Hilfe bei körperlichen Nachwirkungen Beschwerden nach der Geburt

Haarausfall, Rückenschmerzen, Inkontinenz - wir listen die typischen körperlichen Beschwerden nach der Geburt auf und geben Tipps, wie sie sich lindern lassen. Beruhigend: Die meisten Nachwirkungen sind hormonell bedingt und vergehen von selbst.

Manchen Frauen machen die körperlichen Nachwirkungen der Geburt zu schaffen. Die meisten dieser Beschwerden gehen von alleine wieder vorbei, aber ein paar Tipps können helfen, sie schneller wieder loszuwerden.

 

Haarausfall

Nach der Entbindung kommt es bei manchen Frauen zu einem mehr oder weniger starken Haarausfall. Schuld daran ist der stark abfallende Östrogenspiegel. Dieser Haarausfall kann sich über einige Monate hinziehen, hört dann aber von alleine wieder auf. Mach dir also nicht allzu viele Sorgen! Schon während dieser Zeit beginnt das Haar neu zu wachsen. Bei manchen Frauen verändert sich auch die Haarstruktur und aus dünnen, lockigen werden kräftige, glatte Haare. Eine abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Kost, wie sie in dieser Phase ohnehin besonders wichtig ist, unterstützt auch den Haarwuchs.

Wenn der Haarverlust besonders stark oder besonders anhaltend ist und du den Eindruck hast, dass es mit Schwangerschaft und Geburt allein nicht mehr zu erklären ist, solltest du einen Arzt aufsuchen. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob du stillst oder nicht. Denn das Stillen hat – entgegen vielen Gerüchten – mit dem Haarausfall nichts zu tun.

 

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind lästig, aber auch sie sind meist vorübergehend. Es ist nicht ungewöhnlich, nach der Geburt unter Hämorrhoiden zu leiden, da die Blutgefäße am Beckenboden in der Schwangerschaft und während der Geburt deines Kindes stark belastet wurden. Mach dir keine Sorgen, für gewöhnlich bilden sich Hämorrhoiden bald zurück. Sollte dies nicht der Fall sein, scheue dich nicht, mit deinem Gynäkologen darüber zu sprechen.

Hämorrhoiden gehören für die meisten Frauen zu den Tabuthemen. Trotzdem ist es ein ganz typisches Phänomen, mit dem dein Arzt in seiner alltäglichen Arbeit oft zu tun hat. Sollte sich durch die Salbe, die er dir verschreiben wird, keine Besserung einstellen, so empfiehlt es sich, einen Proktologen, also einen Spezialisten für Erkrankungen des Enddarms aufzusuchen. Grundsätzlich solltest du harten Stuhlgang vermeiden. Mit ballaststoffreicher Ernährung, viel Flüssigkeit und regelmäßiger Bewegung kannst du Hämorrhoiden entgegenwirken.

 

Inkontinenz

Auch Inkontinenz gehört zu den Tabuthemen, über die Frauen nach der Geburt nicht gerne reden, obwohl doch viele betroffen sind. Inkontinenz hat nämlich nichts mit dem Alter zu tun – sie trifft junge Leute genauso wie ältere. Es passiert beim Niesen, beim Husten, beim Hochheben des Kindes oder beim Joggen: Ist die Blase gefüllt, geht in diesen Momenten unfreiwillig ein Tröpfchen Urin ab. Das nennt man Stressinkontinenz. Das hat nichts mit Hektik und Eile zu tun, sondern bedeutet, dass die Belastung durch Lachen oder Husten stärker ist als die Verschlusskraft des Schließmuskels.

Oft kann eine Geburt zu Harninkontinenz bei jungen Frauen führen. Die Beckenbodenmuskulatur überdehnt sich während der Entbindung, einzelne Muskelfasern können reißen, nicht selten kommt es sogar zu einem Dammriss. Unter dem Einfluss der Hormone Östrogen und Progesteron lockert sich der Beckenboden schon während der Schwangerschaft. Hinzu kommt der Druck durch den kindlichen Kopf. Bei manchen Frauen reicht das, um inkontinent zu werden, andere haben mehr Glück mit dem Beckenboden und die Probleme treten nicht auf.

Sprich auf jeden Fall mit deinem Arzt darüber, wenn du dich mit der Situation unwohl fühlst. Er kann dir Tipps zum Trainieren der Beckenbodenmuskulatur geben oder dich zu einem Spezialisten überweisen. Wenige Tage nach der Geburt kann dir deine Hebamme schon ein paar Übungen zeigen, mit denen du wieder ein Gefühl für die Beckenbodenmuskulatur bekommst. Ganz wichtig ist es, an einem Rückbildungskurs teilzunehmen, den man nach sechs bis acht Wochen nach der Geburt beginnen kann. Damit beugst du auch der Inkontinenz im Alter vor.

 

Brustspannen

Durch Spannen in der Brust macht der Körper auf einige Veränderungen aufmerksam, die jetzt in deinem Körper vor sich gehen. Außerdem ändert sich meistens die Zusammensetzung der Muttermilch mit dem Alter des Kindes noch, auch das kann ein Grund für ein Brustspannen sein.

Die Beschwerden können durch warme Umschläge oder Massageöl gelindert werden. Außerdem solltest du einen gut sitzenden BH tragen oder dir einen entsprechenden Still-BH kaufen, um deinen Brüsten mehr Stabilität zu geben. Bei wunden Brustwarzen empfehlen sich Luft und Salben. Frag deine Hebamme nach weiteren Möglichkeiten.

 

Schweißausbrüche

Durch die Hormonschwankungen werden Schweißausbrüche (wie in den Wechseljahren) verursacht. Doch zum Ende des Spätwochenbetts werden sie von ganz allein vorbeigehen. Kein Grund zur Sorge also!

 

Rückenschmerzen

Häufig klagen Mütter über Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenverspannungen sowie Schmerzen im Kreuzbeinbereich. Spürst du auch solche Schmerzen, kann das daran liegen, dass du für das Stillen noch nicht die ideale Position gefunden hast und verkrampfst. Außerdem sind die Bauchmuskeln noch schwach und Arme, Schultern und Rücken müssen das Defizit ausgleichen.

Eine zusätzliche Belastung ist das Herumtragen des Kindes. Achte also auf die Höhe des Wickeltischs und eine entspannte Stillhaltung – und scheue dich nicht, zum Beispiel die Bügelwäsche von der Großmutter erledigen zu lassen! Und: Hebe in den ersten Wochen nach der Geburt nur leichte Dinge und achte dabei auf deine Haltung! Der Rücken sollte gerade sein, auch wenn du dich bückst.

 

Konzentrationsschwäche

Möglicherweise kennst du es schon aus der Schwangerschaft: Du bist vom Wohnzimmer in die Küche gelaufen – und hast vergessen, was du dort wolltest. Oder du stehst im Supermarkt und bist plötzlich gänzlich ratlos, was du für das Abendessen noch so dringend brauchtest. Mit der Geburt ist die Neigung zur Vergesslichkeit nicht vorbei, viele Frauen leiden auch in der Stillzeit an Konzentrationsschwäche. Sollte diese kleine Schwäche sich jedoch ausweiten, könnten Ursachen dafür zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder ein Eisenmangel sein. Kläre dies mit deinem Arzt oder deiner Hebamme. Auf jeden Fall solltest du besonders in der Stillzeit viel Flüssigkeit zu dir nehmen.

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