Wie Sie Bio-Produkte erkennen Biosiegel im Überblick

Viele Lebensmittel tragen vielversprechende Bezeichnungen, wie "aus kontrolliertem Anbau" oder "aus alternativer Haltung". Doch kann der Verbraucher sicher sein, dass wirklich "Bio" drin ist, wo "Bio" drauf steht?

Orientierung und Sicherheit bieten hier die Biosiegel. Produkte, die diese Siegel tragen, werden von der Erzeugung bis zur Ladentheke streng kontrolliert. Die beteiligten Betriebe müssen sich von staatlich zugelassenen Öko-Kontrollstellen nach EG-Öko-Verordnung zertifizieren lassen und unterliegen bestimmten regelmäßigen Nachweispflichten und Auflagen. So muss der Einsatz von Futtermitteln, Zusatzstoffen und Ergänzungsmitteln genau dokumentiert und protokolliert werden. Bei Verstößen gegen die Richtlinien drohen Geld- und Freiheitsstrafen.  

 

Biosiegel und Warenzeichen

Auch die Bio-Produkte selbst werden regelmäßig überprüft und anschließend mit einer Kontrollnummer der jeweiligen Öko-Kontrollstelle versehen.

Für den Verbraucher sind Produkte in Bio-Qualität deutlich am sechseckigen Bio-Siegel zu erkennen. Das staatliche Kennzeichen wurde 2001 vom Bundesverbraucherministerium eingeführt und garantiert, dass die ausgezeichneten Produkte den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung entsprechen.

 

Die deutschen Bio-Anbauverbände wie zum Beispiel Demeter, Bioland oder Naturland kennzeichnen ihre Produkte zusätzlich mit einem eigenen Warenzeichen. Dabei sind die Richtlinien der Anbauverbände oft noch strenger als die EU-Vorschriften.
Egal ob es um das staatliche Bio-Siegel oder um die Siegel der Anbauverbände geht, die Kennzeichnung auf den Produkten zeigen dem Verbraucher klar an, ob es sich um kontrollierte Erzeugnisse aus ökologischem Anbau handelt oder nicht.

Strenge Kontrollen

Lebensmittel aus ökologischem Anbau sind durch gesetzliche Regelungen geschützt. Die "Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 des Rates vom 24. Juni 1991 über den ökologischen Landbau und die entsprechende Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel" (EG-Öko-Verordnung) schreibt genau vor, wie die Produkte hergestellt werden müssen, welche Stoffe die Bauern dabei verwenden dürfen und wie die Ware anschließend gelagert wird.
 

Ohne Zusätze

Bei der Herstellung und Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln wird generell auf den Zusatz von synthetischen Farbstoffen, Geschmacksverstärkern, Konservierungsmitteln, künstlichen und naturidentischen Aromen, Süßstoffen und Stabilisatoren verzichtet. Auch der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen oder ihren Derivaten ist verboten.

Die gleichen strengen Richtlinien gelten auch für landwirtschaftliche Produkte, die aus Staaten außerhalb der EU stammen und zu uns importiert werden. Nur wenn im Herkunftsland ähnliche Regelungen gelten, dürfen die Produkte in der EU als Bio-Waren verkauft werden.

In einigen Ausnahmefällen, wenn beispielsweise ein Produkt nicht ohne Hilfsstoffe herzustellen oder haltbar zu machen ist, dürfen Zusatzstoffe verwendet werden. Hier ist laut EG-Öko-Verordnung aber nur ein Zehntel der im konventionellen Landbau eingesetzten Mittel erlaubt.

Die wichtigsten Biosiegel

Wo "Bio" draufsteht, ist auch "Bio" drin. Sollte man meinen. Doch einige Formulierungen der Hersteller führen den Verbraucher in die Irre. So sind beispielsweise Formulierungen wie "aus kontrolliertem Anbau", "von staatlich anerkannten Bauernhöfen", "aus integrierter Landwirtschaft", "aus alternativer Haltung", "ungespritzt" oder "ohne Spritzmittel" nicht gesetzlich geschützt und somit nicht aussagekräftig. Auf diese Weise wird der Eindruck erweckt, es handle sich um ein Produkt aus biologischem Anbau, ohne dass dies durch Kontrollen belegt ist.

