Richtig Schluss machen Abstillen – möglichst in kleinen Schritten

Nach ein paar Monaten Stillen beginnt die Zeit, in der Mama und Baby merken: Jetzt geht’s nicht mehr. Am besten entwöhnst du dein Kleines dann ganz sanft.

 

Zuerst klappte es nur mit Schmerzen und Mühe, dann lief es monatelang perfekt – und jetzt soll schon wieder Schluss sein? Die 34-jährige Britta wird ein bisschen wehmütig, wenn sie daran denkt, dass sie ihre kleine Tochter nicht mehr lange stillen wird. Während die fünf Monate alte Mia vor vier Wochen noch mehrmals täglich geradezu gierig aus ihrer Brust trank, wendet sie jetzt immer öfters das Köpfchen ab. Guckt hier und da, interessiert sich für alles andere – nur nicht mehr für Mamas Brust. Offensichtlich ist Mia dabei, sich selbst abzustillen.

 

Ein harmonischer Weg: von der Brust zum Brei

Auch wenn Britta der Abschied vom Stillen schwerfällt, kann sie sich trösten. Denn Mia und sie haben den einfachsten und friedlichsten Weg gefunden, um den sanften Übergang von der Milch zum Brei zu schaffen. Das Baby ist in einem Alter, in dem das Zufüttern ohnehin ansteht – und die Mama hat genug Zeit für kleine Schritte. Mia bekommt jetzt mittags Brei und wird morgens und abends weiter gestillt. So wird sie satt, obwohl Mamas Milch weniger wird. In zwei Wochen will Britta auch das Frühstück ersetzen, die wichtige Abendmahlzeit an der Brust aber beibehalten. Die Milchproduktion geht dadurch von ganz allein weiter zurück, bis Mia endgültig abgestillt ist. Denn durch selteneres Saugen werden weniger Stillhormone ausgeschüttet.

 

Das Baby braucht jetzt ganz viel Körperkontakt

Doch nicht jedes Entwöhnen verläuft so harmonisch. Wenn Mütter und Kinder nicht zum gleichen Zeitpunkt Schluss machen wollen, müssen Kompromisse her. Wenn eine Mutter beschließt, dass sie abstillen möchte, obwohl das Baby noch gerne und ausreichend trinkt, sollte sie sich Zeit nehmen. Von heute auf morgen einfach nicht mehr stillen – das wäre ein harter Einschnitt mit Komplikationen. Wenn Mütter mit Babys unter vier Monaten die Brustmahlzeiten vorzeitig beenden wollen oder müssen, sollten sie in kleinen Schritten vorgehen:

 

  • Ersetze die Mahlzeit, zu der das Baby am wenigsten trinkt, durch ein Fläschchen mit künstlich hergestellter Ersatzmilch. Idealerweise beginnst du damit einmal in sieben Tagen. Nur wenn es schneller gehen muss oder einfach zu wenig Milch da ist, ersetze mehrmals in der Woche eine Brustmahlzeit durch die Flasche.
  • Später – etwa im Wochenabstand – kommen weitere Mahlzeiten hinzu.
  • Achte darauf, dass dein Baby trotz des Abschieds von der Brust genug Körperkontakt hat. Berühre es, singe und spiele mit ihm.

 

Medikamente bremsen die Milchproduktion

Obwohl die meisten Mütter ihr Baby gerne stillen möchten, gibt es manchmal Gründe die dagegen sprechen. Wenn das Abstillen direkt nach der Geburt unvermeidlich ist, bekommen Mütter noch in der Klinik Medikamente, die die Milchproduktion bremsen. Tees – zum Beispiel Salbei- oder Pfefferminztee – unterstützen diesen Prozess. Auch homöopathische Mittel oder die Kühlung der Brust können helfen. Dabei lassen Betroffene sich am besten von der Hebamme beraten.

Es gibt auch Fälle, in denen Babys unter vier Monaten plötzlich „streiken“, obwohl ihre Mütter noch genug Milch haben und gerne weiter stillen würden. Hier kann es sinnvoll sein, die Hilfe einer Stillberaterin in Anspruch zu nehmen, um herauszufinden, warum dem Baby die Lust am Trinken aus der Brust vergangen ist.

 

Frauen sollten nach Gefühl entscheiden

Nicht vergessen: Solange sich ein Baby gut entwickelt, gibt es keinen festen Zeitpunkt, an dem eine Frau abstillen sollte. Vier bis sechs Monate ausschließlich Stillen sind aus Expertensicht empfehlenswert. Doch letztendlich muss eine Mama nach ihrem Gefühl entscheiden. Viele Mütter erhalten sich gerne die Möglichkeit, ihr Baby bis zu einem Jahr oder länger zumindest hin und wieder noch an die Brust zu legen. Niemand sollte sich einreden lassen, das sei „nicht normal“, wie es leider immer wieder behauptet wird. Im Gegenteil: Es gibt sogar gute medizinische Gründe dafür. Zum Beispiel senkt langes Stillen das Krebs- und das Osteoporose-Risiko der Mutter und stärkt die Gesundheit des Kindes. 

 

Hilfe und Informationen

Du hast Fragen zum Stillen oder suchst nach Informationen? Die gemeinnützige Organisation „La Leche Liga“ berät Mütter mit emotionaler Unterstützung und fachlicher Hilfe. Per Telefon, E-Mail oder mit Informationen zu Stillberaterinnen in deiner Nähe.

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