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„Für Wärme sorgen“
Sanfte Methoden helfen bei einer Erkältung

Quengelige Tage und schlaflose Nächte: Ein kränkelndes Baby hält Mama und Papa manchmal ganz schön auf Trab. Kinderarzt Dr. Martin Lang kennt bewährte Hausmittel, die dem Nachwuchs bei Husten, Schnupfen & Co. guttun.

BABY & GESUNDHEIT: Herr Dr. Lang, sind Babys eigentlich sehr anfällig für Erkältungen?
Dr. Martin Lang: Das kommt darauf an. Haben sie ältere Geschwister, bringen diese häufig Infekte aus dem Kindergarten mit. Ist das Baby das einzige Kind, heißt es schlichtweg Kontakt mit Erkrankten meiden. Eine Ansteckung droht mitunter aber auch dann, wenn ein Mensch auf der anderen Straßenseite niest und die Bakterien zum Baby herübergeweht werden.

Ganz vermeiden lässt sich eine Erkrankung also nicht. Wie helfen Eltern ihrem Nachwuchs, wenn er unter Schnupfen leidet?

Da heißt es: Den Schleim verdünnen, damit er beim Niesen oder Weinen leichter aus der Nase läuft. Dafür eignet sich eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung. Die gibt es in der Apotheke, aber sie lässt sich auch selbst herstellen. Dazu vermischt man einen Teelöffel Kochsalz mit einem Liter Wasser. Mit dieser Lösung können die Eltern dann vor und nach jeder Trinkmahlzeit ihres Kindes die Nase spülen, indem sie mit einer Pipette oder einer Einwegspritze aus der Apotheke vorsichtig ein paar Tropfen in die Nase träufeln.

Und was hilft gegen einen hartnäckigen Husten?

So lange der Schleim in den Bronchien klebt, quält sich das Baby mit dem Husten. Ist der Schleim warm und flüssig, fällt ihm das Abhusten leichter. Viel zu trinken verdünnt den Schleim. Für wohltuende Wärme sorgen Kirschkernkissen und Brustwickel aus Heilwolle oder Bienenwachs.

Dem Baby mehr Flüssigkeit zu geben, ist leicht gesagt. Manchmal will der erkrankte Nachwuchs aber einfach nicht trinken.

Wenn ein Baby einen richtigen Schnupfen hat, kann es auch gar nicht richtig trinken. Es muss ja dabei durch die Nase atmen. Beeinträchtigt eine verstopfte Nase das Trinkverhalten stark, rate ich ausnahmsweise zu abschwellenden Mitteln. Auch Nasensauger sind sehr sinnvoll, um den Schleim zu entfernen. Wichtig beim Absaugen ist es, jeweils das andere Nasenloch zuzuhalten.

Kann man das Baby auch mit wohltuenden Ölen einreiben?

Mit ätherischen Ölen sollten Eltern vorsichtig sein. Sie verursachen auf der Haut mitunter Reizungen. Und nicht nur das: Oftmals ist in solchen Ölen Menthol enthalten, das reizt die Bronchien des Babys und kann zu Atemstörungen führen. Wenn, dann würde ich zu einem Bronchialbalsam für Säuglinge greifen.

Wie schaffen Eltern ein heilsames Raumklima?

Die Kombination Trockenheit und Hitze ist für Säuglinge ungesund. Gut sind dagegen 18 bis 20 Grad Zimmertemperatur und eine Luftfeuchtigkeit im Bereich von 55 Prozent. Das heißt: immer gut Lüften. Wäsche, die zum Trocknen in der Wohnung hängt, oder aber feuchte Tücher, verbessern das Raumklima.

Zwischendurch tut dem Baby auch eine Art Dampfinhalation gut. Dazu die Dusche im Badezimmer kurz heiß anstellen, sodass Dampf entsteht. Und dann kann die Mutter ihr Kind im Bad stillen.

Leichte Symptome lassen sich also mit einfachen Mitteln in den Griff bekommen. Aber ab wann sollten Eltern mit dem kleinen Patienten einen Arzt aufsuchen?

Wenn das Kind merklich leidet, also nicht schläft, sehr unruhig ist oder Mahlzeiten auslässt. In den ersten sechs Monaten ist Fieber, also eine Temperatur über 38,5 Grad, heikel, etwa wenn Schlappheit dazu kommt, oder ein Hautausschlag, den die Eltern nicht beurteilen können. Dann sollten sie ihr Kleines auf jeden Fall einem Kinderarzt vorstellen.

Homöopathie für Babys

Für viele Eltern eine Alternative: die Homöopathie. Bereits Babys können bei Beschwerden wie Schnupfen, Ohrenschmerzen oder Husten mit Globuli behandelt werden. Da die Wirkstoffe stark verdünnt sind, gelten die kleinen Kügelchen als besonders schonend.

Dr. Martin Lang empfiehlt für Säuglinge die Potenz D12, und davon täglich ein bis drei Gaben. Dazu befüllt man etwa einen Eierbecher mit abgekochtem Wasser und löst drei Globuli darin auf. Da homöopathische Mittel über die Schleimhaut direkt ins Blut aufgenommen werden, benetzen Eltern am besten die Wangenschleimhaut ihres Babys mit der Lösung.

Unser Experte

Dr. med. Martin Lang, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Augsburg, Experte für Homöopathie und Akupunktur

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