Im Körper liegt die Kraft

Selbstheilung aktivieren - eine Anleitung für Familien

Nicht der Arzt kuriert eine Krankheit, sondern unser Körper. Denn: Er ist von Geburt an mit Selbstheilungskräften ausgestattet, die Unglaubliches zu leisten im Stande sind. Alles über die Kraft der Selbstheilung und wie Groß und Klein sie ganz einfach aktivieren können.  

Er ist rund um die Uhr im Dienst, überwacht uns auf Schritt und Tritt und weiß immer ganz genau, was zu tun ist: der „innere Arzt“. Gemeint sind die Selbstheilungskräfte, die der menschliche Körper von Natur aus besitzt. Sie sind es, die Knochen nach einem Bruch wieder zusammenwachsen lassen, Schürfwunden heilen, Krankheitserregern den Garaus machen – und schon manchen Patienten urplötzlich gesund gemacht haben. 

Ein ausgeklügeltes Abwehrsystem

Um sich selbst zu reparieren, greift der Körper auf ein ausgeklügeltes System zurück. Zunächst verfügt er über verschiedene mechanische und chemische Barrieren, die Krankheitserreger und schädliche Stoffe abwehren sollen. Die Hautschutzbarriere, die bei Kindern übrigens noch nicht ausgereift und damit noch nicht voll funktionstüchtig ist, Speichel, Magensäure, Augenflüssigkeit, der Hustenreflex: Sie alle sorgen dafür, dass der Körper Eindringlinge auf schnellstem Wege wieder loswird. Sollte der „Feind“ trotzdem in den Körper gelangen, eilen weiße Blutkörperchen herbei, um Viren und Bakterien zu bekämpfen. Das Immunsystem von Kindern ist darin noch nicht so gut, weil es sich erst noch entwickeln muss. Deswegen bekommen die Kleinen häufiger Infekte. Aber auch dabei hat sich unser innerer Doktor etwas gedacht: Auf diese Weise wird das Immunsystem trainiert, damit es für ernste Erkrankungen gewappnet ist. 

Der Körper von Kindern verfügt über bessere Reparaturmechanismen

Je jünger der Körper, desto besser kann er sich selbst reparieren. Knochenbrüche beispielsweise heilen bei Kindern besonders schnell und müssen seltener operiert werden als bei Erwachsenen. Ältere Menschen ziehen sich dagegen oft schon nach einem leichten Sturz komplizierte Brüche zu. Der Grund: Im Alter baut der Körper Knochenmasse ab – die Knochen werden instabil, brechen schneller und heilen nicht mehr so gut. Hier wie auch bei Krebs und anderen schweren Erkrankungen stößt der innere Arzt an seine Grenzen und benötigt Unterstützung von einem „echten“ Kollegen und den -Behandlungsmöglichkeiten der modernen Medizin. Natürlich können wir uns glücklich schätzen, diese zu haben. In einigen Fällen kommen sie allerdings vorschnell und zu oft zum Einsatz. 

Viele Operationen müssen nicht sein

Beispielsweise werden Kindern bei Bronchitis häufig Antibiotika verschrieben, die jedoch nicht wirken, da in der Regel Viren die Auslöser sind. Ein anderes Beispiel sind Operationen: Laut Statistischem Bundesamt greifen Ärzte hierzulande rund 16 Millionen Mal im Jahr zum Skalpell – häufig ohne dass der Nutzen der OP belegt ist. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse sind 85 Prozent der Rücken-OPs unnötig und ließen sich auch ohne chirurgischen Eingriff in den Griff kriegen. An sogenannten konservativen, also nicht operativen Therapien verdient eine Klinik jedoch nicht so gut. Herauszufinden, was unser Körper benötigt, um seine Selbstheilungskräfte bestmöglich zu entfalten, und ihn dabei zu unterstützen, darin besteht die ärztliche Kunst.

Die Hoffnung auf Heilung niemals aufgeben

Aber auch wir müssen unseren Teil dazu beitragen, um gesund zu werden – und zu bleiben. Die Psyche spielt dabei eine große Rolle. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Dauerstress, negative Gedanken und Gefühle das seelische Gleichgewicht aus der Balance bringen, auf die Gesundheit schlagen und die Selbstheilungskräfte blockieren. Nur, wer die Hoffnung auf Heilung nicht aufgibt und auf seinen inneren Arzt vertraut, kann wieder gesund werden. 

So aktivierst du deine Selbstheilungskräfte
  • Achtsam sein und auf den Körper hören. 
  • Ausreichend schlafen.
  • Sich viel bewegen – idealerweise an der frischen Luft.
  • Sich gesund und ausgewogen ernähren. Dazu gehört auch, ab und zu mal zu sündigen. 
  • Stress abbauen.
  • Entspannen. Entspannungstechniken wie autogenes Training und Meditation können dabei helfen.
  • Sich regelmäßig Zeit für sich selbst nehmen und das tun, was einem Spaß macht.
  • Sich mit Menschen umgeben, die einem wichtig sind. Und im Umkehrschluss: den Kontakt zu Menschen reduzieren, die einem nicht guttun.
  • Positiv denken.
Unsere Experten

Professor Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe, Autor und Vorstand der Akademie für Potentialentfaltung, www.akademiefuerpotentialentfaltung.org

Dr. Klaus Rodens, Kinder- und Jugendarzt, Langenau

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