Wirksame Hilfen bei Erkältungen Topfit!

Der Übergang vom Sommer zum Herbst hat mitunter unliebsame Begleiter im Gepäck: die Erkältungsviren. Bis zu zehn Infekte müssen Kinder pro Jahr durchstehen. Wie kleine Schnupfennasen wieder durchatmen.

Mit einer geröteten Nase kommt Leon aus dem Kindergarten. „Ich glaube, ich werde krank“, sagt der Fünfjährige und hustet kräftig. Seine Mutter steckt ihn erst mal ins Bett, deckt ihn bis zur Nasenspitze zu und kocht ihm einen warmen Tee. Sie weiß: Leons Immunsystem reift erst noch aus. Es muss lernen, mit vielen unterschiedlichen Krankheitserregern fertig zu werden. Jede Erkältung trainiert die körpereigene Abwehr und klingt normalerweise nach einer Woche wieder ab. Die Symptome sind zwar lästig, aber behandelbar.
 

200 mutmaßliche Täter

Bei einer Erkältung sind die oberen Atemwege entzündet. Die Auslöser sind Viren, die sich rasant verbreiten. Schon beim Sprechen oder Schnäuzen übertragen sich die ungebetenen Gäste durch die Atemluft. Sie machen auch vor Gegenständen wie Spielzeug nicht halt. Im Kindergarten oder in der Schule, also an Orten, wo viele Kinder aufeinandertreffen, haben die
Krankheitserreger daher leichtes Spiel. Etwa 200 Keime können einen grippalen Infekt auslösen.


Körpereigene Abwehr

Eine laufende Nase wünscht sich niemand, aber Schnupfen hat eine wichtige Funktion: Der Körper setzt ihn zur Abwehr und Reinigung ein. Wenn Erkältungserreger in die Nase eindringen, schwillt die Nasenschleimhaut an, um weiteren Viren den Weg zu versperren. Gleichzeitigbildet die Nase mehr Schleim, um die Eindringlinge wieder vor die Tür zu setzen. Bei Erkältungen ist es wichtig, dass der Schleim in den Atemwegen feucht bleibt. Dabei helfen zum Beispiel Nasensprays mit Meersalz. Abschwellende Nasentropfen nur selten und in Absprache mit einem Kinder- und Jugendarzt anwenden – sie helfen nur kurzfristig und schädigen auf Dauer die Nasenschleimhaut.

Aufgepasst beim Naseputzen: Immer jedes Nasenloch einzeln ausschnäuzen, sonst kann es passieren, dass der Schleim durch den Druck ins Mittelohr gepresst wird. Ein Kind sollte daher wissen, wie es sich richtig schnäuzt, um eine Ausbreitung der Infektion auf Ohren oder Nebenhöhlen zu vermeiden.

Immunsystem stärken

Wichtig bei einem grippalen Infekt: viel trinken! Mineralwasser, Tees und Suppen sind wohltuend und spenden Flüssigkeit. So wird der Schleim in den Atemwegen feucht gehalten und erleichtert den kleinen Patienten auch das Abhusten. Eine Schüssel mit heißem Wasser und Kamillenblüten auf der Heizung befeuchtet die Raumluft und sorgt für eine indirekte Inhalation.

Wenn der Nachwuchs das Bett hüten muss, mehrmals täglich lüften. Die optimale Zimmertemperatur liegt bei 18 bis 20 Grad. Frische Luft tut immer gut: das Kind – sofern es nicht zu schlapp ist – warm einpacken und einen kleinen Spaziergang machen. Das stärkt die
Abwehrkräfte, auch bei einer Erkältung. Obst und Gemüse liefern zusätzlich Vitamine für die Immunabwehr.

Unter Druck

Auch der Husten reinigt den Körper: Er verhindert, dass sich größere Mengen keimhaltigen Schleims in den Bronchien festsetzen. Durch den Hustenreflex versucht der Körper, den Schleim druckvoll aus dem Brustkorb zu entfernen. Indirekte Inhalationen (eine Schüssel heißes Wasser mit Kamillenblüten auf die Heizung stellen) halten den Schleim flüssig – mit einem Dampfbad zu inhalieren ist für Kinder noch zu gefährlich.

Ein wirksamer Hustenstiller ist der Zwiebel-Zucker-Saft: eine kleine Zwiebel, 100 ml Wasser und 100 g Kandis so lange kochen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Dem Kind mehrmals täglich einen Teelöffel davon geben. Ein angewärmtes Kirschkernkissen auf der Brust empfinden kleine Huster als wohltuend. Je nach Hustenart sind allerdings unterschiedliche Behandlungen notwendig. Der Kinderarzt ist immer der richtige Ansprechpartner bei der passenden Behandlung kleiner Hustenpatienten.

Schluck für Schluck

Wenn bei Halsschmerzen jeder Schluck wehtut, wird selbst das fröhlichste Kind weinerlich. Angenehm sind jetzt Getränke wie eine heiße Zitrone oder eine Hühnerbrühe. Schulkinder sind alt genug, Gurgellösungen vorschriftsgemäß auszuspucken und Lutschtabletten im Mund zu behalten, bis sie sich aufgelöst haben. Bonbons mit Salbei und Gurgellösungen aus Salbei-blättern oder Kamillenblüten lindern die Beschwerden. Ein Schal wärmt den Hals zusätzlich.
 

Stark gegen Erkältungen

Ausgewogene, vitaminreiche Kost und Bewegung an der frischen Luft stärken die körpereigene Abwehr. Stress dagegen greift das Immunsystem an, auch schon bei Kindern. Ein geregelter Tagesablauf mit eingeplanten Ruhephasen, ausreichend Schlaf sowie Liebe und Aufmerksamkeit sind ein dicker Pluspunkt für die Gesundheit aller Familienmitglieder.

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