Wohin mit Plüschtieren, Puppen & Co.?

So kommt Ordnung ins Kinderzimmer

Familien-Konflikt Nummer eins: "Räum endlich dein Zimmer auf!" Durchdachte, platzsparende Möbelsysteme erleichtern es dem Nachwuchs, Ordnung ins Kinderzimmerchaos zu bringen.

 

Beim Aufräumen helfen? Nööö, jetzt nicht. Finn (4) spielt gerade Feuerwehr. Es brennt in der Puppenstube. Der Löschtrupp nähert sich mit lautem Tatütata. Süß, denkt Finns Mama. Sie will den kleinen Feuerwehrmann aber trotzdem nicht von der Aufräum-Pflicht entbinden. „Wenn das Feuer gelöscht ist, räumst du die Eisenbahn weg.“ Früher hätte Finn gemurrt. Da musste er erst Schienen, Waggons und Zubehör sortieren, in Schachteln verpacken und im Schrank verstauen. Seit seine Familie auf ein Kistensystem umgestellt hat, geht’s leichter. Schnell alles mit der Hand zusammenfegen, in die Eisenbahnkiste packen, die unters Bett schieben – und fertig. Die Feuerwehr ruft zum nächsten Einsatz.

Nicht nur der Kistentrick erleichtert großen und kleinen Leuten das Aufräumen. Mit geschickt ausgewählten Möbeln, optimal genutztem Stauraum und anderen cleveren Tricks lassen sich Platzprobleme lösen. Hier ein paar Anregungen:

 

Anbausysteme mit vielen Möglichkeiten

Am Anfang seines Lebens braucht ein Baby nur wenig. Wird es größer, wächst auch die Anzahl seiner Sachen. Es braucht mehr Platz. Sehr praktisch, wenn man dann zu den alten Möbeln einfach neue Elemente dazustellen kann, sodass der Stauraum mit dem Kind wächst. Oder wenn bestimmte Möbel sich einfach umfunktionieren lassen.

 

Regale von zwei Seiten benutzbar

Beliebt bei jungen Eltern sind Regale ohne feste Rückseite. Sie können an der Wand stehen oder im Zimmer als halbhohe Raumteiler dienen. Passende Kisten mit Spielsachen (am besten beschriftet oder mit einem Symbol versehen) und genau an die Fächergröße angepasste Körbe werden von beiden Seiten einfach in die Regale geschoben.

 

Hoch oben lagern

Niedrige, breite und tiefe Schränke brauchen viel Stellfläche im Kinderzimmer. Besser machen sich da hohe Schränke, denn sie schaffen viel Stauraum, ohne dass Grundfläche verloren geht. In den oberen Fächern können Spielsachen lagern, die nicht regelmäßig in Gebrauch sind oder mal bewusst aus dem Verkehr gezogen werden, um nach einiger Zeit wieder attraktiv zu sein. Achtung: Damit sie nicht kippen, müssen hohe Schränke an der Wand befestigt werden.

 

Multifunktionale Kisten

Normalerweise dienen sie als Lager, werden aber bei Bedarf verwandelt: Aus der Holztruhe, in der Verkleidungssachen stecken, wird ein Theaterpodest. Das Regal ist die Seitenwand einer Höhle. Die Kiste mit Rädern, in der sonst die Bausteine sind, wird zum fahrbaren Teddy-Bettchen. Holzwürfel dienen als Stühle, kleine Tische oder Häuser und bieten gleichzeitig Stauraum. Sie können gestapelt oder immer wieder neu aneinandergestellt werden. Unter dem Stichwort „modulare Holzboxen“ findet sich einiges. Auch in Sitzbänken kann man Spielzeug unterbringen.

 

Kleiderschränke „fressen“ viel und schützen vor Chaos, wenn sie groß genug sind. Verfügt das Kinderzimmer über genug Platz, kann man ruhig mit dreitürigen Modellen anfangen. Es werden sich immer Sachen finden, die sie füllen. Gute Schränke halten lange durch und sollten innen flexibel sein. Im Schrank brauchen kleine Kinder überwiegend Fächer. Kleiderstangen sind am Anfang noch überflüssig, werden aber später wichtig. Deshalb am besten gleich einen Schrank kaufen, dessen Innenaufteilung sich verändern lässt. Auf dem Boden können Boxen mit Bettwäsche, Windeln​ oder Handtüchern stehen.

