Zug um Zug Familienspaß Gesellschaftsspiele

Würfeln, taktieren und ein bisschen schummeln: Gesellschaftsspiele sind ein beliebtes Familienritual. Und für die Entwicklung von Kindern in jeder Hinsicht ein Gewinn.

Wenn sich die Familie zum Karten- oder Brettspiel um den Tisch versammelt, bedeutet das vor allem eines: jede Menge Spaß! Fragt man Erwachsene nach ihren schönsten Kindheitserinnerungen, fallen vielen die turbulenten „Malefiz“- oder „Mensch ärgere dich nicht“-Nachmittage mit Eltern und Geschwistern ein.

Lernen fürs Leben

Auch Wissenschaftler betonen, wie wichtig Gesellschaftsspiele für Kinder sind. Hier sammeln sie grundlegende Erfahrungen, die sie im Alltag nutzen können: Sie lernen kooperativ zu handeln, Ideen zu entwickeln, mit Sieg und Niederlage umzugehen, bestimmte Regeln einzuhalten.
„Spielen fördert das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Kompetenz. Es ist wie Lernen im Vorbeigehen: das Aneignen von Fähigkeiten und Fertigkeiten geschieht nahezu unbemerkt, das Erlernte bleibt aber tief verankert“, unterstreicht Johannes Ebermann vom Dresdener „Felsenweg Institut“, das durchgezielte Projektarbeit Gesellschaftsspiele wieder stärker in den Blickpunkt von Familien rücken will.

Und noch etwas spricht für die geselligen Runden mit „Zicke Zacke Hühnerkacke“, „Memory“ oder „Monopoly“: Auch wenn es bei manchen Spielabenden ziemlich hitzig zugeht, sind sie wichtig für die Entwicklung des Wir-Gefühls im Familienbund. Spiele sind Ausdruck von Geselligkeit und Gemeinschaft, alle rücken wieder näher zusammen. Denn: Gemeinsames Tun verbindet und verbündet.

Eine Frage des Alters

Bei der Entscheidung für ein Gesellschaftsspiel sollten Eltern unbedingt die Altersempfehlung der Hersteller ernst nehmen. Niemand hat etwas davon, wenn die Kinder mit Spielen überfordert sind, die nicht für ihr
Alter geeignet sind. Ein ständig überfordertes Kind wird auf Dauer ebenso gelangweilt sein wie ein permanent unterfordertes.

Ab drei Jahren beginnen Kinder, einfache Regeln zu akzeptieren.
Gesellschaftsspiele können sie noch nicht mit Gleichaltrigen spielen, sondern brauchen ältere Kinder oder Erwachsene, die sie unterstützen. Empfehlenswert sind einfache Lottospiele, bei denen gleiche Bild- und Zahlensymbole aneinandergelegt werden. Spaß machen auch Zufallsspiele mit Symbolwürfeln.

Im Alter zwischen vier und sechs Jahren interessieren sich Kinder für Spiele mit leichten, eindeutigen Regeln und überschaubaren Abläufen. Zum Beispiel „Fang den Hut“ oder einfache Würfelspiele, die mit Farben oder den Zahlen 1 bis 6 „arbeiten“. Gerade Spiele, die eher vom Würfelglück als von vorausschauender Planung abhängen, vermitteln ganz nebenbei, dass es sich lohnt, trotz Rückschlägen weiterzukämpfen.

Ab sechs Jahren, wenn die Kinder langsam Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, setzen sie diese Fähigkeiten auch im Spiel ein. Interessant werden jetzt Spiele, bei denen es darauf ankommt, pfiffig und logisch vorauszudenken: also Klassiker wie Dame, Mühle oder Schach. Aber auch komplexere Kartenspiele wie „Schwarzer Peter“.

Mit neun Jahren beginnen Kinder, sich stärker in andere Personen einzufühlen. Sie lernen Spielzüge des Gegners vorauszuberechnen und eigene Strategien zu entwickeln - und sind damit in Sachen Gesellschaftsspiel eine echte Herausforderung für die Erwachsenen

Sieg und Niederlage

Egal, ob mit Würfeln oder Karten, egal ob Köpfchen gefragt ist oder Glück im Mittelpunkt steht - Gefühle spielen immer mit. Diese zu begreifen und zu kontrollieren, ist für Kinder ein Kraftakt. Spiele sind eine Möglichkeit, den Umgang mit Emotionen wie Freude oder Enttäuschung zu trainieren. Eltern sind daher gut beraten, ihre Söhne und Töchter nicht immer gewinnen lassen. Erst durch Übung schaffen es Kinder, Wut und Enttäuschung zu bändigen – und damit ist schon viel gewonnen.
 

Daniela Mutschler

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