Expertenrat

Nase putzen: Schnäuzen oder Hochziehen - was ist gesünder?

Erkältungsviren haben jetzt Hochkonjunktur und sorgen bei Kindern wiederkehrend für verstopfte Nasen. Wie kleine Schnupfennasen den Schleim richtig loswerden.

FRAGE: Ist es schädlich, den Schleim hochzuziehen, Herr Dr. Rodens?

Dr. Klaus Rodens: Schädlich nicht – aber es ist gegen unsere Etikette! Beim Nasehochziehen entsteht weniger Druck als beim Schnäuzen in ein Taschentuch. Hier besteht die Gefahr, dass Keime in den Verbindungskanal zum Mittelohrraum geschleudert werden – und das kann unter Umständen Mittelohrentzündungen begünstigen. Insofern man nicht mit voller Wucht ins Taschentuch schnaubt, spricht aber nichts dagegen. Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen und vorsichtig erst das rechte, dann das linke Nasenloch ausschnäuzen. Natürlich: Je kleiner die Kinder sind, desto schlechter klappt das und desto lästiger finden sie die Prozedur. Ein buntes Papiertaschentuch kann hier eine gute Motivation sein. Mit dem Naseputzen verhält es sich wie mit dem Zähneputzen oder dem Toilettengang: Übung macht den Meister!

"Stofftaschentücher sind ein Sammelsurium für Krankheitserreger"

Papiertaschentücher sind übrigens die bessere Wahl. Stofftaschentücher sind ein Sammelsurium für Krankheitserreger. Weil Erkältungsviren vor allem über die Hände verbreitet werden, sollte man diese gerade im Winter häufig und gründlich mit Seife waschen. Das reduziert die Keimbelastung deutlich. Die Hände und das häusliche Umfeld zu desinfizieren ist hingegen nicht notwendig. Für unterwegs, wenn es keine Möglichkeit zum Händewaschen gibt, können Desinfektionsgels im Handtaschenformat aber sinnvoll sein. So lästig Erkältungen für Klein und Groß auch sind: Sie trainieren das kindliche Immunsystem und sorgen dafür, dass es sich gegen schwere Infekte zur Wehr setzen kann. 

Zwiebel gegen Schnupfen

Ein wirkungsvolles Hausmittel gegen Triefnase: die Zwiebel. Eine klein gehackte Knolle auf einem Teller oder in einem Säckchen neben dem Kinderbett riecht zwar äußerst unangenehm, lässt kleine Schnupfennasen aber schnell wieder durchatmen. Gegen Husten hilft selbst gemachter Zwiebelsaft: eine Knolle in Würfel schneiden und mit Kandiszucker bei schwacher Hitze aufkochen, vom Herd nehmen und einige Zeit stehen lassen. Anschließend den Sud abseihen. Dem Kind mehrmals täglich einen Teelöffel Zwiebelsaft geben. 

Unser Experte:

Dr. Klaus Rodens, Kinder- und Jugendarzt, Langenau

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