Offene Regale sind prima für kleine Kinder, sie finden sich dann besser zurecht. Größere Kinder haben es lieber „blickdicht“. Zum einen, weil der Blick auf anderes Spielzeug von dem Spiel ablenkt, dem sich das das Kind gerade widmet. Zum anderen sieht das Zimmer schneller ordentlich aus, wenn Krimskrams außer Sichtweite hinter Schrank- oder Regalwänden verschwindet. In Regalen mit einer Mindesttiefe von 35 Zentimetern ist genug Platz für Kisten und Körbe.

Schreibtisch – auch der bietet Stau- und Spielraum. Stifte, Papier, Bastelscheren & Co. verschwinden in Schubladen. Bücher und Schulsachen, die das Kind regelmäßig braucht, stehen in offenen Regalen über der Arbeitsfläche. Wird der Schreibtisch nicht zum Lernen oder Malen benutzt, lässt sich im Nu eine Spielhöhle draus machen. Einfach Decken drüber, die an den Seiten herunterhängen – und fertig. Gute Schreibtische sind höhenverstellbar und haben eine leicht geneigt Tischplatte.

Betten. Werden sie durchdacht gekauft, sind sie in kleinen Räumen regelrechte Platzsparwunder. Mit einer Kombination aus Hochbett, Kleiderschrank, Schreibtisch und Regalen lässt sich auf wenig Grundfläche viel unterbringen. Nicht vergessen: Wenn sich die Kinder unter dem Bett aufhalten, sollte der Platz dort gut beleuchtet sein. Auch einzelne Betten bieten Unterbringungsmöglichkeiten. Bettkästen, Bettschubladen, Plastikkisten oder Körbe verschwinden einfach darunter.  

 

Achtung Kippgefahr!

Umkippende Möbel sind für Kinder lebensgefährlich. Deshalb unbedingt drauf achten: Wird keine Befestigungsvorrichtung für die Montage an der Wand mitgeliefert, einfach Winkel, Dübel und Schrauben im Baumarkt kaufen, um das Möbel selbst standfest zu machen.

Schubladen-Schutz

Das Krabbelkind zieht an Schubladen oder packt Schränke aus? Das verhindern einfache Absicherungen aus Plastik. Die sorgen dafür, dass der Schrank nicht weit aufgeht, aber auch nicht zuknallt, wenn Babys Händchen noch dazwischenklemmen.

 

Tipps und Tricks

Mach’s einfach! Mama und Papa sollten sich – schon aus Gründen der Nervenschonung – für ein möglichst einfaches Ablagesystem entscheiden, damit das Aufräumen unkompliziert wird. Am besten eignen sich großzügige Boxen, in denen sich viel unterbringen lässt.

Weniger ist mehr. Vollgestopfte Kinderzimmer sind nicht nur für Eltern ein Graus. Auch Kinder finden sich besser zurecht, wenn sie mit wenig Sachen umgeben sind. Tipp: Immer mal wieder Spielzeug aussortieren und in den Urlaub auf den Dachboden schicken.

Unauffällig sind Einbauschränke oder hochhängende Schränke (zum Beispiel über der Tür) für Sachen, an die man nicht so oft dran muss.

Ecken nutzen – mit Eckregalen oder speziellen Ecktischchen werden Räume optimal ausgenutzt.

Wandwickeltische, wie es sie oft in öffentlichen Toiletten gibt, werden an der Wand montiert und weggeklappt, wenn sie stören. Wo Platz für eine Wickelkommode fehlt, können auch Gitterbettchen mit einer aufsetzbaren Platte zum Einsatz kommen.

 

Schubfächer unterm Boden

Bodenpodeste haben im Kinderzimmer gleich mehrere Vorteile. Sie teilen den Raum (wenn zum Beispiel zwei Kinder ein gemeinsames Zimmer haben und ihre Bereiche voneinander getrennt sein sollen) und bieten mit herausziehbaren Schubfächern viel Platz. Ein Podest lässt sich relativ leicht selber bauen und exakt in den Grundriss des Zimmers einpassen. 

 

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