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Ab ins Kinderzimmer

Spielt euch schlau!

Keine Angst vorm globalen Wettbewerb, Wer seinem Kind Raum und Ruhe zum Spielen lässt, bereitet es optimal auf die Zukunft vor. Denn wenn die Kleinen konzentriert spielen, trainieren sie ihr Gehirn besser als jedes Förderprogramm.

 

Marlene hockt in ihrem Zimmer und spielt und spielt und spielt. Im nächsten Jahr soll die Fünfjährige in eingeschult werden. „Müssten wir sie dafür nicht extra fördern?“, fragen sich ihre Eltern. Einerseits sehen sie es gern, wenn ihre kleine Tochter in ihrer Spielwelt versinkt und alles um sicher herum vergisst. Andererseits machen die Mütter und Väter im Bekanntenkreis Stress: Rasmus von nebenan kann schon lesen. Lia geht seit einem Monat zum Kinder-Englisch. Julians Eltern haben ihren Sohn beim Yoga angemeldet, damit er lernt, sich zu konzentrieren. Und Elena spielt jetzt Blockflöte in der Musikschule. Offenbar arbeiten die Erwachsenen eifrig daran, ihren Nachwuchs frühzeitig fit zu machen für eine Karriere in der globalisierten Welt.

 

Juhu! Unser Kind spielt in aller Ruhe vor sich hin

Verliert unser Kind den Anschluss, wenn wir nicht nachhelfen? Kommt es in der Schule nicht mit, wenn andere schon rechnen und lesen können? Was nützt es ihm, wenn es „nur“ im Sandkasten herumbuddelt? Lernt es genug, wenn es den Puppenwagen schiebt? Reicht es, wenn ein Vorschulkind in seiner Freizeit überwiegend spielt? Ja, das reicht. Marlenes Eltern sollten ihre Tochter eigentlich beglückt im Kinderzimmer beobachten. Denn, das was sie da tut, sieht nach außen zwar nach simplem Hin- und Herschieben von Figuren aus. Doch es ist das beste Lernprogramm, was es für ein Kind gibt.

 

Wenn sie spielen dürfen, bewegen Kinder sich gerne

Von Natur aus sind Kinder dazu angelegt, sich zu bewegen – und zwar lange bevor sie Sport als Schulfach haben. Sie tun das sogar mit Begeisterung, indem sie hüpfen, tanzen, balancieren, klettern und toben, wo immer sie Gelegenheiten dazu finden. In Urzeiten diente Spielen dazu, sich körperlich fit fürs Überleben zu machen. Muskelaufbau, Ausdauer, Geschicklichkeit und Koordinationsfähigkeit waren nötig, um später als Jäger und Sammler erfolgreich zu sein. Kinder trainieren nicht gezielt wie Sportler mit Trainingsplan. Beim Spielen betreiben sie aber Fitnessübungen aller Art von ganz alleine.

 

Auch im Kinderzimmer sollte genug Platz zum Toben sein​

Idealerweise findet das natürlich draußen an der frischen Luft statt. Doch Kinder haben in ihrer Freizeit heute immer seltener die Möglichkeit, alleine draußen zu spielen. Deshalb ist ein Kinderzimmer, das zum Bewegen anregt, mittlerweile wichtiger denn je. Toll, wenn drinnen genug Platz für Kletterwände, Trampolin, Schaukel, Rutsche und Tarzanseil ist und das eigene Kinderzimmer aussieht wie der Toberaum in der Kita. Doch in den meisten Wohnungen ist das wegen des knappen Platzangebots nicht umsetzbar. Hier helfen wenige, aber flexible Möbel: Ein Bett, das sich nicht nur zum Schlafen, sondern auch zum Spielen eignet, Kisten und Schubladen, in denen Dinge verschwinden, die nicht gebraucht werden, ein Schreibtisch, der auch mal zur Höhle umfunktioniert werden kann und eine Matratze, die Hüpfen erlaubt – damit ist schon viel gewonnen. 

 

Spielzeit – wie viel sollte sein?

Spielen ist für Kinder keine Zeitverschwendung, sondern ständige Vorbereitung auf die Herausforderungen des Lebens. Damit dafür nicht die Zeit fehlt, sollten Eltern in Gedanken ruhig einmal den Tagesablauf ihres Nachwuchses durchgehen. Bleiben täglich sieben bis acht Stunden zum Spielen, ist alles okay. Dazu zählt die Spielzeit in der Kita ebenso wie die Zeit, die sie unverplant zu Hause im Kinderzimmer mit freiem Spielen verbringen. Bis zur Einschulung spielen Kinder mehr als 15.000 Stunden. 

 

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