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Milch abpumpen
Alles, was du wissen musst

Milch abpumpen gehört für viele Mamas zum Stillalltag dazu. Wir erklären, wie man Muttermilch abpumpen, aufbewahren, einfrieren und wieder auftauen kann.

Eines gleich vorweg: Am Anfang kann es sich ganz schön komisch anfühlen, Muttermilch abzupumpen. Nicht selten sagen junge Mütter, dass sie sich beim ersten Mal wie eine Kuh an der Melkmaschine fühlen. Wie beim Stillen klappt es mal auf Anhieb, mal braucht es ein wenig Zeit. Ganz gleich aus welchen Beweggründen du Milch abpumpen willst – Rückkehr in den Job, ein paar freie Stunden für dich, in denen der Papa das Füttern übernimmt oder aus medizinischen Gründen – setze dich gerade am Anfang nicht unter Druck! Wir haben dir viele hilfreiche Tipps für das Abpumpen zusammengestellt und zeigen dir auch, wie du Muttermilch am besten aufbewahren, einfrieren und wieder auftauen kannst. 

Manuell oder elektrisch abpumpen?

Zu Beginn musst du dich erst einmal entscheiden, ob du mit einer manuellen oder elektrischen Milchpumpe abpumpen möchtest. Die Entscheidung ist Geschmacksache. Aber auch eine Kostenfrage. Eine Hand-Milchpumpe ist deutlich günstiger als eine elektrische Milchpumpe. Dafür kannst du mit einer elektrischen Doppelmilchpumpe beidseitig abpumpen, was natürlich Zeit spart. Es kommt also auch ein wenig darauf an, wie häufig du die Pumpe benutzen und wie viel Milch du aufbewahren möchtest. Sprich am besten mit deiner Hebamme oder einer Stillberaterin über deine Wünsche. Beide können dich bestens beraten und dir den Gebrauch sowohl der elektrischen als auch der Hand-Milchpumpe erklären. Wenn bei dir oder deinem Kind ein medizinisches Problem vorliegt, wie z. B. eine Trinkschwäche, ein Milchstau oder eine Brustentzündung, kannst du dir von deiner Frauenärztin oder deinem Kinderarzt ein Rezept für eine elektrische Milchpumpe ausstellen lassen. Die Kosten hierfür trägt dann die Krankenkasse. 

1. Muttermilch abpumpen

  • Vor dem Abpumpen solltest du deine Hände gründlich waschen. Deine Brust und Brustwarzen brauchst du nicht extra zu reinigen.
  • Hebammen empfehlen erst nach ca. acht Wochen mit dem Abpumpen anzufangen, um bei Neugeborenen eine Saugverwirrung durch das Fläschchen zu vermeiden. 
  • Spezielle Sauger (wie z. B. „Calma“ von Medela) können einer Saugverwirrung vorbeugen. Sie imitieren das Saugen der Babys optimal. Die Milch fließt nur heraus, wenn ein Vakuum aufgebaut wird. Möchte dein Baby atmen oder eine Pause machen, stoppt der Milchfluss, genau wie an der Brust.
  • In manchen Fällen, wenn z. B. der Milcheinschuss auf sich warten lässt, nur sehr wenig Milch produziert wird oder das Baby nicht richtig an der Brust saugt, wird mit dem Abpumpen schon früher begonnen. Zumeist bereits im Krankenhaus. Durch das Abpumpen wird der Milchfluss angeregt und Säuglinge, die nicht trinken können oder mögen, können dennoch mit Muttermilch versorgt werden. 
  • Gerade am Anfang kann es sein, dass keine oder nur sehr wenig Muttermilch fließt, obwohl beim Stillen alles rund läuft. Gib dir und deinem Körper Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen.
  • Beim Abpumpen ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Meistens klappt es am besten direkt nach dem Stillen und in entspannter Atmosphäre. Solltest du getrennt von deinem Baby abpumpen müssen, schau dir am besten ein Foto von ihm an. Das löst den Milchspendereflex aus. Einige Mamas schwören auch darauf, die Milchpumpe an eine Brust anzulegen, während das Baby an der anderen Brust trinkt.
  • Eine der wohl häufigsten gestellten Fragen lautet: Wie viel Milch kann oder sollte man abpumpen? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie von vielen Faktoren abhängt. Wenn du nur mal für ein paar Stunden das Haus ohne Baby verlassen möchtest, reicht ein kleines Fläschchen aus. Bist du mehrere Stunden weg, ist es sinnvoll, einen größeren Vorrat anzulegen. Einige Mamas haben so viel Milch, dass sie den Kühlschrank in wenigen Tagen füllen könnten, andere kämpfen mühsam um jeden Milliliter. Fest steht: Je häufiger gepumpt wird, desto mehr wird die Milchproduktion angeregt. Auch das solltest du im Hinterkopf haben. Wenn du also ohnehin sehr viel Milch hast, solltest du besser nicht zu häufig pumpen. Andersherum kann mehrmaliges Pumpen am Tag (und vielleicht auch in der Nacht) Frauen mit eher weniger Milch zu mehr Milch verhelfen. 
  • Ein Richtwert, der beim Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch zur Orientierung dienen kann: Mädchen brauchen im Schnitt 755 Milliliter Milch pro Tag, während Jungs rund 831 Milliliter benötigen.

