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Schummel-Milch

Alternativen sind Müsli oder Kakao

Wenn Kinder keine Milch mögen, müssen sie trotzdem nicht ohne aufwachsen. Mit ein paar Tricks lässt sich die weiße Flüssigkeit so verwandeln, dass auch kleine Milchmuffel sie nicht verweigern

„Bähh, die trinke ich nicht.“ Bei der Vorstellung, eine Tasse pure Milch schlucken zu müssen, schüttelt Sophie sich. Sie mag einfach keine Milch – vor allem keine warme. Nicht zu Hause und auch nicht im Kindergarten. Schmeckt langweilig und nach nichts, findet die Fünfjährige, während sie wieder einmal in ihre Tasse starrt, in der sich bereits eine dünne Milchhaut gebildet hat – ein Vorgang, den Sophie besonders fies findet. Ihre Eltern wollen aber unbedingt, dass sie jeden Morgen wenigstens ein bisschen Milch trinkt. Denn die Kleine isst ohnehin wenig und hat zum Frühstück häufig gar keinen Hunger.

Weil Sophie sehr dünn ist und ihre Mutter befürchtet, dass sie nicht genug Nährstoffe bekommt, hat sie den Kinderarzt um Rat gefragt. Und der schlug ausgerechnet das vor, was Sophie am schwersten fällt: Wenn Kinder morgens nicht frühstücken, könnten sie wenigstens Milch trinken, damit sie Eiweiß, Kalzium und B-Vitamine bekommen. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt, dass Jungen und Mädchen zwischen vier und neun Jahren jeden Tag 330 bis 400 Milliliter Milch oder Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Quark verzehren sollen, um das knochenwichtige Kalzium aufzunehmen.

 

Manche Kinder trinken lieber aus bunten Gläsern

Doch Ernährungsexperten und Sophies Eltern sind sich einig: Man sollte und kann Kinder nicht zum Essen zwingen. Das macht sie nur bockig und fördert die Jetzt-erst-recht-nicht-Haltung. Doch man kann sie „verführen“ – und das ist bei Milch besonders einfach. Bei manchen Kindern reicht es schon, die Milch in einem bunten Glas zu servieren, statt in einer weißen Tasse oder sie mit Strohhalm anzubieten.

Außerdem lässt sich in das Getränk aus der Kuh viel hineinschummeln, das den Geschmack verändert, die wertvollen Nährstoffe aber erhält. Manche Kinder löffeln zum Beispiel eifrig Milch, wenn Müsli darin schwimmt. Bei einem Großteil der Milchmuffel wirkt ein bisschen Kakaopulver Wunder. Wird die Milch mit leichtem Schokogeschmack versüßt, trinken auch Verweigerer sie plötzlich freudig.

 

Käse oder Joghurt: Die Milch kommt auf Umwegen

Mütter und Väter sehen das allerdings mit zwiespältigen Gefühlen, weil zuckern ja nicht sonderlich gesund ist. Zu Recht, doch Ernährungs-Experten raten auch nur dazu, wenn es nicht anders geht – nach dem Motto „Besser gesüßt als gar nicht.“

Außerdem kann man Milch auch auf Umwegen ins Kind mogeln: Naturjoghurt mit klein geschnittenem Obst, Dickmilch, selbstgemachte Smoothies, Quarkbrot mit Tomaten oder Radieschen, Milchreis oder Griesbrei mit Apfelmus – all diese Kinderlieblinge enthalten ebenfalls Kalzium, das das Knochenwachstum fördert. Das Knochenmineral steckt aber auch in Käse, und am meisten davon in Schnitt- und Hartkäse. Ein Käsebrötchen mit einem lustigen Gemüsegesicht kommt gut an, geriebener Käse findet auf den Lieblingsnudeln seinen Platz. Neben Milch und Milchprodukten sind übrigens auch Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl und Rucola, Haselnüsse sowie Mineralwässer Kalzium-Lieferanten.

Wenn Kinder allerdings mit Bauchschmerzen auf Milch reagieren, muss sie erstmal vom Speiseplan. Babys sollten gar keine Kuhmilch trinken, um Allergien vorzubeugen, sondern so lange wie möglich gestillt oder mit Säuglingsnahrung versorgt werden. Größere Kinder oder Erwachsene, bei denen Milch Blähungen verursacht, leiden häufig an einer sogenannten Laktose-Intoleranz. Ihnen fehlt ein Enzym, das den Milchzucker Laktose zerlegt. Die Betroffenen müssen auf laktosefreie Produkte umsteigen.

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