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Interview

Fünf Fragen an Sternekoch Alexander Herrmann

Er war der erste Promi-Koch im Kinderkochklub: Fünf Fragen an Sternekoch Alexander Herrmann.

KiNDER: In der Jubiläumsausgabe von KiNDER servieren wir unseren Lesern ein Tortenrezept. Welcher Kuchen kommt bei Ihren Kindern auf den Geburtstagstisch?
Alexander Herrmann: Ich bin ein Fan von Thementorten, bei denen ein Bild mit Lebensmittelfarben auf Esspapier gedruckt wird. Die lasse ich beim Bäcker machen. Mein Sohn wird bald neun und mag Star Wars. Mal schauen, wer da auf die Torte kommt. Darth Vader wäre ein bisschen düster ...

Kindergeburtstage sind für die meisten Eltern Stress pur. Was serviert der Profi zu solchen Gelegenheiten?
Der Stress entsteht ja dadurch, dass bei den kleineren Kindern oft die Eltern mitkommen. Dann müssen Eltern und Kinder verpflegt werden. Was ich immer gerne mache: Einen ganz normalen Biertisch in Alufolie einkleiden, auf der Längs-Mittelbahn einen großen Streifen Klarsichtfolie draufkleben. Darauf richte ich meinen „Drachenfüßler“ an. Der hat Bratwürste als Beine, Kartoffelbrei als Kopf und Körper. Darauf ein bisschen Sauerkraut – das wars. Die Kinder freuen sich schon beim Zuschauen, wenn der Drache entsteht. Ist er fertig, bekommt jeder eine Gabel in die Hand gedrückt und darf loslegen. Die Bratwürste kommen super an – auch bei den Erwachsenen. Hinterher gibt’s selbst gemachtes Blaubeereis. Auch das ist fix gemacht: Tiefkühl-Blaubeeren Puderzucker, Zitronensaft und Milch im Mixer pürieren – und schon ist es Eis. Oder mit Milch verlängern und einen Milchshake daraus machen.

Wie kann man Kids beim Kochen einbinden?
Eltern sollten ihrem Nachwuchs so früh wie möglich beibringen, mit Messer und Gabel zu essen. Wenn das klappt, kann das Kind auch mit einem Tafelmesser – kein Küchenmesser – in der Küche ein Gurkenstück oder eine halbe Tomate schneiden. Natürlich wird das nicht schön ausschauen, aber was soll`s. Das ist ein kreativer Prozess und die Kinder können das, was sie tun, gleich probieren und haben ein Erfolgserlebnis: „Gurke schmeckt“. Mein Sohn hat als Vierjähriger eine ganze Gurke gegessen – aus reiner Lust, weil er es geschafft hatte, sie zu schälen und zu schneiden. So etwas geht nur, wenn die Kinder mit den Lebensmitteln Berührung haben.
Klar kann man sie nicht an den Herd stellen und sie Schnitzel braten lassen. Man kann das Fleisch aber mit ihnen panieren, durch Ei und Mehl ziehen und die Semmelbrösel dran machen. Eine schöne Sauerei! Dabei erleben die Kinder etwas und sind stolz auf ihre selbst gemachten Schnitzel.

Warum sind gemeinsame Familienmahlzeiten wichtig?
Gemeinsame Mahlzeiten sind ein wichtiger Ankerpunkt für Kinder in ihrem Tagesablauf. Nirgendwo kann man besser über ernste und natürlich auch lustige Dinge sprechen wie bei Tisch. Nicht umsonst setzen sich Geschäftleute zum Essen an einen Tisch, um dabei Geschäfte zu machen. Wenn man sich als Familie hinsetzt und jeder ein bisschen von seinem Tag erzählt, ist das wichtig für den Familienzusammenhalt.

Wie können Familien beim Lebensmitteleinkauf sparen und sich dabei gesund ernähren?
Gesund gibt es ja überhaupt nicht mehr momentan, sage ich jetzt provokant. Ansonsten: selber kochen! Zum Beispiel Pizza selber machen – wenn man die Zutaten günstig kauft, kann man eine frisch gemachte, leckere Pizza zu einem guten Preis hinbekommen. Außerdem saisonal einkaufen. Wenn jemand im Dezember Erdbeeren kauft, braucht er sich nicht zu wundern, wenn die Schale fünf Euro kostet und gesund ist es auch nicht. Mein Grundsatz: „Das, was es jetzt gibt, ist auch das, was unserem Körper guttut.“

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