2. Muttermilch aufbewahren

  • Abgepumpte Muttermilch kannst du ganz einfach in speziellen Muttermilch-Beuteln oder Flaschen aus Glas oder Kunststoff aufbewahren. Wichtig: Sie dürfen keine Weichmacher enthalten, müssen also BPA-frei sein.Deshalb eignen sich auch keine herkömmlichen Eiswürfel- oder Tiefkühlbeutel.
  • Die Milchpumpe und die Behälter müssen nach Gebrauch nicht sterilisiert werden. Es reicht sie mit heißem Wasser und Spülmittel zu reinigen. 
  • Muttermilch hält sich bei Raumtemperatur (17 Grad bis 25 Grad) gut acht Stunden lang. Ist es im Sommer sehr heiß, solltest du die Milch nicht länger als drei bis vier Stunden zur Aufbewahrung stehen lassen.
  • Im Kühlschrank hält Muttermilch rund 72 Stunden. Die Kühlschranktür ist zur Aufbewahrung von Muttermilch nicht geeignet, da es hier nicht kühl genug ist. 

3. Muttermilch einfrieren

  • Du kannst deine Muttermilch auch einfrieren. Am besten direkt die Menge, die du später auch zum Verfüttern benötigst. Im Gefrierschrank ist die Milch ungefähr sechs Monate lang haltbar. 
  • Wenn du mehrmals am Tag pumpst, kannst du kleine Mengen Milch in einem Zeitfenster von 24 Stunden auch zusammengeben. Nur bitte keine frisch abgepumpte Milch zu bereits gefrorener Milch geben – dadurch können Keime entstehen. 

4. Muttermilch aufwärmen

  • Vor dem Füttern von aufgetauter Muttermilch, musst du sie erst einmal erwärmen. Und zwar auf 37 Grad – das entspricht der Temperatur, wie dein Baby sie auch beim Stillen von dir bekommen würde. 
  • Am effektivsten ist ein Flaschenwärmer. Er erhitzt die Milch so schonend, dass alle Vitamine und Nährstoffe erhalten bleiben. In der Mikrowelle hingegen, kann es passieren, dass Milch partiell zu heiß wird und wertvolle Inhaltsstoffe dabei zerstört werden. Eine andere Alternative ist das Wasserbad. Dazu stellst du die Milchflasche in einen Behälter mit lauwarmen Wasser. Du kannst die gefrorene Milch auch in kaltem Wasser auftauen lassen – bedenke nur bitte, dass das länger dauert. 
  • Gefrorene Milch kann auch erst in den Kühlschrank gestellt werden, wo sie nach und nach auftaut. 
  • Aufgetaute Milch darf nicht wieder eingefroren werden. Im Kühlschrank aufbewahrt, kannst du sie noch bis zu zwölf Stunden verwenden. Wenn dein Baby sie bis dahin nicht getrunken hast, solltest du sie besser wegkippen. 

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