Kinderbücher 5 Kinderbücher mit toller Botschaft

Manche Kinderfragen kommen scheinbar aus dem Nichts – dabei stecken natürlich zahlreiche Gedanken der Kleinen dahinter. Gedanken, die nach Antworten suchen.

Als Elternteil ist man nur leider nicht auf jede Frage seines Kindes immer perfekt vorbereitet. Und selbst wenn: Einige Fragen sind selbst nach reiflicher Überlegung schwer zu beantworten. Unsere Autorin Silke stellt hier ihre 5 Buch-Favoriten vor: Kinderbücher, die auf verständliche Weise Antworten oder zumindest Anregungen auf eine schwere Kinderfrage liefern.

Frage: "Mama, muss jeder Mensch sterben?"

Es ist eine meiner frühsten Kindheitserinnerungen: Ich liege nachts allein im Bett und habe einfach nur Angst vor dem Tod. Ich habe das nicht verstanden: "sterben". Was ist das? Was kommt danach? WANN kommt es?

Als mein Vierjähriger mir nun vor Kurzem das erste Mal sagte, dass er Angst vor dem Sterben hat, hat es mich fast zerrissen vor Hilflosigkeit. So gern wollte ich ihm einfach die Angst vor all diesem Unbekannten nehmen, Licht ins Dunkel bringen. Aber wie? Ich weiß ja selbst bis heute nicht, was "danach" kommt.

Antwort: "Ente, Tod und Tulpe" von Wolf Erlbruch

Das Buch Ente, Tod und Tulpe stellt den Tod als freundlichen Freund da, der einen das ganze Leben über begleitet. Und der einen auffängt, wenn man das letzte Mal fällt. In der Geschichte, die vom Lebensende der Ente handelt, ist der Tod nicht unheimlich oder gruselig. Im Gegenteil: Er wird sogar verletztlich gezeigt.

Zu dem Buch gibt es auch einen Kurzfilm. Beides, Buch und Film, wirft bei Kindern natürlich weitere Fragen auf. Die Geschichte ist aber ein wunderbarer Start, um den Kindern die Angst vor dem "Bösen Tod" zu nehmen oder in einer Phase der Trauer leichter über den Verstorbenen und den Verlust eines geliebten Menschen sprechen zu können und Abschied zu nehmen.

Frage: "Mama, wann geht das Baby wieder?"

Großer Bruder oder große Schwester zu werden ist nicht leicht. Immer stand man im Mittelpunkt, nun muss man die Aufmerksamkeit teilen. Und seien wir ehrlich: Gerade in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings nicht gerade zu gleichen Teilen. Die älteren Geschwister müssen ganz schön zurückstecken. Der Wunsch, das Baby loszuwerden, klingt dramatisch – ist aber irgendwie nachvollziehbar.

Antwort: "Jetzt bin ich ein großer Bruder" von Yoko Ono

Der Katze Nonta geht es wie vielen Kindern, die kleine Geschwister bekommen. (Allerdings sind es seinem Fall auch gleich 5 auf einen Streich.) Nonta versteht nicht, dass die Mama keine Zeit mehr hat, mit ihm zu spielen. Und ja, er denkt sogar darüber nach, die Kleinen dem Wolf zu überlassen. Einmal lässt er sie allein auf einer Wiese zurück.

Doch es dauert nicht lange, da überkommt ihn ein ganz komisches Gefühl... und so vermisst Nonta die Kleinen nicht nur, er wird sogar ihr Retter. Mein Sohn liebt die Geschichte rund um den großen Katzenbruder. Als seine kleine Schwester auf die Welt kam, haben wir sie jede Nacht vor dem schlafen gehen gelesen.

Und noch heute erinnere ich ihn mit einem "Kannst du heute wie Nonta sein und auf deine kleine Schwester aufpassen?" daran – und schon packt ihn der brüderliche Beschützerinstinkt. "Jetzt bin ich ein großer Bruder" ist nur noch gebraucht erhältlich, wird hier aber auch auf Youtube liebevoll vorgelesen.

Frage: "Mama, was ist los mit mir?"

Von Wutanfall bis Langeweile: Kinder können ihre Gefühle oft nur schwer verstehen und noch schwerer in Worte fassen. "Schlechte Laune" sind für uns Erwachsene nur zwei Worte, die einen Zustand beschreiben. Für Kinder aber kann eine kleine Welt zusammenbrechen, wenn sie nicht begreifen, warum sie fühlen, was sie fühlen.

Antwort: "Der Dachs hat heute schlechte Laune" von Moritz Petz und Amélie Jackowski

Auch der Dachs weiß nicht so recht, was mit ihm los ist. Er pöbelt jeden an, der ihm über den Weg läuft. Die sollen ihn mal bloß schön in Ruhe lassen! Komisch nur: Als es dem Dachs ein bisschen besser geht, mag keiner mehr mit ihm reden. Plötzlich haben DIE alle schlechte Laune. "Der Dachs hat heute schlechte Laune" bringt einem beim Vorlesen zum Schmunzeln: Schnell erkennt man sich selbst in dem Türe-knallenden Miesepeter wieder, der einfach einen schlechten Tag hat. Die Kinder erkennen beim Lesen der Geschichte: Schlechte Laune haben ist absolut ok. Anderen schlechte Laune machen aber nicht.

Frage: "Mama, was ist mit Oma los?"

Einen geliebten Menschen "anders" zu erleben, als man es gewohnt ist, verunsichert selbst Erwachsene. Wenn Kinder miterleben, wie ihre Großeltern altern und dabei an Alzheimer, Demenz oder den Folgen eines Schlaganfalls leiden, kommen viele Fragen auf. Warum redet Oma so komisch? Warum erinnert Opa sich nicht mehr an mich? Wann wird er wieder "normal"?

Antwort: "Meine Omi, die Wörter und ich" von Nikola Huppertz und Elsa Klever und "Karl hilft Kalle – Kalle hilft Karl" von Tomie de Paola

In "Meine Omi, die Wörter und ich" geht es um den kleinen Mio, dessen Oma nach und nach ihre Worte vergisst. Das Schöne an der Handlung: Zunächst lern Mio neue Worte von seiner Oma, wie "Wetterleuchten" oder "Augenstern".

Später, als die Oma sich an viele Worte nicht mehr erinnern kann, bringt Mio ihr einfach neue Worte aus seiner Welt mit: "Chicken Nugget" zum Beispiel oder "Glowboard". Doch irgendwie wollen diese Worte nicht bei Mios Omi hängenbleiben. Am Ende muss Mio sich von seiner Omi verabschieden. Und so wird zwar auch "Meine Omi, die Wörter und ich" eine Geschichte über das Thema Tod und den Verlust eines geliebten Menschen, doch beschreibt das Buch vor allem sehr einfühlsam die Zeit davor.

Auch in "Karl hilft Kalle – Kalle hilft Karl" tauschen Großvater und Enkel eines Tages die Rollen: Karl erleidet einen Schlaganfall. Kalle ist verängstigt und verwirrt, weil sein Opa ihn nicht mehr erkennt. Doch dann merkt Kalle, dass Karl doch noch einiges versteht, was um ihn herum vorgeht.

Und so bringt Kalle seinem Großvater all das bei, was er einst von ihm gelernt hat: essen, sprechen, laufen. Eine wunderbare Geschichte über das Leben, den Umgang mit dem Älterwerden und Freundschaft zwischen den Generationen.

Diese Bücher beantworten Kinderfragen. Foto: Silke Schröckert

Autorin: Silke Schröckert

wirEltern.de - Newsletter

Gewinnspiele und deine Themen. Jede Woche neu.