine Meningokokken-Infektion wegen der unspezifischen Symptome selbst von erfahrenen Ärzten oft nicht sofort erkannt wird. Bestätigt sich der Verdacht, wird das erkrankte Kind mit einem Antibiotikum behandelt.

So weit muss es aber nicht kommen. Eine Impfung kann das Kind vor einer Ansteckung schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Immunisierung gegen Meningokokken C für alle Kinder ab dem ersten Geburtstag sowie die Immunisierung gegen Meningokokken B für Personen mit eingeschränkter Immunfunktion und mit engem Kontakt zu einem Meningokokken-Erkrankten. Gegen die fünf häufigsten Meningokokken-Serogruppen A, B, C, W135 und Y gibt es Impfstoffe. Bei uns treten vor allem B und C auf.

Meningokokken interaktiv

Weil das alles ganz schön theoretisch und kompliziert ist, brachte eine interaktive Erlebnisausstellung den Veranstaltungsbesuchern das Thema audiovisuell näher. Auch die Mama-REPORTER Wiebke und Silke haben kräftig ausprobiert und ihre Erfahrungen zum Thema mit den Besuchern, den beiden Kinder- und Jugendärzten sowie kinder!-Chefredakteur ­Christian Personn ausgetauscht.

Eine Frage brannte Wiebke, selbst zweifache Mama, dabei – berechtigterweise – unter den Nägeln: „Wie kann ich verhindern, dass ich mein Kind mit Meningokokken anstecke, wenn ich zu den zehn Prozent der Erwachsenen gehöre, die die Bakterien auf ihren Nasen-Rachen-Schleimhäuten tragen?“ Betroffene Eltern können die Erreger nämlich als Tröpfchen beim Atmen, Sprechen, Husten, Niesen – und Kuscheln – auf den Nachwuchs übertragen.

Dr. von ­Landwüst: „Eltern sollten jetzt auf keinen Fall damit aufhören, ihre Kinder zu knuddeln!“ Vielmehr sollten sie ihren Nachwuchs wachsam hinsichtlich der Symp­tome im Auge behalten und die Schutzmöglichkeit durch Impfungen nutzen. Um das zu ermöglichen, muss die Aufklärung weiter vorangetrieben werden. Shary Reeves brachte es am Ende treffend auf den Punkt: „Erzählen Sie’s weiter!“
www.meningitis-bewegt.de

Quellen: BZgA-Erregersteckbrief „Meningokokken“, April 2016, RKI-Ratgeber für Ärzte „Meningokokken“, April 2016

Mit freundlicher Unterstützung von GSK. DE/BEX/0002/17; 01/2017

Das musst du über Meningokokken wissen

Wie kann man sich anstecken? Über Tröpfchen- und Schmierinfektion.
Welche Symptome treten auf? Schmerzen in den Beinen, kalte Hände und Füße, unnatürliche Hautfarbe (Frühsymptome); Fieber, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Nackensteifheit, Krampfanfälle. Säuglinge sind oft unruhig, verweigern die Nahrungsaufnahme und sind berührungsempfindlich; manchmal zeigt sich auch eine vorgewölbte oder harte Fontanelle.
Ist eine Meningokokken-Infektion behandelbar? Ja, mit Antibiotika.
Kann man vorbeugen? Durch eine frühzeitige Impfung.

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