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Schlau hoch drei
Omega-3-Fettsäuren für Kinder

Fischgerichte stehen bei Kindern alles andere als hoch im Kurs. Sollten sie aber! Schließlich sind bestimmte Fischsorten reich an Omega-3-Fettsäuren. Was diese Nährstoffe können und warum besonders Kinder von ihnen profitieren.

„Bäääh, das mag ich nicht!“, kräht Leonie und verzieht angewidert das Gesicht. Eine Reaktion, die viele Eltern von ihren Kindern kennen, wenn Fisch auf den Tisch kommt. Dabei ist Fisch gesund. Besonders gesund sind die fettreichen Sorten wie Lachs, Makrele und Hering. Sie enthalten nämlich lebensnotwendige Omega-3-Fettsäuren, von denen schon Babys im Mutterleib profitieren. 

 

Toller Hecht

Omega-3-Fettsäuren kommen in den Körperzellen des Menschen vor, vor allem in den Zellen des Gehirns, des zentralen Nervensystems und der Netzhaut des Auges. Das Problem: Der menschliche Körper muss diese Stoffe durch Nahrung aufnehmen und kann sie nicht – wie gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren – selbst herstellen. Insbesondere Schwangere sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) achten. Denn: Diese Omega-3-Fettsäuren sind an der Entwicklung des Gehirns und des Sehvermögens des Ungeborenen beteiligt. 

Studien der vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass Kleinkinder, die im Mutterleib und während der Stillzeit ausreichend mit DHA versorgt wurden, schärfer sehen, einen höheren Intelligenzquotienten sowie bessere sprachliche, feinmotorische und soziale Fähigkeiten besaßen. Ein Entwicklungsvorsprung, der sich bis ins Schulalter bemerkbar macht. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt werdenden Müttern und Stillenden, 200 Milligramm DHA täglich zu sich zu nehmen. Um diesen Bedarf zu decken, sollte ein- bis zweimal pro Woche fetter Fisch auf dem Speiseplan stehen. 

 

Ständig unter Strom

Omega-3-Fettsäuren sind aber nicht nur gut fürs „Oberstübchen“. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren Kinder mit Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) positiv beeinflussen kann. In Deutschland leiden rund 4,8 Prozent der Drei- bis 17-Jährigen an dieser neuropsychiatrischen Störung

Die Betroffenen sind zappelig, unruhig, impulsiv, können sich nur schwer konzentrieren und lassen sich leicht ablenken. Die genauen Ursachen sind bis heute unbekannt – Mediziner vermuten aber, dass ADHS mitunter genetisch bedingt ist. Und: Es mehren sich die Hinweise, dass Omega-3-Fettsäuren eine Rolle spielen. 

So stellten die Wissenschaftler fest, dass ADHS-Patienten häufig einen niedrigen Omega-3-Spiegel im Blut aufweisen und Verhaltensprobleme und Lernschwierigkeiten zunehmen, je geringer der DHA-Wert ist. Bei Schulkindern mit ADHS, die über mehrere Monate hohe Dosen von Omega-3-Fettsäuren bekamen, gingen die typischen Symptome und Verhaltensauffälligkeiten hingegen zurück und ihre Lese- und Rechtschreibfähigkeiten verbesserten sich sogar. 

 

Auf den Geschmack kommen

Kein Zweifel: Omega-3-Fettsäuren sind gesund. Ein Argument, das wohl bei vielen Kindern auf taube Ohren stößt. Was also tun, wenn Kinder wie Leonie partout nicht zu Fischfans werden wollen? In diesem Fall können Nahrungsergänzungsmittel aus hochgereinigten Seefischölen helfen, den Tagesbedarf an DHA und EPA zu decken (z. B. „Gesundform Omega-3“). 

Zu den kindgerechten Formen zählen Gel-Tabs (z. B. „Doppelherz system Omega-3 Junior“, erhältlich in Apotheken). Grundsätzlich sollten Eltern ihren Nachwuchs von klein auf an eine ausgewogene Ernährung gewöhnen – und selbst gesund essen. Denn wenn Mama und Papa regelmäßig Fisch futtern, tun es ihnen die Kleinen häufig gleich. Und: gemeinsam kochen und abwechslungsreich auftischen! Dabei den ungeliebten Fisch mit heiß Geliebtem kombinieren,  z. B.  Spaghetti mit Lachs anstatt mit Hackfleisch. 

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