Um dem Verbraucher eine Richtlinie im Dschungel der Bezeichnungen zu geben, wurde das staatliche Biosiegel geschaffen. Das Zeichen garantiert dem Verbraucher, dass er ein Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft in den Händen hält. Denn die Produkte, die dieses Siegel tragen, haben die Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllt und nur sie dürfen sich mit den gesetzlich geschützten Begriffen "biologisch" oder "ökologisch" schmücken. Das Siegel besteht aus einem grünen Sechseck und der Nummer der jeweiligen Kontrollstelle, zum Beispiel "DE-000-Öko-Kontrollstelle". Diese Produkte wurden kontrolliert, stammen aus artgerechter Tierhaltung mit natürlichen Futtermitteln. Die Herstellung und Verarbeitung erfolgte ohne chemische Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer, synthetische Düngemittel, Gentechnik,  Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Bestrahlung.

Um die Qualität auf Dauer zu garantieren wird jeder Bio-Bauer mindestens einmal im Jahr von amtlich zugelassenen privaten Kontrollstellen überprüft. Die Kosten hierfür muss er selber tragen. Zudem muss er alles, was auf seinem Hof passiert, streng  protokollieren, so zum Beispiel die Verwendung von Saatgut, Futter- oder organischen Düngemitteln, über den Kauf und Verkauf von Tieren, und deren Haltung, Fütterung und Gesundheit.

Die verschiedenen Anbauverbände überwachen zusätzlich zu der EG-Öko-Verordnung die Einhaltung ihrer eigenen, oft noch strengeren Richtlinien. Viele Produkte tragen darum zwei Siegel, das sechseckige Biosiegel und das Siegel des jeweiligen Anbauverbandes.

Die Öko-Siegel im Überblick:

BIOLAND ist der größte deutsche Anbauverband und wurde 1971 gegründet. Zu ihm gehören rund 4500 Betriebe mit 181 000 Hektar Fläche und Verarbeiter wie Bäcker oder Molkereien. www.bioland.de

DEMETER setzt auf "biologisch-dynamische" Wirtschaftsweise, bei der Präparate aus Heilkräutern, Mineralien und Dung eingesetzt und kosmische Rhythmen beachtet werden. Die Produkte sind meist etwas teurer als die anderer Verbände. Demeter-Betriebe unterliegen den strengsten Vorschriften. www.demeter.de

BIOPARK wurde 1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet und ist inzwischen in 14 Bundesländern vertreten. Mittlerweile sind aber auch Betriebe aus anderen Bundesländern hinzugekommen, darunter viele große Fleischerzeuger.
www.biopark.de

NATURLAND wurde 1982 gegründet und betreut weltweit 36.000 Landwirte oder Erzeuger. Der Verband berät und inspiziert zudem kleine landwirtschaftliche Projekte in Entwicklungsländern, vor allem in Mittel- und Südamerika. www.naturland.de

GÄA nannten die alten Griechen die Göttin der Erde. Der Verband ging aus der oppositionellen Umweltbewegung der ehemaligen DDR hervor. Zur Gäa gehören etwa 475 Betriebe mit 50.000 Hektar Fläche, hauptsächlich in den neuen Bundesländern. www.gaea.de

BIOKREIS Dem 1979 gegründeten Verband gehören rund 500 in erster Linie bayerische Betriebe an. Der Verband ist aber bundesweit tätig. www.biokreis.de

ECOVIN wurde 1985 gegründet und ist mit etwa 200 Mitgliedern der größte Zusammenschluss ökologisch wirtschaftender Winzer. www.ecovin.org

IFOAM ist der weltweite Dachverband ökologisch arbeitender Bauern und Verarbeitungsbetriebe. Das Logo ist häufig auf Öko-Lebensmitteln aus Ländern außerhalb der EU zu finden. www.ifoam.org

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