Fliegenpilz & Co. Wie reagiere ich richtig bei Vergiftungen?

Jeder weiß: Fliegenpilze sind giftig. Aber viele Eltern wissen nicht, was im Notfall zu tun ist und was sie unbedingt vermeiden sollten, wenn der Nachwuchs WC-Duftsteine oder andere Giftstoffe verspeist hat.

Frage: Was sollen Eltern konkret tun, wenn ihr Kind etwas Giftiges gegessen hat, Frau Wittchen?

 
Antwort: Zunächst einmal: Ruhe bewahren! Mögliche Reste der giftigen gegessenen Substanz sollte man aus dem Mund entfernen und dem Kind anschließend einen Schluck Wasser, Tee oder Saft zu trinken geben. Auch wenn es im Internet oft geraten wird: Milch trinken bei Vergiftungen bringt nichts, sondern führt gehäuft zu Erbrechen. Und das sollte man auf keinen Fall herbeiführen – man kann das Kind so nämlich schwer verletzen und mitunter schwere Folgeschäden provozieren. Dann wählt man die Nummer des regionalen Giftnotrufs. Dabei ist es wichtig, präzise Angaben zum Unfallhergang zu machen. So benötigen wir den genauen Produktnamen, um die Zusammensetzung des Giftstoffs zu ermitteln. Wenn der Nachwuchs Teile einer Pflanze probiert hat, brauchen wir ihren Namen. Giftige Pflanzen und Beeren stehen vor allem im Sommer auf dem „Speiseplan“ der Kleinen. Tipp: Giftpflanzen am besten aus Haus und Garten verbannen. Fliegenpilze werden relativ selten verspeist. Viel häufiger und gefährlicher sind versehentlich gegessene Knollenblätterpilze, die hochgiftig sind. Am häufigsten werden wir aber angerufen, weil Jungen und Mädchen einfache Putz- und Reinigungsmittel probiert haben. Sehr „beliebt“ sind beispielsweise die bunten Toilettenduftsteine. Leider haben wir auch viele Anfragen zu Medikamenten. Diese sollten Eltern unbedingt in einem abgeschlossenen Schrank aufbewahren.

Unsere Expertin

Friederike Wittchen, Giftnotruf der Charité-Universitätsmedizin Berlin, CharitéCentrum für diagnostische u. präventive Labormedizin, giftnotruf.charite.de

 

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