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Kinder und Musik

Stimmiges Duett

Ob Melodien aus der Spieluhr oder Mamas beruhigendes Wiegenlied. Ob ausgelassene Tänze zum Bi-Ba-Butzemann oder erste Experimente am Klavier – Musik begleitet jedes Kinderleben. Und: Kinder lernen durch Musik.

Carlotta ist in ihrem Element. Mit einem Kochlöffel in der linken und einem Schneebesen in der rechten Hand trommelt die Einjährige auf einem Ensemble aus Töpfen und Schüsseln. Carlotta macht Musik! Wer Kinder dabei beobachtet, wie sie allen möglichen Gegenständen Töne entlocken oder sich zur Musik spontan bewegen, der ahnt: Rhythmen und Klänge sind den Kleinen ziemlich vertraut. Und: Sie spielen in der kindlichen Entwicklung eine tragende Rolle. „Kinder erleben durch aktives Singen und Musizieren Glücksmomente und Herausforderungen, an denen sie wachsen können“ – beschreibt der Liedermacher Rolf Zuckowski das Zusammenspiel von Kindern, Tönen und Takten.

Entwicklung im Dreivierteltakt

Den ersten Kontakt mit Musik hat ein Kind bereits im Mutterleib. Viereinhalb Monate nach Beginn der Schwangerschaft ist das Ohr des Fötus nämlich bereits voll ausgebildet. Die Stimme der Mutter nimmt ein Ungeborenes als Abfolge verschiedener Tonhöhen wahr. Auf Klänge reagiert es, indem es sich bewegt. Im Alter von ein bis zwei Jahren imitieren Kinder Geräusche, Teile von Melodien können sie bereits mitsummen. Geradezu kreativ werden Kinder zwischen drei und fünf Jahren. Dann sind sie in der Lage Lieder nachzusingen, erfinden aber auch schon eigene Stücke.

Einig ist sich die musikpädagogische Fachwelt über die entwicklungsfördernde Wirkung von Musik. Eine Langzeitstudie mit Grundschulkindern unter der Leitung von Hans Günther Bastian, Professor für Musikpädagogik, ergab, dass Kinder mit musikbetontem Unterricht ihren gleichaltrigen Kameraden in Sachen soziale Kompetenz, Kreativität und sogar Intelligenz voraus sind.
Wenn Kinder musizieren, gilt es gleich mehrere Aufgaben zu bewältigen: Das Auge muss Noten lesen, das Gehirn die Informationen verarbeiten, die Hände müssen all diese Informationen umsetzen –Übungen, die die Konzentrationsfähigkeit steigern, und auch bei der Bewältigung anderer Aufgaben nützlich sind.

Hier spielt die Musik

Im Alltag von Kindergärten nehmen Spiel- und Mitmachlieder viel Raum ein. Denn sie fördern das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppen. Ein Renner ist das „Pinguinlied“. Es verlangt Körperkontakte und ist damit hilfreich, Berührungsängste abzubauen. Das „Eckenraten“, bei dem das Kind mit verbundenen Augen in die Richtung des tönenden Instruments zeigt, trainiert die Hörfähigkeit, vor allem das für den Straßenverkehr so wichtige Richtungshören.
Wer die musikalischen Fähigkeiten der Kinder unterstützt, tut auch etwas für die Sprachentwicklung der Kleinen. Musik und Sprache sind nämlich enge Verwandte. Eltern sollten deshalb so früh wie möglich beginnen, mit ihren Kindern zu singen. Müttern und Vätern, die darüber hinaus das musikalische Potenzial ihres Nachwuchses fördern möchten, steht eine Vielzahl von Angeboten zur Verfügung. In „Eltern-Kind-Kursen“ für die Kleinsten und den weiterführenden Kursen der „Musikalischen Früherziehung“ wird gemeinsam gesungen, spielerisch das Gehör geschult, werden Instrumente erkundet. Wichtig dabei ist: Die Knirpse müssen nicht gleich in die Fußstapfen von Mozart treten oder zum Perfektionisten am Piano erzogen werden. Alleine die Freude am Spiel mit der Musik zählt

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