Störenfriede So werden Kinder Warzen los

Schon der Name klingt wenig sympathisch: Warzen sind störend und schmerzen mitunter, sind aber zumeist harmlos. Tipps für eine „knubbelfreie“ Zone.

Jan ist unglücklich: An seinem linken Fußballen prangen zwei kleine Warzen. Am liebsten möchte der Sechsjährige die Punkte einfach wegkratzen. Der Hautarzt klärt ihn und seine Eltern über die zwar harmlosen, aber unliebsamen Begleiter auf und kann Jan überzeugen, dass sich Warzen durch Kratzen nicht beeindrucken lassen – im Gegenteil.

Kinder sind häufig betroffen

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die sich am gesamten Körper ansiedeln können. Sie werden durch humane  Papillomaviren (HPV) hervorgerufen, von denen es mehr als 100 Unterarten gibt. Da die Erreger über keinen eigenen Stoffwechsel verfügen, müssen sie in die Körperzelle eines Wirtes gelangen. Normalerweise ist die Haut gegenüber solchen Angriffen gefeit – ist das Immunsystem des Menschen jedoch geschwächt oder wie bei Kindern noch sehr angreifbar, haben Warzen leichtes Spiel. Rissige oder durch Schweiß und Wasser aufgeweichte Haut begünstigt zudem das Eindringen der Übeltäter.

Nach einer Inkubationszeit, die mehrere Monate dauern kann, verdickt und verhornt sich die Eintrittsstelle. Kratzt das Kind die Warze auf, breiten sich die Viren aus – die typischen „Herde“ entstehen. Eine Ansteckung kann über direkten Hautkontakt erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass die  Erreger indirekt – beispielsweise in Schwimmbädern oder über Türgriffe – übertragen werden.

Warze ist nicht gleich Warze

Kinder bekommen es zumeist mit der sogenannten „gewöhnlichen Warze“ zu tun. Die harten – manchmal schuppigen – Knötchen sprießen vor allem auf dem Handrücken und an den Fingern. Die gute Nachricht: Drängen sie nicht zu dicht an den Nagel, verursachen die Hautwucherungen keine Schmerzen.

Die ebenfalls sehr häufigen „Dorn“- oder auch „Plantarwarzen“ sitzen an den Fußsohlen, sind meist grau-gelblich und von einer dicken Hornhautschicht umgeben. Schwarze durch Blutungen bedingte Pünktchen sind charakteristisch für diese Typen. Dornwarzen empfinden Kinder beim Auftreten oft als unangenehm, da sie ähnlich wie ein Dorn nach innen wachsen. Als „Außenseiter“ gilt die „Dellwarze“: Streng genommen gehört sie nämlich nicht zu den Warzen. Die runden, durch ein harmloses Pockenvirus hervorgerufenen Erhebungen haben eine Delle in der Mitte und breiten sich meist rasch im Gesicht, am Hals und dem gesamten Rumpf aus.

In Geduld üben

Warzen ziehen sich nicht selten von selbst zurück. Das kann allerdings Monate oder sogar Jahre dauern. Experten raten, auf den Selbstheilungsprozess zu vertrauen – es sei denn, die Wucherungen belasten den kleinen Patienten oder vermehren sich übermäßig. Und: Das Kind sollte sich dazu äußern dürfen, ob es etwas unternehmen möchte. Im Falle einer Behandlung ist es ratsam, möglichst schonende Methoden anzuwenden. Hier haben Eltern die Qual der Wahl, denn gegen die Knötchen ist nicht nur ein Kraut gewachsen: Apotheken- oder verschreibungspflichtige Lösungen, Salben oder Pflaster führen beispielsweise zur Ablösung der Warze oder verhindern die Virusvermehrung.

Schleppende Erfolge sind dabei nicht ungewöhnlich. Ein lohnender Versuch ist auch, die Warze mit Schöllkraut oder einer Tinktur aus der Thuja-Pflanze zu behandeln. Der Hautarzt kann sehr hartnäckige Wucherungen lasern, mit flüssigem Stickstoff vereisen und mit einem scharfen Löffel entfernen lassen, wobei gerade letztere Methode eventuell Narben hinterlassen und schmerzhaft sein könnte. Egal ob und für welche Behandlungsart Eltern sich entscheiden: Es ist in jedem Fall sinnvoll, die Hautveränderungen von einem Facharzt beurteilen zu lassen.

Gut gewappnet

Damit Warzenviren erst gar nicht zum Zug kommen, brauchen Kinder vor allem eines: Eine stabile Abwehr. Viel Bewegung an der frischen Luft und eine vitaminreiche Ernährung machen das Immunsystem der Kleinen fit.

Da sich Warzenviren gerne in Schwimmbädern oder Turnhallen ausbreiten, ist hier besondere Vorsicht geboten. Jungen und Mädchen tragen dort am besten entsprechendes Schuhwerk, desinfizieren sich nach dem Aufenthalt sorgfältig Hände sowie Füße und benutzen ausschließlich das eigene Handtuch. Haben die Kleinen eine empfindliche Haut und neigen zu rissigen Stellen, ist regelmäßiges Eincremen ratsam.

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