Expertenrat Was hilft bei Reisekrankheit?

Endlich Urlaub! Wäre nur nicht der Weg dorthin. Insbesondere für kleine Passagiere kann die Tour schnell zur Tortur werden, wenn sie von der Reisekrankheit geplagt werden. Das können Eltern jetzt tun.

Frage: Wie können Familien Übelkeit, Schwindel und andere Symptome behandeln, Herr Professor Jelinek? 

Antwort: Indem sie den Auslöser, also die Reise, unterbrechen. Weil das natürlich oft nicht möglich ist, muss man unserem Wahrnehmungssystem ein Schnippchen schlagen. Dieses gibt unserem Gehirn nämlich unterschiedliche Signale: Der eine Teil sagt ihm, dass wir uns nicht bewegen, der andere, dass wir uns bewegen. Das kann unser Gehirn nicht verarbeiten, worauf der Körper – vor allem der von Kindern – mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Unwohlsein und manchmal auch Kopfschmerzen reagiert. Große und kleine Passagiere sollten sich im Auto, Bus, Flugzeug, auf dem Schiff oder in der Bahn grundsätzlich dort aufhalten, wo sie am wenigsten von der Bewegung mitbekommen. So ist es in der Mitte des Schiffs und Flugzeugs ruhiger als im Bug und Heck. Außerdem gilt: Raus- und nicht aufs Smartphone oder in ein Buch gucken. Die Beschwerden lassen sich auch mithilfe von Medikamenten wie Antihistaminika oder hochdosiertem Zink lindern. Vor der Reise und unterwegs leichtverdauliche Speisen wie Toast zu sich nehmen. Außerdem wichtig: viel trinken, insbesondere, wenn der Nachwuchs unter Durchfall und/oder Erbrechen leidet. Die Reisekrankheit wächst sich in der Regel mit steigendem Lebensalter des Kindes aus, da das Gehirn zunehmend in der Lage ist, die fehlerhaften Signale des Wahrnehmungssystems besser zu verarbeiten.

Unser Experte

Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin Düsseldorf, www.crm.de

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