Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Easy Rider

Laufrad, Fahrrad & Co.

Roller, Lauf- und Fahrrad können eine willkommene Abwechslung zu Fußball- und Fangenspielen sein – vorausgesetzt, der Nachwuchs startet auf dem richtigen Gefährt durch. Was ein gutes Zweirad ausmacht und worauf Eltern beim Kauf achten sollten.

 

Früh übt sich: das Laufrad

Das Vehikel ohne Pedale ist als Einstieg gut geeignet. Denn: es schult Gleichgewichtssinn, Motorik und Koordination des Kindes – und bereitet es damit perfekt auf das spätere Radfahren vor. Außerdem stärkt es die Muskulatur und unterstützt die kindgerechte Laufbewegung. Experten empfehlen das Laufrad für Kinder ab zweieinhalb Jahren. Wichtig: Das Gefährt sollte „mitwachsen“ können – also in der Höhe verstellbar sein. Das gilt übrigens auch für den Sattel. Das Kind muss mit fast gestreckten und leicht zur Seite gespreizten Beinen auf ihm sitzen können. Beim Kauf außerdem auf einen tiefen Durchstieg, begrenzten Lenkereinschlag und das Gewicht achten: Ein Laufrad sollte nicht schwerer als drei bis fünf Kilo sein. Tipp: Ein fertig montiertes Rad erspart lästiges Herumschrauben.

Mit Schwung: der Roller

Schon Oma und Opa hatten einen. Den Klassiker, der nicht selten die gesamte Kindheit begleitet, gibt es in den verschiedensten Variationen: Aus Holz mit kleinen Rädern, aus Aluminium mit Luftbereifung und mit praktischem Klappmechanismus. Empfehlenswert sind Modelle mit luftbereiften Rädern und Fußbremse. Sie bleiben nicht so schnell an Kanten und Rillen im Asphalt hängen. Wie das Laufrad, bereitet auch der Roller die Kleinen optimal auf das erste Fahrrad vor. Sie trainieren beim Rollerfahren nicht nur Reaktionsfähigkeit und Körperbeherrschung, sondern üben auch komplexe Vorgänge wie Bremsen und Kurvenfahren. Und: Sie bewegen sich dabei in einem Tempo, das sie kontrollieren können. Wichtig: Auf die passende Größe und einen höhenverstellbaren Lenker achten. Abgerundete Lenkergriffe schützen zudem vor dem Abrutschen der Hände.

 

Für Pedalenprofis: das Fahrrad

Der Zeitpunkt, an dem Kinder Fahrradfahren lernen, ist individuell verschieden. Grundsätzlich gilt: Man sollte den Nachwuchs auf gar keinen Fall dazu drängen. Das sorgt nur dafür, dass er die Lust verliert – und Streit ist vorprogrammiert. Nur Kinder, die schon früh gute Erfahrungen mit dem Rad machen, benutzen es auch später gerne als Verkehrsmittel. Mit vier oder fünf Jahren empfiehlt sich zunächst die Anschaffung eines Spielrads – vorausgesetzt das Kind ist bereits geübt im Umgang mit Roller oder Laufrad. Das Spielrad sieht zwar aus wie ein normales Fahrrad, ist aber laut Straßenverkehrsordnung keines. Denn: Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Gefährt um ein Spielzeug. Es braucht also – im Gegensatz zu seinem verkehrstauglichen Verwandten – also weder ein vorschriftsmäßiges Licht noch eine funktionierende Klingel. Was man wissen muss: Spielzeuge haben auf der Straße nichts zu suchen. Sie dürfen ausschließlich abseits des Straßenverkehrs benutzt werden. Das gilt übrigens auch für Roller und Laufrad. Ist das Kind dem Spielrad entwachsen, steht der Kauf eines „richtigen“ Drahtesels an. Der muss vor allem eines: passen. Es bringt nichts, ein Fahrrad zu kaufen, in das ein Kind erst „hineinwachsen“ muss. Das perfekte Maß: Wenn das Kind auf dem Sattel sitzt und mit beiden Fußspitzen bequem den Boden erreicht. Räder ab 20 Zoll eignen sich je nach Körpergröße für Kinder ab etwa sechs Jahren. Tipp: Den Sprössling zum Kauf mitnehmen, dann kann er vor Ort direkt eine Probefahrt machen – und testen, ob er das Gewicht des Vehikels tragen kann. Das Fahrrad sollte nicht mehr als 13 Kilogramm wiegen. Finger weg von Stützrädern! Sie schaden mehr, als sie nützen. Die vermeintlichen Helfer verhindern, dass das Kind das richtige Lenken, Anfahren, Anhalten und Kurvenfahren lernt. Stützräder können unter Umständen sogar gefährlich werden – zum Beispiel, wenn eines der Räder in ein Schlagloch absackt. Da wundert es nicht, dass viele Fahrradhersteller Stützräder als Radfahr-Lernhilfe aus ihrem Programm genommen haben. Wenn Eltern dann noch sämtliche Teile regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen, steht einer guten Fahrt nichts mehr im Weg. 

 

Aber sicher!

Was ein gutes Fahrrad braucht

  • Licht. Frontleuchte und (Stand-)Rücklicht sind ein Muss. Empfehlenswert: ein Nabendynamo. Er läuft leichter als ein Seitendynamo und lässt sich leichter einschalten.
  • Bremsen. Das Wichtigste: eine Rücktrittbremse. Außerdem je eine gut greifende Handbremse für das Hinter- und Vorderrad
  • Pedale. Rutschsicher und ohne scharfe Kanten. Und: mit gelben Reflektoren auf beiden Seiten.
  • Schaltung: Mit einer robusten Nabenschaltung können Kinder im Stand schalten und weiterhin mit Rücktritt bremsen.
  • Kettenkasten. Er schützt davor, dass sich Hosenbeine und Schnürsenkel in der Kette verfangen.
  • Lenker. Er sollte höchstens zehn Zentimeter breiter sein als die Schultern des Kindes. Sinnvoll: rutschsichere Griffe und verdickte Lenkerenden.
  • Reifen. Breite Ballonreifen mit einer glatten Oberfläche haben auf der Straße ein besseres Brems- und Kurvenverhalten als Reifen mit grobem Profil.
  • Gepäckträger. Er muss stabil sein, um z. B. die Schultasche zu transportieren. Für längere Touren empfiehlt sich ein Fahrradkorb oder eine Packtasche.
  • Zubehör. Zwar besteht in Deutschland keine Helmpflicht, dennoch sollten Eltern unbedingt das Geld für einen guten Fahrradhelm investieren. Ebenfalls wichtig: ein kindgerechtes Fahrradschloss.

 

Teile diesen Artikel:

]