Die wichtigsten Fragen Rotavirus

Kinderarzt Dr. Hubert Radinger beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Thema "Rotavirus-Infektion".

Was sind die Symptome einer Rotavirus-Infektion?

Eine Infektion mit Rotaviren kann starke Durchfälle und Erbrechen mit extremem Flüssigkeitsverlust verursachen. Jährlich müssen allein in Deutschland rund 20.000 Säuglinge und Kleinkinder mit einer Rotavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden.

 Mein Kleiner hat in seinen ersten Lebenswochen schon einmal einen heftigen Brech-Durchfall gehabt.

Was kann ich tun, um weitere Erkrankungen zu verhindern?

Rotaviren und andere Erreger können Durchfallerkrankungen verursachen. Die Rotavirus-Impfung kann speziell den durch Rotaviren verursachten Brechdurchfällen vorbeugen, nicht aber Durchfallerkrankungen durch andere Erreger. Das Rotavirus ist hoch ansteckend. Schon durch den Kontakt mit Spielzeug, dem Wickeltisch oder anderen Kindern können die Erreger übertragen werden. Leider schützt bei Rotaviren auch eine einmalige Erkrankung nicht vor weiteren Infektionen – anders als zum Beispiel bei Masern. Es gibt dafür einfach zu viele verschiedene Typen von Rotaviren. Die Schluckimpfung kann der Erkrankung durch die häufigsten Rotavirus-Typen vorbeugen. 

Kann ich durch vermehrtes Putzen und schärfere Reinigungsmittel verhindern, dass sich mein Kind zu Hause mit Rotaviren infiziert?

Rotaviren sind im Gegensatz zu anderen Viren sehr widerstandsfähig. Gegen die meisten Desinfektions- und Reinigungsmittel sind sie unempfindlich. Mit haushaltsüblichen Desinfektionsmitteln können Rotaviren demnach leider nicht vollständig entfernt werden. Alle Oberflächen wie beispielsweise Türklinken können im Haushalt damit zu Infektionsquellen werden.

Mein Kind ist jetzt schon ein Jahr alt. Ist die Gefahr einer Rotavirus-Infektion damit vorbei? Ab wann wird eine Infektion überhaupt gefährlich?

Auch ältere Kinder – und sogar Erwachsene – können an einer Rotavirus-Infektion erkranken. Doch je kleiner die Kinder sind, desto größer ist durch den Flüssigkeitsverlust die Gefahr der Austrocknung. Bei einem einjährigen Kind ist die akute Bedrohung durch Austrocknung aufgrund der Größe des Kindes zwar etwas geringer als noch bei Babys, trotzdem gilt es im Falle einer Infektion, das Kind genauestens zu beobachten. Achten Sie auf die typischen Symptome einer Austrocknung: Wirkt das Kind teilnahmslos? Weint es ohne Tränen, ist die Fontanelle eingesunken, die Zunge trocken oder die Haut nicht mehr rosig? Auch eine Windel, die über einen halben Tag trocken bleibt, oder starker Gewichtsverlust sind Alarmsignale und es ist dann wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt oder die Notfallambulanz eines Krankenhauses aufzusuchen.

Wie genau funktioniert die Impfung gegen Rotaviren und wann ist der beste Zeitpunkt dafür?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Schluckimpfung gegen Rotaviren ab dem Alter von sechs Wochen, die abhängig vom Impfstoff aus zwei beziehungsweise drei Teilimpfungen besteht und bis zum Alter von 24 beziehungsweise 32 Wochen abgeschlossen sein muss. Da das Risiko für Darmeinstülpungen nach der Immunisierung mit dem Alter des Kindes möglicherweise zunimmt, sollte man diese Alterseinschränkung unbedingt einhalten. Der Impfstoff wird mit einem Applikator säuglingsgerecht in den Mund geträufelt. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten.

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