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Mut gegen Mobbing

Kino-Tipp: Rocca verändert die Welt

Am 14. März 2019 startet „Rocca verändert die Welt“ auf der großen Leinwand. Unsere Autorin Silke durfte den Film über das Mädchen, das sich gegen Mobber und für Obdachlose einsetzt, vorab sehen – und hat sich im Kino selbst wieder wie ein Kind gefühlt.

Rocca ist 11 Jahre alt und ein ziemlich cooles Mädchen.

Erst landet sie ein Flugzeug selbst und rettet damit allen Insassen das Leben. Dann schnappt sie sich ihr Skateboard, um nach Hause zu fahren – und ist, ganz im Lucky-Luke-Stil, verschwunden, bevor irgendjemand ihr danken kann.

An dem Lucky-Luke-Vergleich merkt man, wie alt ich bin (36, um genau zu sein). Als ich aber im Kino sitze und die Eröffnungsszenen von „Rocca verändert die Welt“ sehe, fühle ich mich schnell wieder wie mein eigenes 9-jähriges Ich: Die Grundschülerin, die in ihrem Nikolaus-Stiefel wie jedes Jahr eine Kinokarte gefunden hat. Und nun auf der großen Leinwand eine Mädchenfigur erlebt, die sie so sehr beeindruckt, dass sie sich noch wochenlang in deren Welt hineinträumt.

Aber Rocca ist anders als die Disney-Prinzessinnen, für die ich damals geschwärmt habe. Sie lebt in keiner Märchenwelt, sondern in einer realen Stadt: Hamburg. Allein dadurch bietet sie viel mehr Identifikationspotenzial für junge Zuschauer als die adeligen Zeichentrick-Heldinnen meiner Kindheit. Außerdem ist sie erst 11 Jahre alt und besucht eine ganz normale Schule. Zumindest soll sie das ab sofort tun: Unterrichtet wurde sie bislang nur privat in der Bodenstation der ISS. Hier arbeitet ihr Vater – und ist gerade als Astronaut zu seiner ersten Mission ins Weltall gestartet. Da Roccas Mutter verstorben und ihre Oma im Krankenhaus ist, lebt Rocca nun ganz allein in einem Riesenhaus.

Allein diese Ausgangssituation erinnert stark an Pippi Langstrumpf. Hinzu kommt – wie bei Pippi das Äffchen und das Pferd – auch bei Rocca ein tierischer Mitbewohner: Eichhörnchen Klitschko. Und ein Haus weiter wohnen, wie bei der Villa Kunterbunt, zwei Nachbarskinder, die Rocca anhimmeln, und deren Eltern das Mädchen von nebenan zwar „ganz besonders“ finden, aber auch für „keinen guten Umgang“ halten.

Doch da Roccas Geschichte in einer echten Stadt und nicht im Taka-Tuka-Land spielt, begegnet sie auch echten und ernsten Problemen. Und weil das Mädchen ein beeindruckendes Gerechtigkeitsempfinden in sich trägt, packt sie diese mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln sofort an. So wendet sie sich wortgewandt und mutig gegen die Mobber in ihrer Klasse – und schafft es sogar, diese zu bekehren.

Die sozialen Medien spielen eine bedeutende Rolle in diesem Film. WhatsApp-Gruppen werden missbraucht, um Schüler auszuschließen, Instagram-Accounts, um sie bloßzustellen. Mir bleibt im Kino mein eigenes Lachen im Hals stecken, als Rocca der Nachbarsmutter vorgestellt wird mit den Worten: „Mama, das ist Rocca, sie hat keinen Instagram-Account und kein Snapchat!“ und die Mutter mit einem begeisterten „Oh! Das ist ja schön!“ reagiert. Denn ich bin mir schmerzlich bewusst: Der Zeitpunkt rückt näher, an dem meine eigenen Kinder in die sozialen Welten ein- und abtauchen werden. Rocca hingegen versteht den Hype nicht, findet Beauty-Videos auf YouTube überflüssig und Instagram-Accounts, auf denen andere sich über ihre Mitschülerinnen lustig machen, widerlich.

Es ist etwas ernüchternd, dass ein Kind offenbar auf einer Raumstation aufgewachsen sein muss, um diese Meinung zu vertreten. Und so erkennt Rocca auch als einzige in ihrem Umfeld eine sinnvolle Möglichkeit in dem „Influencer“-Dasein: Ihre Popularität durch die spektakuläre Flugzeug-Landung nutzt sie, um sich auf ihrem eigenen YouTube-Channel für eine Herzensangelegenheit stark zu machen: Sie setzt sich für die Obdachlosen in Hamburg ein, und mobilisiert im Handumdrehen einen ganzen Stadtteil zum Pfandflaschensammeln.

 

Mein Fazit Kino-Tipp: Rocca verändert die Welt

So schnell, wie Rocca in diesen 97 Minuten die Atmosphäre an ihrer Schule verbessert und den Blick der Hamburger für die Probleme vor der eigenen Haustür öffnet, verändert sich die Welt im realen Leben leider nicht. Einiges in dem Film ist natürlich unrealistisch, und neben einem wunderbaren Happy End sind viele weitere Elemente innerhalb der Handlung übertrieben „happy“ (so kehrt sogar Eichhörnchen Klitschko nach seiner Auswilderung zurück in Roccas Garten, weil er sie so sehr vermisst). Doch wie damals, mit 9 Jahren beim neuen Disney-Film, stört mich all das bei „Rocca verändert die Welt“ kein bisschen. Der Film vermittelt wertvolle Botschaften und präsentiert mit Rocca eine Glitzer- und Einhorn-freie Hauptfigur, die ich mir sofort als Freundin meiner Kinder wünsche. Ich genieße den Film deshalb von Anfang bis Ende aus der Sicht meines inneren Kindes – und das findet Rocca einfach nur cool und will ihr ganz viel nachmachen. Zum Beispiel: jetzt sofort einfach mal rausgehen und nicht mehr vor dem Computer hocken.

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Unsere Autorin

Jasmine Barendt

Mit ihrer Leidenschaft für Social Media und ihrem Auge für Ästhetik kann Jasmine Barendt bei wireltern.de genau das machen, was ihr Freude bereitet. Als freie Mitarbeiterin erstellt sie für uns Grafiken und Texte.

Den Themen Familie, Ernährung und Freizeitgestaltung fühlt sie sich dabei besonders nahe.

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