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Musikalische Erziehung

Wie finde ich das richtige Musikinstrument für mein Kind?

Musizieren macht Spaß. Doch wie finde ich das richtige Musikinstrument für mein Kind? Diese Frage hat sich unsere Autorin Sonja gestellt.

Kinder lieben Musik. Und sie lieben es, Musik selbst zu machen. Dem Baby geben wir schon früh die erste Rassel in die Hand. Begeistert lauscht es den Geräuschen und erst recht ist es begeistert, wenn es merkt, dass es selbst diese Laute erzeugt: Es macht seine erste Musik. Rythmusinstrumente sind der erste Einstieg in die Musik.

Dazu reicht auch ein Kochtopf und ein Holzlöffel - und schon spielt das Baby Trommel. Auch Kleinkinder lieben das. Sie machen gerne Krach. Mit allen möglichen Hilfsmitteln, die wir ihnen einfach in die Spielzeug-Kiste legen können: Klanghölzer, Rassel-Ei, Tröte, Mini-Glockenspiel.  Was für uns im ersten Moment vielleicht wie Krach klingt ist für sie etwas Faszinierendes: Musik.

Singen und spielen

Besonders gerne singen Kinder. Spielerisch wird das gern in den Singspielen im Kindergarten umgesetzt. Dies ist auch das richtige Alter, um das Kind auf dem Xylophon erste Tonfolgen spielen zu lassen und den Tönen zu lauschen. Wlecher passt zu welchem? Was klingt "schief"? So können musikalische Kinder ganz versunken sein, wenn sie mit solch einfachen Instrumenten schon im frühen Alter musizieren können.

Mit dem ersten "richtigen" Musikinstrument kann das Kind dann gut im Vorschulalter beginnen. Aber tatsächlich ist hier die Frage: welches? Die Blockflöte ist das klassische Einstiegsinstrument. Zum einen verfügt sie über einen begrenzten Tonumfang. Dadurch bleibt die für das Kind ganz neue Welt der Noten überschaubar. Hält es die richtigen Löcher mit seinen kleinen kleinen Fingerchen wirklich zu, erzeugt es den richtigen Ton. Und ganz nebenbei wird auch noch die Mund- und Atemmuskulatur trainiert, was einen positiven Effekt auf das Sprechen und die Aussprache hat. 

Eine Blockflöte aus Plastik ist günstig und erzeugt leichter einen geraden Ton. Führt also schneller zum Erfolg. Ein Flöte aus Holz dagegen ist teurer und muss erst eingespielt werden. Sie erzeugt aber letztendlich die weicheren und schöneren Töne. Wichtig ist, eine Weile "dran" zu bleiben. Nimmt man die Blockflöte als Einstiegsinstrument, sollte das Kind dieses Instrument auch wirklich beherrschen, bevor es zu einem anderen Instrument wechselt. Nach einem Jahr sollte es soweit sein. 

Konzerte für Kinder

Es ist sicher ratsam, sich einmal mit dem Kind gemeinsam Instrumente anzuhören. Am besten ein einem Konzert, dann sieht und hört es die verschiedenen Musikinstrumente im Einsatz. Bei Kinderkonzerten gibt es auch manchmal die Gelegenheit, vorher oder hinterher selbst die Instrumente auszuprobieren. Andere Möglichkeiten hierzu finden sich an Tagen der offenen Tür an Musikschulen oder auch in Musikfachgeschäften.

Gitarre oder Klavier?

Das Klavier ist ein wunderbares Instrument für Kinder: Sie drücken eine Taste und der Ton ist da und klingt so, wie er klingen soll. Bei Saiteninstrumenten, wie Geige oder Gitarre muss der Ton erst durch das Drücken der Saite an der richtigen Stelle mit der einen Hand und Zupfen oder Streichen der Saite mit der anderen Hand erzeugt werden.

Das ist etwas komplizierter. Und hat tatsächlich auch etwas mit Mathematik zu tun, da man "rechnen" muss, um wie viel Bünde bei der Gitarre etwa der Grundton der Saite erhöht werden muss. Daher empfiehlt es sich, solche Instrumente erst einzuführen, wenn das Kind zur Grundschule geht und zumindest über erstes mathematisches Verständnis verfügt. So kann man die Frustration möglichst gering halten.

Hat das Kind eher Spaß an Rhythmus, ist ein Schlagzeug vermutlich eher richtige. Genau genommen besteht das aus mehreren Musikinstrumenten: einer Snare-Drum, einer Base-Drum und einer Hi-Hat. Nachteil: das ganze ist ziemlich groß, ziemlich teuer und ziemlich laut. Ist aber ein super Gehirn-Training. Denn Hände und Füße müssen unterschiedliche Rhythmen auf den verschieden Instrumenten erzeugen und das auch noch im Takt.

Am wichtigsten ist, dass es Spaß macht

Mit Blasinstrumenten wie der Trompete sollte man nicht zu früh beginnen, denn es ist nicht so einfach einen Ton herauszubekommen und erfordert körperliche Voraussetzungen wie ein genügend großes Lungenvolumen. Dafür ist die Trompete ein sehr vielseitiges Instrument, das ähnlich wie die Gitarre in verschiedensten Musikrichtungen eingesetzt wird. 

Spaß ist das allerwichtigste beim Musizieren. Den sollte das Kind haben, wenn es auf seinem Instrument spielt. Denn den schnellsten Erfolg hat es, wenn es Spaß am Üben hat.

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Enea a lezione di batteria

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Unsere Autorin

Sonja Baum

Sonja Baum ist eigentlich Molekularbiologin. Sie wurde dann Wissenschaftsjournalistin und schrieb zunächst als freie Autorin für die "Financial Times Deutschland" und Magazine wie "P.M.".

Seit sie drei Kinder hat, schreibt sie auf wireltern.de über Dinge, die ihre Welt bewegen. Außerdem hat sie bereits einen Roman veröffentlicht und schreibt zur Zeit an einem neuen Buch über das Leben mit ihrer Familie.

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