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Tipps von der Kinderdorfmutter

Osterspaß für alle

In unserer Rubrik "Tipps von der Kinderdorfmutter" gibt Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter Melanie Grochalsky heute Tipps, wie Ostern den Kleinsten Spaß macht und die großen Geschwister nicht langweilt. Das klingt vielleicht wie ein schwieriger Spagat, ist aber gar nicht so kompliziert.

Ostern machen wir seit Jahren ein schönes Familienritual: Wir fahren alle zusammen in ein Ferienhaus, das ganz idyllisch an der Jagst liegt, einem Fluss hier in der Nähe. Dort gibt es Pferde und wir machen Kutschausflüge, das sind die Highlights, besonders für die älteren Kinder. Die Großen bleiben voll am Ball, wenn sie Verantwortung tragen sollen, wenn ich ihnen also eine Aufgabe gebe und damit sage: "Ich brauche deine Hilfe". Dann nimmt zum Beispiel der 14-Jährige beim Pferdereiten den Zweijährigen auf den Schoß, sodass auch der seinen Spaß hat. 

Es geht also darum: welche Rolle kann ich den Älteren geben? Wenn die großen Geschwister die Kleinen betreuen dürfen und so etwas wie Vorbild werden, motiviert sie das ungemein. Sie merken dann, wir können es nur gemeinsam schaffen und ich brauche sie, damit alles läuft. Wenn wir Eier färben, sage ich: "Pass du bitte auf das heiße Wasser auf, damit sich keiner verbrennt" oder "Du bist doch so geschickt, zeigst du den Kleinen mal, wie man die Eier so festhält, dass man sie bemalen kann?"

Da kommt mir eine ganz rührende Geschichte in den Kopf. Wir hatten mal zwei Tims in der Familie. Einen Tag vor Ostern hat der große Tim im Garten ein Loch gebuddelt und dem kleinen Tim gesagt: "Hier ist dein Nest, hier legt der Osterhase morgen seine Geschenke nur für dich rein." Und siehe da, der kleine Tim fand am nächsten Morgen seine Ostereier genau dort in diesem Nest.
    
Bei uns sind es kleine Rituale, die die Familie an solchen Feiertagen zusammenhalten. Wir backen immer aus Hefeteig Osternester – jeder und jede ein eigenes. Der Teig wird dabei rund geflochten und in die Mitte kommt ein Ei, natürlich ein selbst gefärbtes.

Allen macht Ostern Spaß, wenn sie ihre Fähigkeiten einbringen können: Oft kommen die Kinder aus der Schule heim und haben etwas gebastelt. Die Ideen kann man super zu Hause gebrauchen, um das Haus zu dekorieren oder den Garten zu schmücken. So nutzt man die Fähigkeiten der Älteren, um die Kleineren weiterzubringen – und am Ende sieht es auch noch schön aus.

An Ostersonntag gehen wir natürlich alle raus, um die Osternester zu suchen. Für jeden Einzelnen ist etwas versteckt. Und es gibt neben dem obligatorischen Schokohasen immer auch kleine Geschenke. Die sind einheitlich und dem Alter entsprechend angepasst: Also, der 15-Jährige bekommt eine Musik-CD, die Vierjährige ein Hörspiel. Oder alle finden ein kleines Spielzeug, einen Hüpfball oder ein Springseil.

Dieses Jahr gibt es Geschenke nach dem Motto: Was tun bei Langeweile? Die eine hat Spaß mit einem Buch, der andere mit einem Puzzle. Das kann man dann gleich zusammen ausprobieren.

 

Unsere Kinderdorfmutter

Melanie Grochalsky ist seit zwölf Jahren Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter in Waldenburg. Mit einer gesunden Mischung aus viel Herz und Pragmatismus, Einfühlungsvermögen und pädagogischem Sachverstand managt sie ihre Großfamilie mit zehn Kindern zwischen sechs und 18 Jahren.

Melanies Tipps, um Familien-Stress zu vermeiden, balancieren zwischen klaren Ansagen und spielerischem Miteinander. Ihre Erfahrungen teilt sie gerne mit anderen Eltern.

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